Butzen als Schneidwerkzeug

Spreiztechnik

Um Hohlprofile flexibel und deformationsfrei zu stanzen, wendet Petig, Grevenbroich, seit acht Jahren eine besondere Spreiztechnik an. Dabei wird beim ...

30. März 2010

Um Hohlprofile flexibel und deformationsfrei zu stanzen, wendet Petig, Grevenbroich, seit acht Jahren eine besondere Spreiztechnik an. Dabei wird beim Durchstanzen die obere Rohrwand mithilfe des Stanzstempels gelocht. Dann dient der Stanzbutzen als Verlängerung des Stempels und stanzt die untere Rohrwand, er wird zum Schneidwerkzeug. Damit sich der Butzen nicht loslöst, muss die Stanzbutzenführung in der Spreizmatrize und dem Matrizenhalter sehr eng sein. Mittels Spreizdornen, die gesondert angetrieben werden und über wechselbare Matrizen verfügen, können Rohre gratfrei und ohne Nachbearbeitung gestanzt werden. So können Rohre von 8 m Länge bei Durchmessern von 100 mm und Wanddicken von 0,5 bis 10 mm bearbeitet werden. Die Stanzbutzen fallen nach jedem Stanzhub durch den Maschinentisch in einen Behälter. Damit die Qualität der oberen und unteren Lochung möglichst gleich ist, muss jedes Stanzloch mit Stanzbutzenführung bis auf eine Abweichung von 0,2 mm identisch sein. Diese Stanztechnik ermöglicht im Vergleich zum einseitigen Stanzen Produktivitätssteigerungen von bis zu 35 Prozent.