Boom dank Präzision

Der Einstieg in das Mikrowasserstrahlschneiden hat bei der Dick & Dick GmbH einen Run der Kunden auf die neue Technologie ausgelöst. Bereits ein Jahr nach dem Kauf der ersten, von Daetwyler vertriebenen Microwaterjet F3-Anlage ging bei dem Thüringer Schweiß- und Schneidspezialisten die zweite in Betrieb.

21. März 2011
Erfolgreicher als erwartet: Die erste Microwaterjet F3-Anlage (hier noch mit dem vormaligen Namen Womajet) erhält Unterstützung durch eine zweiten Anlage.
Bild 1: Boom dank Präzision (Erfolgreicher als erwartet: Die erste Microwaterjet F3-Anlage (hier noch mit dem vormaligen Namen Womajet) erhält Unterstützung durch eine zweiten Anlage.)

Angesichts der Vorteile, die die Microwaterjet-Anlagen bieten (bis vor kurzem waren sie unter dem Namen Womajet im Handel), kam der Erfolg für Martin Dick nicht überraschend. Im Vordergrund steht für den Unternehmer vor allem, dass die neue Technologie die Vorteile des klassischen Wasserstrahlschneidens mit einer um den Faktor 10 verbesserten Präzision und Wiederholgenauigkeit vereint. Die grundsätzlichen Vorteile des Verfahrens sind schnelle und kostengünstige Herstellung von Prototypenteilen, Schneiden ohne Wärmeentwicklung, Werkstoffverhärtungen, Verfärbungen oder gar Risse, optimale Werkstoffausnutzung. Hinzu kommt der Trumpf, dass fast jeder Werkstoff damit bearbeitet werden kann.

Höchste Präzision kam dann mit den Microwaterjet/Womajet-Anlagen hinzu. Sie besitzen ein sehr stabiles Maschinenbett und ein beidseitig gelagertes Portal, das über zwei Kugelrollspindeln angetrieben wird. Damit die Positioniergenauigkeit im µm-Bereich eingehalten werden kann, wurden unter anderem Glasmaßstäbe über die volle Länge installiert. Die garantierte, reproduzierbare Maschinenfähigkeit liegt im Bearbeitungsbereich von 600x1000 mm bei ± 1/100 mm. Zudem wurde der Durchmesser des eingesetzten Wasserstrahls (dem ein sehr feinkörniges Abrasiv beigesetzt wird) von 0,5 auf 0,3 mm reduziert. Unterm Strich verbesserte sich damit die Genauigkeit gegenüber früheren Präzisionsanlagen nochmals um den Faktor 10.

Kunden für die Präzisionsteile aus Mühlhausen sind etwa Automobilzulieferer, Prototypenbauer, Unternehmen aus Medizintechnik, Uhrenindustrie, dem Bereich Schmuck und Design, Forschungseinrichtungen und Universitäten. Dass die Aufträge der Kunden so schnell und so stark zunahmen, hat Martin Dick doch etwas erstaunt. Unter dem erfreulichen Auftragsdruck änderte er seine Planungen: Anstatt auf das weiter verbesserte Nachfolgemodell Microwaterjet F4 zu warten, kaufte er die letzte, aber kurzfristig verfügbare F3-Anlage. Sie wurde am 10. Dezember geliefert, am 11. Dezember aufgestellt – und am 15. des Monats wurden auf ihr bereits die ersten Kundenaufträge abgearbeitet. Mit dem weiteren Wachstum, das Dick erwartet, käme er auch seinem Ziel näher, ein Ausbildungszentrum für den Beruf des Maschinenbedieners für Mikrowasserstrahlschneiden aufzubauen.