Bindende Verpflichtungen einhalten

Seit September 2015 gilt die neue Norm für Umweltmanagementsysteme. Die Übergangsphase endet am 15. September 2018, Zertifikate nach ISO 14001:2009 verlieren dann ihre Gültigkeit. Wesentliche Änderungen sind – neben der neuen Struktur mit zehn Hauptkapiteln – inhaltliche Anpassungen. So fordert die ISO 14001:2015 jetzt noch stärker als bisher, dass alle bindenden Verpflichtungen ermittelt und Unternehmen deren Einhaltung bewerten müssen.

22. April 2016

Bindende Verpflichtungen umfassen rechtliche und andere Anforderungen, in ihrer Wichtigkeit werden sie nun gleichgestellt. Nach Kapitel 6.1.3 sind das neben geltenden Rechtsvorschriften:

• Vereinbarungen mit kommunalen Gruppen oder Nichtregierungsorganisationen

• Vereinbarungen mit Behörden oder Kunden

• Organisatorische Anforderungen

• Freiwillige Prinzipien und Verhaltenskodizes, zum Beispiel Unternehmensleitlinien

• Freiwillige Kennzeichnung oder Umweltverpflichtungen

• Verpflichtungen aufgrund von Vertragsvereinbarungen mit der Organisation

• Relevante Standards der Organisation oder der Branche

Das neu eingeführte Kapitel 6.1 Maßnahmen zum Umgang mit Risiken und Chancen steht in direktem Zusammenhang damit, denn derartige bindende Verpflichtungen können zu Chancen und Risiken führen: Nichterfüllung kann dem Ansehen des Unternehmens erheblich schaden oder rechtliche Schritte und Kosten nach sich ziehen, beispielsweise Schadenersatzforderungen. Übererfüllung kann dagegen Ruf und Image verbessern.

Unternehmen in der Pflicht

Unternehmen müssen daher ermitteln, welche bindenden Verpflichtungen für sie gelten, daraus erwachsende Risiken und Chancen analysieren und Maßnahmen dazu festlegen. Die neue Norm fordert dazu entsprechende Prozesse: Unternehmen müssen festlegen, wie häufig sie die Einhaltung der Verpflichtungen bewerten.

Das erfordert auch eine regelmäßige Aktualisierung. Rechtsvorschriften, die für das Unternehmen gelten, sollten quartalsweise überprüft oder aktualisiert werden. So arbeiten Betriebe rechtssicher, sind auf dem aktuellen Stand und sehen dem nächsten Überwachungs- oder Rezertifizierungsaudit gelassen entgegen.

Die Einhaltung der Verpflichtungen muss bewertet werden. Die Ergebnisse dieser Bewertung sind zu dokumentieren. Falls notwendig müssen Maßnahmen festgelegt, umgesetzt und deren Wirksamkeit überprüft werden. Und schließlich müssen Unternehmen „Kenntnisse und Verständnis ihres Status“ aufrechterhalten, das heißt Verantwortlichkeiten müssen festgelegt und Beschäftigte entsprechend geschult werden.