Bedeutung von Stahl und Alu im Leichtbau steigt

Das EFB-Kolloquium Blechverarbeitung in Bad Boll gab den Teilnehmern einen Einblick in aktuelle Trends und Neuerungen der Branche. Der Schwerpunkt lag auf dem Thema Leichtbau.

26. April 2019
Bedeutung von Stahl und Alu im Leichtbau steigt
Klaus Bernd Linnig, Präsident der Europäischen Forschungsgesellschaft für Blechverarbeitung, Hannover. (Bild: EFB)

Das EFB- Kolloquium Blechverarbeitung am 2. und 3. April in Bad Boll verschaffte den Teilnehmern einen Überblick über die Trends und Neuerungen der Branche. Die gut besuchte Veranstaltung behandelte unter dem Leitthema »Wirtschaftliche Verarbeitung hochfester Werkstoffe für Leicht- und Funktionsbau« die Sektionen »Neue Verarbeitungsprozesse«, »Fertigung von hybriden Bauteilen«, »Verarbeitung Hochfester Bauteile« und »Funktionalität metallischer und hybrider Strukturen«.

Vertreter der Stahl- und Aluminiumhersteller – Thyssenkrupp, Salzgitter, Novelis, Hydro Aluminium Rolled Products – brachen eine Lanze für die metallischen Werkstoffe, die in ihren hoch- und höchstfesten Qualitäten hervorragende Einsatzmöglichkeiten im Leichtbau bieten. Vor allem pressgehärtete Stähle und die hochfesten 7000er Aluminium-Werkstoffe sind hier auf dem Vormarsch.

Einsatz von Additive Manufacturing

Die Pressenhersteller Schuler und Andritz Kaiser, die das Kolloquium sponserten, berichteten über die Umsetzung der Digitalisierung und den Einsatz von Additive Manufacturing für Maschinen- und Werkzeugteile. Anwender aus der verarbeitenden Industrie stellten ihre neuesten Technologien zur Herstellung vor. Neue Erwärmungstechniken für das Presshärten ganzer Bleche oder von abgegrenzten Teilbereichen präsentierten Ebner Ofenbau, AP&T und Läpple Automotive. Die Maschinenbauer der Universitäten Hannover, Cottbus, Stuttgart und Erlangen befassten sich mit der nahen Zukunft der zugehörigen Prozesse.

Die Verbindung von hochfesten Metallen mit Faserverbundkunststoffen (FVK) ist für spezielle Bauteile interessant, die die höheren Kosten rechtfertigen. Das Thema Recycling wird insbesondere bei den hybriden Bauteilen mit FVK jedoch noch weitgehend ausgeklammert und muss in Zukunft stärker behandelt werden.

Neuer Präsident und EFB-Projektpreis

Die Mitgliederversammlung der Europäischen Forschungsgesellschaft für Blechverarbeitung wählte Klaus Linnig, Geschäftsführer von Schuler Pressen und Divisionsleiter Automotive der Schuler-Gruppe, zu ihrem neuen Präsidenten. Eine seiner ersten Amtshandlungen als EFB-Präsident war die Verleihung der EFB-Projektpreise an fünf Maschinenbau- Wissenschaftler.

Der EFB-Projektpreis wurde in diesem Jahr zum zehnten Mal vergeben. Seit 2010 konnten bereits mehr als 40 junge Ingenieur-Wissenschaftler ausgezeichnet werden, die ein EFB-Projekt sowohl wissenschaftlich als auch projekttechnisch in herausragender Weise bearbeitet und abgeschlossen haben.

Zum Projekt »Einbringen von Funktionselementen während der Warmumformung von 22MnB5« forschten Sebastian Meyer vom Laboratorium für Werkstoff- und Fügetechnik der Uni Paderborn und Hendrik Vogt vom Institut für Umformtechnik und Umformmaschinen der Leibniz Uni Hannover.

Julia Degner vom Lehrstuhl für Fertigungstechnologie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg hat sich mit der »Fertigung hochfester Aluminiumbauteile durch Umformen unter Abschreckbedingungen« befasst.

Das dritte Projekt behandelt die »Erweiterung der Prozessgrenzen beim Lochen mit Blechlagewinkel von hochfesten Blechwerkstoffen« und wurde am Institut für Umformtechnik der Universität Stuttgart von Sergei Senn und Adrian Schenek bearbeitet.

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