Bandproben prüfen

Hohe Präzision, geringe Gradbildung und saubere Schnittflächen sind in immer mehr Anwendungen von Metallbändern und -blechen unerlässlich. Verschiedene Messsysteme erlauben zwar gezielte Qualitätsanalysen, jedoch nur für kurze Stichproben. Bei großen Kreismessern mit einem weiten Umfang können Fehler unbemerkt bleiben, wenn sie sich nicht zufällig auf dem Probestück abbilden. Um hier für eine höhere Zuverlässigkeit zu sorgen und unbrauchbare Chargen zu vermeiden, stellt Burghardt + Schmidt auf der Blechexpo ein berührungsloses Messgerät für Teststücke bis 1350 Millimeter Länge vor. Zudem eignet sich das System für Materialien bis vier Millimeter Dicke und erfasst neben Schnittgrad und -fläche auch die Kantenverrundung.

09. September 2015

Das neue Messgerät gehört zur EP300-Reihe und basiert auf derselben Technologie wie die Variante für 250 Millimeter lange Proben: Im Lateral-Chromatic-Imaging-Verfahren (LCI) werden spezielle Lichtspektren erzeugt und auf den Schnittbereich gerichtet. Hier werden sie von den feinen Strukturen im Metall reflektiert, wobei sich anhand der dominanten Wellenlängen die konkreten Höhenunterschiede ermitteln lassen. Die Präzision liegt mit dieser Methode unter einem Mikrometer, die Auflösung beträgt 2,2 mal 20 Mikrometer. Ein Vorteil ist, dass das Band während des Vorgangs nicht berührt wird, was eine Wiedergabe ohne äußere Beeinträchtigung gewährleistet. Auch muss die Probe für die Messung nicht gesondert vorbereitet werden, so dass der Qualitätsstandard einfach und frühzeitig kontrolliert werden kann.

Elektromotorische, lineare Führung des Messkopfs

Um eine gleichmäßige Bewegung der Messeinheit sicherzustellen, ist das System – einschließlich einer schwenkbaren Halterung für PC, Monitor, Tastatur und Maus – auf einem stabilen Aluminiummesstisch montiert. Der federnd gelagerte, höhenverstellbare Messkopf wird mittels Linearführung elektromotorisch verfahren, wobei das Führungssystem auf der Unterseite des Tisches angebracht und durch eine Abdeckplatte geschützt ist. Dies verhindert Unregelmäßigkeiten durch Verschmutzungen und sorgt für eine hohe Messqualität. Für optimale Bedingungen empfiehlt Burghardt + Schmidt die Aufstellung des Geräts in einem Sauberraum, so dass sich auch an der Probe keine Stäube aus der Produktion ablagern können.

Das System umfasst zwei separate Aufnahmevorrichtungen für Bandproben, wovon eine auf die Messung von Schnittgrad und Kantenabfall und die andere auf die Untersuchung der Schnittfläche ausgelegt ist. Die Kalibrierung der LCI-Einheit erfolgt jeweils automatisch anhand eines integrierten Referenzprüfkörpers. Die Verfahrgeschwindigkeit des Messkopfes liegt bei rund 50 Millimetern pro Sekunde: Eine Probe mit Maximallänge kann in 30 Sekunden vermessen werden.

Automatisierte Erstellung von Grafiken

Aus den erfassten Informationen werden automatisiert Messprotokolle, Grafiken und Reports generiert, die sich direkt am Gerät speichern und wiedergeben lassen. Ebenso können die Daten auch zur weiterführenden Analyse an einen externen Datenspeicher übertragen werden. Die möglichen grafischen Darstellungsformen reichen von Schnittgradprofilen am Messpunkt oder auf gesamter Länge über Profile des Kanteneinzugs und der Schnittfläche bis zur 3D-Abbildung der Oberfläche um den Schnittverlauf. Auf diese Weise ermöglicht das Messgerät, alle Fragestellungen rund um die Schnittqualität anhand eindeutiger Bilder und übersichtlicher Berichte zeitnah und für den kompletten Messerumfang zu beantworten. Vorgestellt wird die Neuheit auf der Blechexpo in Stuttgart an Stand 8410 in Halle 8.