Bald 50 Jahre Erfolg

Wie bei jedem Unternehmen, das etwas auf sich hält, begann die Erfolgsgeschichte der Tracto-Technik in einer angemieteten Garage. Das war in Lennestadt-Saalhausen, und die Garage steht heute noch. Startschuss war der 14.11.1962. Fünf Beschäftigte bauten Ziehgeräte.

13. September 2012

Damit konnten Bohrstangen und Spundwände aus dem Boden gezogen werden. Hauptabnehmer war die Krupp Bautechnik Essen.

Die stabile Hochdrucklage am Gründungstag war offenbar ein positives Zeichen; denn übertragen auf die wirtschaftliche Entwicklung, zeigte der Weg in all den Folgejahren nach oben. Dennoch war der Start nicht einfach. Der Sohn des Gründers Paul Schmidt und geschäftsführender Gesellschafter Wolfgang Schmidt erinnert sich: „Mein Vater war Optimist und sah es so: Wer den Kopf in den Sand steckt, kann nichts Neues entdecken. Im Klartext: Er packte jedes Problem an, wovon er glaubte, dass sich eine lohnende Lösung dafür findet. Das meiste, was dabei herauskam, brachte uns schnell voran. Daraus erwuchs unsere Innovationsstärke. Auch deshalb sind und bleiben Innovationen Antriebsfeder und Ansporn.“

Tracto-Technik steckte noch in den Kinderschuhen, lernte aber schnell auf eigenen Beinen zu stehen. Das junge Unternehmen machte sich bekannt und überzeugte durch seine Kompetenz und Innovationskraft. Der Name war Programm; denn die ersten Produkte waren Ziehgeräte mit den Namen Tractodrill und Tactomat. Der erhielt in Brüssel die begehrte Auszeichnung „Das blaue Band“ und wird heute noch zum Ziehen von Leitplankenpfosten genutzt.

Dabei blieb es natürlich nicht. Krupp erteilte schon kurze Zeit später der Tracto-Technik den Entwicklungsauftrag für eine hydraulisch betriebene Rammvorrichtung. Die hydraulischen Fachkenntnisse eigneten sich Paul Schmidt und seine Mitarbeiter in der Siegener Abendschule an. Dann begann die vergebliche Suche nach einer Maschine für die Bearbeitung von Hydraulikrohren. Dazu gehörten das Ablängen, Entgraten, Biegen und die Schneidring-Vormontage. Am Ende sah es Paul Schmidt locker: „Wenn es so eine Maschine nicht gibt, erfinden wir sie.“

Das war die Geburtsstunde des Tubomat und eines neuen Standbeines. Das Interesse der Verschraubungshersteller ließ nicht lange auf sich warten. Bis Anfang der 1980iger Jahre lag der Vertrieb in den Händen der Firma Kracht aus Werdohl. Dann übernahm Tracto-Technik den Vertrieb in eigener Regie.

„Was uns besonders freut, ist, dass der zigtausendfach bewährte Tubomat mit kleinen technischen Verbesserungen in seiner Ursprungsform heute immer noch Maßstäbe in punkto Hydraulikverrohrung setzt und sich nach wie vor großer Beliebtheit erfreut“, erklärt Wolfgang Schmidt.

.

40 Jahre nach dem ersten Tubomat entwickelt und produziert der Geschäftsbereich Rohrbearbeitungstechnik sichere Lösungen rund ums Rohr. Das schließt innovative Maschinen und präzise Messtechnik ebenso ein wie intelligente Softwarelösungen. Aktuelles Highlight ist eine mit 15 Servoachsen bestückte, vollelektrische Rechts-Links-Rohrbiegemaschine, mit deren Hilfe hochkomplexe Rohrfiguren innerhalb weniger Sekunden gefertigt werden können.

Nur fünf Jahre nach der Gründung stand der Umzug in das neu erbaute Stammwerk an. Der Standort Saalhausen wurde wegen des günstigen Grundstücks und der hier lebenden Fachkräfte ausgewählt. Das wichtigste aber: Hier fühlte man sich zu Hause.

Eine kleine Begebenheit führte 1970 zu einem radikalen Umbruch in der Produktpolitik. Eine frisch asphaltierte Straße vor dem Schmidt’schen Wohnhaus wurde schon nach ein paar Tagen wieder aufgerissen, um eine Wasserleitung zu verlegen. Das brachte Paul Schmidt auf eine pfiffige Idee.

Die Erdrakete Grundomat war geboren - der Startschuss vieler innovativer Entwicklungen für den grabenlosen Leitungsbau.

Ein beispielloser Siegeszug begann. Als Weltmarktführer sind Grundomat-Erdraketen auch ‚Global Player’, weil sie rund um den Erdball tagtäglich zigtausendfach eingesetzt werden. Für die grabenlose Verlegetechnik steht der Maulwurf. Ein starkes Symbol. Er wurde zum Markenzeichen, das beim Kunden großes Vertrauen und Ansehen genießt.

Inzwischen sichern mehr als 350 Patente die Entwicklungen ab.

So wurde Tracto-Technik zum Schrittmacher und Pionier. TIMI (Tracto Ideen Machen Innovationen) hilft, das die Innovationstätigkeit beiTracto-Technik strukturiert abläuft. Dafür gab es ein dickes Lob: Den Axia Award von dem Wirtschaftsprüfungsunternehmen Deloitte.

Die Aufgeschlossenheit und Begeisterung für die Technik löste zahlreiche Neu- und Weiterentwicklungen aus. Sie brachten viele Ehrungen und Auszeichnungen mit sich.

Insbesondere die gesteuerte Bohrtechnik faszinierte. Die Aufgaben und Anforderungen waren vielfältig und führten über einen beispiellosen Entwicklungszyklus bis zum heutigen Stand der Technik. Es waren echte Pionier-leistungen. Immer neue Ideen - entstanden aus den Praxiserfahrungen - wurden direkt in diese junge Technik umgesetzt nach dem Motto: Das Bessere ist des Guten Feind.

Die Firma Beermann aus Hörstel-Riesenbeck hat 20 Grundodrill-Bohranlagen im Einsatz. Geschäftsführer Ewald Beermann zieht ein positives Fazit: „Durch unsere gemeinsamen Erfahrungen haben wir in all den Jahren voneinander profitiert. Wir schätzen an Tracto-Technik ihr offenes Ohr für die Herausforderungen des Marktes, ihre Innovationsleistungen sowie ihre Zuverlässigkeit.“

Das neueste Produkt ist ein Bohrgerät für die Verlegung von Hausanschlüssen, das aus einem sogenannten Keyhole (Schlüsselloch-Technik) mit einem Durchmesser von nur 65 cm eingesetzt wird.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die unterirdische Erneuerung von Rohrleitungen mit der Grundoburst-Technik. Sanierungsbedürftige Ver- und Entsorgungsleitungen werden damit in gleicher Trasse durch gleichgroße oder Größere Neurohre mit entsprechend höherer hydraulischer Leistung und neuer jahrzehntelanger Nutzungsdauer erneuert. Der Clou ist das patentierte Quicklock-Gestänge, das nicht verschraubt, sondern zeitsparend eingeklinkt wird.

Die Produktion wurde den Erfordernissen ständig mit moderner CNC-Fertigungstechnik angepasst. Dabei ging und geht es um Produktivitätssteigerungen, vorrangig aber um eine solide Qualität für eine hohe Zuverlässigkeit und lange Lebensdauer der Produkte.

Tracto-Technik beschäftigt weltweit über 500 Mitarbeiter. Es sind bodenständige und zuverlässige Menschen.Tracto-Technik weiß, nur zufriedene und sachkundige Mitarbeiter können auch Kunden zufriedenstellen. Es gibt starke Bindungskräfte zwischen den Mitarbeitern und dem Unternehmen. 85 Mitarbeiter sind seit Beginn ihrer Berufsausbildung bei Tracto-Technik beschäftigt - viele ein ganzes Berufsleben.

Das Unternehmen nimmt in den 80er-Jahren Fahrt auf und baut global seine Stellung aus, zuerst in England, dann in Frankreich, USA und Australien. Die TT-Exportabteilung und die Schwesterfirmen betreuen und unterstützen weltweit die mehr als 60 Partner.

In Deutschland wird der Service durch ihre Werke und Niederlassungen flächendeckend sichergestellt.

Zur Jahrtausendwende gewinnt das Internet an Akzeptanz und wird zu einem schlagkräftigen Instrument für die Steigerung des Bekanntheitsgrades und dem Aufbau nationaler und internationaler Netze.

Tracto-Technik hat klare umweltpolitische Ziele, die nachhaltig und durchgängig gefördert werden sowohl durch eine umweltfreundliche Maschinentechnik als auch durch unzählige ökologische Projekte. Inzwischen hat der Naturschutzbund NABU in seinen Grundsätzen den grabenlosen Leitungsbau aufgenommen.

2007 kam die GRD-Bohrtechnik für die effiziente Erschließung der Erdwärme hinzu. Gebohrt wird von einem Kunststoffschacht in alle Richtungen (360°) und Neigungen (30°-65°). Das kompakte Bohrgerät ist im Baubestand auf kleinsten Grundstücken einsetzbar und hinterlässt kaum Flurschäden. Tracto-Technik geht mit gutem Beispiel voran und setzt an ihren Betriebsstellen sukzessiv Erdwärme ein.

Kontinuität und Stabilität gehörten stets zu den Richtgrößen in der Firmenpolitik. Die Geschäftsführer Timotheus Hofmeister und Meinolf Rameil präzisieren das so: „Unser Ziel ist nachhaltiges und profitables Wachstum. Dafür brauchen wir marktgerechte Produkte und einen leistungsstarken Vertrieb mit einer klaren strategischen Ausrichtung. Das erreichen wir nur vereint im Team.“

Die Herausforderungen der Zukunft sieht Tracto-Technik in einer modernen und sicheren Ver- und Entsorgung im Energie- und Kommunikationsbereich zu der Techniken und Verfahren des grabenlosen Leitungsbaues wesentlich beitragen werden.