Automation nach Maß

Der Schneidkopf ist das Herzstück jeder Schneid- oder Multi-Blanking-Anlage. Die Produktivität eines Service-Centers steht in direktem Zusammenhang mit der Zeit, die für die Einstellung eines Schneidkopfs benötigt wird. Red Bud Industries hat zwei CNC-Schneidköpfe entwickelt, die es ermöglichen, die Durchsatzleistung zu maximieren.

18. Oktober 2019
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Vollautomatische Spaltanlage. (© Red Bud Industries)

Der vollautomatische CNC-Schneidkopf von Red Bud Industries ist nach Meinung seiner Entwickler »das fortschrittlichste Schneidsystem auf dem Markt«. Eine komplette Einrichtung ist in zwei Minuten oder weniger ohne Eingriff einer Bedienperson erledigt. Ein Programm nutzt Informationen über die zu fertigenden Teile und die Materialspezifikationen, um die Messer automatisch zu positionieren.

Neben der Messerpositionierung werden auch Schnittspalt und Eindringtiefe entsprechend der jeweiligen Stärke und Zugfestigkeit des Materials automatisch eingestellt. Der hier vorgestellte vollautomatische Rollenschneider wird als Brückenrahmen-Schneidkopf bezeichnet. Die Messer sind in einer abgesicherten Einheit untergebracht, die die Trennlast von den Messern in den Rahmen der Maschine überträgt. Darüber hinaus werden keine Auswerfringe benötigt. Nicht für einen bestimmten Auftrag benötigte Messer werden automatisch aus der Linie in einen speziellen Aufbewahrungsbereich befördert. Die mit dem vollautomatischen CNC-Schneidkopf verwendeten Saumstreifenschneider positionieren sich ebenfalls selbst automatisch und sind speziell auf einen freihändigen Betrieb ausgerichtet.

Halbautomatischer Schneidkopf

Beim halb automatischen Schneidkopf von Red Bud Industries gibt die Bedienperson die Informationen über die zu fertigenden Teile sowie die Materialspezifikationen ein. Diese Informationen werden anschließend von einem digitalen Messerpositionierungssystem verwendet, um die einzelnen Messerblöcke an die richtige Stelle zu bringen. Ein Positionierungsschlitten bewegt sich über die Stirnfläche der Welle und stoppt an der Position des jeweiligen Schnitts. Sobald er in Position ist, fährt die Bedienperson die Messer zu der Stelle, an der die Positionierungsfinger die richtige Schnittposition anzeigen, und stellt den Abstand zwischen den Klingen ein.

Sobald die Messer positioniert sind, bewegt sich der Schlitten zur nächsten Schnittposition. Dieser Vorgang wird wiederholt, bis alle Messerblöcke in Position sind. Ein automatisches Messerverriegelungssystem dehnt die Werkzeughalter leicht, um die Messer in der richtigen Position zu fixieren. Der gesamte Schneidkopf kann in zwei Minuten oder weniger pro Schnitt eingestellt werden. Genau wie beim vollautomatischen CNC-Schneidkopf werden keine Abstreifringe benötigt, und es gibt einen separaten Messeraufbewahrungsbereich abseits der Maschine.

Materialhandling beim Multicut-Schneiden

Erfolgreiches Multicut-Schneiden erfordert mehr als nur einen hoch entwickelten Schneidkopf. Nach dem Abscheren der Teile aus dem Band ist vor allem das richtige Materialhandling sehr wichtig. Red Bud Industries bietet Spaltbandstapel- und Luftflotationssysteme an, um Kratzer zu vermeiden und die Teile sauber zu stapeln. Die Bandteiler werden per CNC entsprechend der Breite positioniert, die die Bedienungsperson beim Einrichten des Schneidkopfs eingestellt hat. Anschließend wird Luft unter die Teile geblasen, so dass mehrere Teile gleichzeitig auf die Stapel ›gleiten‹. Das Teiletrennsystem funktioniert mit einer Drucktaste und trennt die Rohlinge per Knopfdruck zur Inspektion vom Hauptstapel. In der Regel werden mehrere nebeneinander angeordnete Paletten genutzt, um die Teile beim Multicut-Schneiden zu stapeln.

Das Multi-Skid-Ladesystem automatisiert das Laden und die Positionierung mehrerer Paletten in einem Arbeitsgang. Beim Beladen der neuen Paletten achtet dieses spezielle System auf den richtigen Abstand zwischen ihnen, um ausreichend Raum für den Bandteiler zu bieten. Die fertigen Paletten müssen ebenfalls vor dem Umreifen vereinzelt werden und ein automatisches Schnittstapel-Trennsystem oder ein ›Palettensortiersystem‹ trennt die nebeneinanderliegenden Stapel mit geschnittenen Teilen und liefert diese sortiert hintereinander am nächsten Förderband ab.

Handling von Coils

Coilverpackungslinien müssen die fertigen Coils effizient umreifen, sortieren und lagern, so dass die Schneidelinie die Produktion ohne unnötige Leerlaufzeiten rasch wieder aufnehmen kann. Red Bud Industries bietet Verpackungslinien in mehreren Ausstattungsvarianten (Basic, Intermediate und Advanced), die optimal auf die Fähigkeiten ihrer Schneideanlage abgestimmt sind. Alle diese Systeme ermöglichen ein effizientes und sicheres Handling der fertigen Produkte, wobei die Verpackungslinienkonfigurationen Intermediate und Advanced den Bedienereingriff deutlich reduzieren oder ganz ausschließen.

Zahlen & Fakten

Ken Voges verkauft 1959, mit 23 Jahren, seinen wertvollen 1955er-Thunderbird, um nahe Red Bud, Illinois, eine Maschinenwerkstatt zu eröffnen. Bald beginnt er mit der Konstruktion und dem Bau von Werkzeugen und Pressformen und später mit der Konstruktion und dem Bau von Folgewerkzeugen und Anlagen für den Transformatorenbau. Heute ist das Unternehmen ein weltweit bekannter Hersteller von Coil-Verarbeitungssystemen, bekannt als Red Bud Industries, mit über 1.000 Installationen weltweit.

Red Bud Industries kann bei Bedarf die gesamte Handlingausrüstung für Coils liefern, einschließlich Wickelwagen und Drehkreuze. Alle drei Verpackungslinienvarianten sind mit einem automatischen Pick-and-Place-Bestückungssystem ausgestattet. Die Förderbänder bringen die Coils über einem halbautomatischen oder vollautomatischen Bandierkopf in Position zum Umreifen des Innendurchmessers.

Die umreiften Coils werden anschließend sortiert und über ein Monorailsystem oder mit einem automatischen Kran eingelagert. Die Coils können mithilfe eines rotierenden automatischen Sortiertisches mit acht Positionen oder einem linearen Multi-Position-In-Line-Stacker gestapelt werden. Optional verfügbar sind eine automatische Umreifung des Außendurchmessers, Skalen, Stretchfolienwickler sowie Paletten- oder Coilwendevorrichtungen.

Erschienen in Ausgabe: 06/2019
Seite: 56 bis 57