Automation für kleine Lose

Technik/Schweißen und Schneiden

Komponenten für Schweißanlagen zu entwickeln erfordert viel Know-how, sie zu automatischen Anlagen zu kombinieren und an kundenspezifische Bedürfnisse anzupassen erst recht – eine Spezialität von Valk Welding.

05. Februar 2013

Das polnische Unternehmen Fazos (Famur-Gruppe) will für die Schweißnahtvorbereitung komplexer, in Konturen geschnittenen Blechen einen Roboter einsetzen. Der Schweiß- und Schneidroboter-Spezialist Valk Welding wird dafür zwei Panasonic-Plasmaschneidroboter liefern, um die Schweißkanten an diesen Blechen abzufasen. Die Bleche werden bei Fazos mit mehreren Schneiddüsen gleichzeitig plasma- oder autogengeschnitten.

Die Bleche kommen allerdings nicht maßhaltig vom Schneidetisch. Die Maßabweichungen zueinander können 2 mm oder mehr betragen. Um alle diese unterschiedlichen Bleche mit ein und derselben Schweißnahtvorbereitung schweißen zu können, werden sie mit dem Plasmaschneidroboter in Winkeln zwischen 30 und 60 Grad mit einer Präzision von ± 0,5 bis 1 mm abgefast.

Für die Programmierung wird das Offline-Programmiersystem DTPS von Valk Welding eingesetzt in Kombination mit der kundenspezifischen Software CMRS (Custom Made Robot Software). Dazu verwendet Valk Welding die 3D-CAD-Daten von Inventor, um die Schneid- und 3D-Messprogramme schnell und einfach generieren zu können. Diese Lösung ist laut Valk Welding einzigartig.

Dabei sollen die Kanten zur Feststellung der richtigen Position zuerst mit der Plasmaschneiddüse abgetastet werden.

Valk Welding Softwareingenieure untersuchen zur Zeit auch die Möglichkeit, die Konturen mit einem Lasersensor zu verfolgen. Valk Welding wird dafür den neuen Arc-Eye-Lasersensor einsetzten, die in eigenem Haus entwickelt wurde.

Roboter beschleunigt Kartoffelernte

Grimme, im niedersächsischen Damme, ein Weltmarktführer für Landmaschinen für die Kartoffelproduktion, hat sich beim Erwerb einer Roboterschweißanlage für das Konzept des niederländischen Schweißroboterspezialisten Valk Welding entschieden. Valk Welding hat zwei Anlagen mit Panasonic-Roboter und Offline-Programmierung geliefert. Damit ist Grimme in der Lage, seine Flexibilität wesentlich zu erhöhen und die Umrüstzeiten zu verkürzen.

Grimme baut über neunzig verschiedene Maschinentypen in mehreren Varianten. Schweißfachmann Erich Schenkel: »Mit dem DTPS-Offline-Programmiersystem können wir unsere Produkte außerhalb der Produktion programmieren und ohne Nachprogrammieren direkt auf der Valk-Welding-Roboteranlage schweißen.«

Die Zahl der Varianten werden immer größer und die Losgröße immer kleiner, was die Möglichkeiten per Handprogrammiergerät einschränkt. Während der Handprogrammierung steht der Roboter für die Produktion nicht zur Verfügung.

Erich Schenkel weiter: »Der Gewinn der Offline-Programmierung gegenüber Teach-in ist, dass wir damit extern die Programmierung vorbereiten können, ohne die Schweißproduktion zu unterbrechen. Das macht das Schweißen kleiner Losgrößen mit dem Roboter rentabel und erhöht seine Einschaltdauer.«

Mit Panasonic und DTPS hat sich Grimme für das System von Valk Welding als Langzeitlösung entschieden. Erich Schenkel: »Panasonic baut nur Schweißroboter, wobei alle Komponenten, wie Roboter, Steuerung, Drahtvorschub, Manipulatoren und Programmiersystem, vom japanischen Hersteller selbst stammen. Dabei sind alle Komponenten optimal aufeinander abgestimmt. Auch die Schweißmaschine und Robotersteuerung sind in einem Hauptprozessor integriert. Valk Welding ist als Roboterintegrator auf Schweißautomatisierung spezialisiert und hat viel Wissen und Erfahrung auf diesem Gebiet.«

Erik Steenkist

Freier Fachjournalist aus Haarlem (NL)

Erschienen in Ausgabe: 01/2013