Auftragseingang der Branche stark abgekühlt

Im ersten Quartal 2019 sank der Auftragseingang der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 21 Prozent. Die Inlandsbestellungen gingen um zehn Prozent zurück. Die Auslandsorders verloren 27 Prozent.

07. Juni 2019
VDW Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken e.V., Frankfurt/Main, 11.und 12. April 2018 © Uwe Nölke, look@team-uwe-noelke.de, +49 6173 321413, alle Rechte vorbehalten. Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Berichterstattung honorarfrei. Veröffentlichung nur mit Quellenangabe: Bild: Uwe Nölke / team-uwe-noelke.de
Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer VDW. (Bild: VDW)

»Diese Minusraten sind nicht zuletzt auf eine extrem starke erste Jahreshälfte 2018 zurückzuführen«, kommentiert Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des VDW, das Ergebnis. Der Basiseffekt wird im zweiten Halbjahr 2019 deutlich abnehmen.

»Dennoch ist die Abkühlung der Weltwirtschaft nun endgültig auch in der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie angekommen«, so Schäfer weiter. Das Inlandsgeschäft, lange Gegengewicht zu den rückläufigen Auslandsorders, hat an Dynamik eingebüßt. Einziger Lichtblick ist der Euroraum, der sehr viel stabiler läuft und nur drei Prozent verlor. Er kann jedoch den Verlust aus dem Nicht-Euroraum nur geringfügig stabilisieren.

Schwächelnde Automobilindustrie

Ursachen für die rückläufige Entwicklung sind politisch verursachte Störungen im Welthandel, die auf die Schwellenländer durchschlagen, Wachstumsschwäche in China, strukturelle Schwächen bei der Automobilindustrie und der Einbruch in der Halbleiterbranche. »Die internationale Automobilindustrie hatte ihre Anlageinvestitionen bereits 2018 auf weniger als vier Prozent gegenüber dem Vorjahr halbiert und dürfte 2019 noch unter diesem Niveau planen«, erläutert Schäfer.

Ein Prozent Produktionszuwachs erwartet

Erstmals seit Mitte 2014 liegen die Bestellungen von Werkzeugmaschinen wieder unterhalb des Umsatzes. Der konnte in den ersten drei Monaten 2019 noch sechs Prozent zulegen. »Viele Unternehmen stützen sich derzeit auf den Auftragsbestand aus dem vorangegangenen Boom ab«, sagt Schäfer. Zu lange Lieferzeiten würden wieder kürzer. Dadurch werden die Beschaffung bei den Kunden und die Durchlaufzeiten in der Anlagenproduktion bei den Anbietern wieder flexibler. Die Kapazitäten waren im April dieses Jahres zu 86,5 Prozent ausgelastet und bleiben unter dem Durchschnitt des vergangenen Jahres.

»Der VDW erwartet für 2019 dennoch einen Produktionszuwachs von einem Prozent«, bekräftigt Schäfer vom VDW. Dafür gehe er von einer Belebung der Nachfrage in der zweiten Jahreshälfte aus. Auch dürfte der Auftragsbestand noch geraum Zeit ausstrahlen.

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