Auf Kundenwunsch zugeschnitten

Querteilanlage für flexibles Blechwerk

Wenn Kunde und Maschinenbauer intensiv zusammenarbeiten, dann wirkt sich das nicht nur auf die gelieferte Anlage, sondern auch auf das Projektmanagement positiv aus. Eine verkürzte Inbetriebnahme und kürzere Montagezeiten waren das Ergebnis einer solch intensiven Projektpartnerschaft. Und der Hersteller einer Querteilanlage für einen französischen Heizgerätebauer kann zu recht stolz sein; intensives Projektmanagement zahlt sich eben aus.

05. April 2002

Die Arku Maschinenbau, Baden-Baden hat einem französischen Hersteller von Heizgeräten eine Querteilanlage geliefert und in die bestehende flexible Blechfertigung integriert. Auf der Anlage werden bis 1.500 mm breite Stahlbänder abgewickelt und zu Formaten zugeschnitten. Die von Arku gelieferte Querteilanlage besteht aus einem Coil-Lager für drei Coils, einer Arku-Richtmaschine, einer Querteilschere und einer automatischen Stapelanlage. Die Menge der zugeschnittenen Formate wird gezielt auf die auftragsbezogenen Losgrößen begrenzt. Zur Weiterverarbeitung werden die fertigen Blechpakete zu CNC-Stanz-Nippel-Maschinen und zu CNC-Abkantautomaten transportiert.

Investieren oder nicht investieren?

Der Kunde ist ein bedeutender Hersteller von Heizgeräten in Frankreich, der für seinen eigenen Bedarf circa 5.000 Tonnen Vormaterial im Jahr verarbeitet. Die bisher eingesetzte Querteilanlage mit einer Durchlaßbreite von 1.200 Millimetern war für heutige Industrie-Standards nicht mehr ausreichend. Die Frage, ob er den Betrieb der eigenen Querteilanlage einstellen solle, um sein Blechwerk mit Zuschnitten aus verschiedenen Service-Zentren zu versorgen solle, lag nahe. Hiermit würde sich der Heizungshersteller die Investition für eine neue Querteilanlage sparen. Aber dieser Schritt hätte seine Lagerkosten erhöht, und er hätte die Beschaffung der Zuschnitte länger vorplanen müssen. Darüber hinaus hätten sich der Verschnitt und die damit verbundenen Kosten erhöht.

Investitionen führen zu besserer Auslastung

Für die Investition in eine neue Querteilanlage sprach, daß sich durch die größere Durchlaßbreite von 1.500 Millimetern, der Lagerbestand an verschiedenen Coils reduzieren ließe. Zudem ließen sich die Zuschneidarbeiten der bis 1.500 mm breiten Platinen integrieren und damit die eigene Zuschneiderei besser auslasten. Doch wie würde sich die Investition auf die große Produktpalette und die daraus resultierende flexible Blechfertigung mit kleinen Losgrößen von circa 10 bis 500 Teilen auswirken? Zudem konnte der französische Heizungshersteller in seinen heutigen Werkshallen keine große, konventionelle, schnelle Querteilanlage unterbringen.

Schnell und platzsparend

Mit Arku fand er schließlich einen Lieferanten, der zusammen mit ihm ein Pflichtenheft erstellte und eine Anlage plante, die allen Gegebenheiten Rechnung trug. Der badische Maschinenbauer baut nämlich viele Bandanlagen in Kurzbauform für den Kundenkreis der Stanzbetriebe, und die dort gesammelten Erfahrungen nutzte er zur Konzeption der Querteilanlage für seinen französischen Kunden. Die Querteilanlage nimmt weniger als 16 m Platz in Anspruch, und trotz ihrer geringen Abmessungen erreicht sie die geforderte Geschwindigkeit von 20 Platinen pro Minute. Darüber hinaus müssen die Coils nicht zu Ende gefahren werden, und ein Coil-Wechsel erfolgt in etwa 10 Minuten. Zudem erfüllte das Arku-Anlagen- Konzept nicht nur das technische Pflichtenheft, sondern respektierte auch die Budgetvorgabe des Kunden.

Vom gemeinsamen Pflichtenheft zur fertigen Anlage

Die Auslegung der Querteilanlage wurde von den Anforderungen des Kunden bestimmt. Gemeinsam mit ihm wurde aus der Anfrage ein erstes Konzept erstellt. Intensive Projektgespräche führten dann zu einem ausführlichen Pflichtenheft. Das Anlagenkonzept wurde in einem weiteren Schritt mit der passenden Steuerung abgestimmt, denn die Leistungsfähigkeit der Querteilanlage hängt entscheidend von diesem Schritt ab. Auch hier konnte Arku seine langjährige Erfahrung in der Steuerungstechnik nutzen. Die Montage und die Testläufe an der Anlage wurden durch die qualifizierten Arku-Techniker im Zweigwerk Ottersweier durchgeführt. Während dieser Qualtitätskontrolle erhielten die zukünftigen Maschinenführer die Möglichkeit, die Anlage kennenzulernen. Nach Beendigung der Testläufe im Herstellerwerk wurde die Anlage beim Kunden aufgestellt und in Betrieb genommen. Hier wurde die Anlage dann abgestimmt, und die ersten Gutteile fielen. Durch die genaue Vorplanung und die Vortests im Herstellerwerk wurde die Zeit bis zur Produktion des ersten Gutteils sehr kurz gehalten.

Das Projekt ist nun abgeschlossen, und ab jetzt begleitet der Arku-Kundendienst die Anlage während ihrer gesamten Lebensdauer und unterstützt den Kunden dabei, die Verfügbarkeit der Produktionslinie auf hohem Niveau zu halten.

Erschienen in Ausgabe: 03/2001