Auf dem Weg zu großen Serien

Mit einem High-Speed-Stanzautomaten von Bruderer stärkt Martin seine Positionierung als Zulieferer dünnwandiger Blechformate in Großserien.

18. Juni 2019
Auf dem Weg zu großen Serien
Die Nachfrage nach einer Großserie dünnwandiger Stahlringe war für Martin der Impuls für die Anschaffung eines neuen High-Speed-Stanzautomaten. (Bild: Georg Martin)

Vor einigen Monaten hat Martin seine Fertigungskompetenzen im Bereich der CNC-Blechbearbeitung durch die Anschaffung einer Wasserstrahlschneidanlage erweitert. Jetzt baut das Unternehmen mit der Investition in eine Stanzpresse von Bruderer seine Kapazitäten aus. Damit stärkt Martin insbesondere seine Positionierung als Zulieferer dünnwandiger Blechformteile im Losgrößensegment 50.000 bis 1.000.000 pro Jahr.

Der neue High-Speed-Stanzautomat ergänzt den Maschinenpark des Unternehmens im Bereich Umformtechnik – hier stehen unter anderem Tiefziehanlagen mit Presskräften bis 4.000 Kilonewton – um eine flexible, Lösung mit eher geringen Stanzkräften von 200 Kilonewton.

»Weil der neue Stanzautomat aber eine Geschwindigkeit von 1.800 Hüben pro Minute realisiert, können wir nun Großserien metallischer Präzisionsteile und Folien mit Wanddicken von 0,1 oder 0,05 Millimetern wirtschaftlich produzieren. Damit reagieren wir auf die steigende Nachfrage unserer Kunden in diesem Marktsegment, in dem wir bislang nur kleine und mittlere Serien anbieten konnten«, erläutert Firmenchef Christoph Martin.

Invest-Impuls aus der Luftfahrt

Das Signal für die erneute Investition in seinen Maschinenpark empfing Christoph Martin aus der Luftfahrtindustrie: Als ein namhafter Flugzeugbauer kurz vor Jahreswechsel eine größere Serie dünnwandiger, hochgenauer Stahlringe anfragte, entschloss sich der Unternehmer kurzerhand zur Anschaffung des neuen High-Speed-Stanzautomaten aus der Schweiz.

»Wir hatten diese Maschine schon seit geraumer Zeit im Visier. Aufgrund ihres Verstellhubs mit Massenausgleich, ihrer modernen Steuerung und ihrer mikrometergenauen Wiederholgenauigkeit erschien sie uns von Beginn an als ideale Ergänzung unseres Portfolios in der Umformtechnik«, betont Martin.

Perfekte Ergänzung

Darüber hinaus fügt sich der Stanzautomat von Bruderer perfekt in das Cross-Selling-Konzept von Martin ein, mit dem der Zulieferer auf den Wunsch vieler Kunden reagiert, im Bereich der Blechbearbeitung möglichst viele Leistungen aus einer Quelle beziehen zu können.

Allein verfahrenstechnisch bietet Martin hierzu viele Möglichkeiten. Denn der aktuelle Maschinenpark des Unternehmens deckt nicht nur die Umform- und Tiefziehtechnik mit Pressen, Stanzautomaten und Biegeanlagen ab, sondern stellt auch eine große Auswahl an Verfahren aus Zerspanungs-, Laser- und Wasserstrahltechnik bereit. Hinzu kommt die Schweißtechnik mit dem MIG/MAG-, WIG-, Laser- und Widerstandsstumpfschweißen sowie spezielle Kaschier-, Laminier- und Klebe- und mehrere Kennzeichnungstechniken.

Die Oberflächenveredelung deckt Martin projektorientiert durch freigegebene Lieferanten des Endkunden ab, und für die Qualitätssicherung wird moderne Mess- und Prüftechnik eingesetzt. Als Alleinstellungsmerkmal fertigt das Unternehmen zudem flexible Passelemente für den Toleranzausgleich. Die paketierten, laminierten Passscheiben und -ringe der M-Tech-Produktlinie werden kunden- und prozessspezifisch ausgeführt und ersetzen in der Baugruppen-Montage oder beim Spielausgleich von Wälzlagern mechanische Anpassungsarbeiten.

Partner bei der Teileentwicklung

Es ist allerdings nicht nur die große Bandbreite des Maschinenparks, die die Kunden an Martin schätzen. Das Unternehmen punktet auch mit seiner Beratungskompetenz und einer kreativen Offenheit, die gerade bei Projekten mit gemeinsamer Teile- und Baugruppen-Entwicklung eine zentrale Rolle spielen. Denn dank dieser Eigenschaften lassen sich Ziele wie die Gewichtseinsparung, die Reduzierung der Teilezahl sowie Funktions- und Preisoptimierungen realisieren. »In vielen Kundenprojekten stehen diese Faktoren im Mittelpunkt des Interesses und wir kommen meist schnell zu überzeugenden Ergebnisse«, sagt Geschäftsführer Christoph Martin.