Auf Augenhöhe

Editorial

Man muss kein Prophet sein, um eine brummende Blechexpo vorherzusagen – und das nur wenige Monate nach einer gigantischen Euroblech. Und man kann, zumindest was Mitteleuropa anbelangt, die beiden Messen zwar nicht gleichsetzen, aber durchaus vergleichen. Zwar ist die Euroblech nach wie vor die Weltmesse der Branche, mit einer mehr als doppelt so großen Ausstellungsfläche, mehr als doppelt so vielen Besuchern und der Hälfte mehr Aussteller als auf der Blechexpo, aber auch in Stuttgart sind die meisten Keyplayer der Blech- und Schweißwelt vertreten. Das Duo Blechexpo-Schweisstec hat sich weit über die Sinsheimer Regionalmesse Südblech hinausentwickelt.

08. Juni 2011
© Henrich Publikationen
Bild 1: Auf Augenhöhe (© Henrich Publikationen)

Auf der anderen Seite relativiert sich der Begriff ›Weltmesse‹, denn die BRIC- und andere ›emerging‹ Märkte sind inzwischen so wichtig geworden, dass sie eigene Messen brauchen – und bekommen haben. Die Besucher müssen also nicht mehr unbedingt um den halben Globus jetten, um auf dem Stand der Dinge zu sein. Anders sieht es auf der Ausstellerseite aus, wo immer noch das Motto gilt: »Dabei sein ist alles, Gewinn machen erst recht«. Deshalb werden Veranstaltungen wie die Euroblech, Tube, Wire oder Emo, um nur Beispiele zu nennen, zu Recht weiterhin als Weltmessen bezeichnet werden dürfen. Kein Aussteller mit Rang und Namen kann auf die Teilnahme verzichten. Allerdings gilt das inzwischen auch für ihre ›Dependancen‹ in China, Indien und Russland.

Zurück zu Blechexpo und Schweisstec, die noch nicht so weit sind, aber durchaus auch außerhalb des deutschen Sprachraums wahrgenommen werden – so in Italien, woher einige der Aussteller (und wohl auch etliche Besucher) kommen werden. Die meisten sind, eingebettet in ein Netz kleiner und kleinster, aber in jeder Hinsicht zuverlässiger und technisch absolut fitter Zulieferbetriebe, im Norden des Landes, in der Lombardei und dem Veneto, beheimatet – Regionen, die nicht nur zu den wirtschaftlich stärksten Europas gehören, sondern sich auch technisch auf absolut mitteleuropäischem Niveau bewegen. So gesehen kann man die Alpen getrost vergessen. Was wir von der bbr in dieser Ausgabe dadurch würdigen, dass Italien das erste Thema unseres Sonderteils ›Globo‹ ist.

Und weil wir gerade bei Sonderteilen sind, möchte ich Ihre Aufmerksamkeit auch noch auf unser branchenübergreifendes Magazin ›i2‹ lenken, das – mit seiner zweiten Ausgabe (die erste können Sie noch als E-Paper im Internet durchblättern) – der bbr zum ersten Male beiliegt: i2 steht für ›intelligente Instandhaltung‹. Womit eigentlich schon alles gesagt ist – und doch viel zu wenig. Und deshalb: Schauen Sie doch selbst mal rein!

Hans-Georg Schätzl

Erschienen in Ausgabe: 03/2011