Anwenderseminar über Standzeiterhöhung

Die richtigen Anlagen in der Produktionshalle stehen zu haben ist eine Sache, sie optimal einzustellen und möglichst reibungslos darauf zu produzieren eine ganz andere. Gerade bei einer Präzisionstechnologie wie dem Feinschneiden, müssen die tribologischen Anforderungen exakt zusammenpassen, um eine hohe Teilequalität bei hoher Produktivität zu erreichen. Bereitwillig kamen deshalb 80 Teilnehmer von insgesamt 23 Anwendern der Feinschneidtechnologie im schweizerischen Grenchen zusammen. Dorthin hatte Feintool zum Anwenderseminar „Standzeiterhöhung und Verschleissreduktion beim Feinschneiden“ eingeladen.

20. Mai 2014

Neben hauseigenen Entwicklern und Ingenieuren waren auch Partner aus dem Feintool-Technology-Network, darunter Wisura (Schmierstoffe), C.D. Wälzholz (Werkstoffstahl), Böhler Edelstahl (Werkzeugstahl) und Blösch/Platit (Beschichtungen) dabei.

„Standzeit ist Spitze“, sagte Feintool-Verkaufsleiter Dr. Stefan Etzold zur Begrüssung und sprach den Teilnehmern damit aus vollem Herzen. Denn angesichts steigender Hubzahlen beim Feinschneiden steigt auch die Anforderung an die Werkzeuge, insbesondere an die Aktivelemente.

Zwar ist der Schnittschlag auf Pressen mit Servotechnologie auf ein Minimum reduziert, doch bei 140 oder sogar 200 Hüben pro Minute, wie sie inzwischen mit den Feintool-Pressen XFT 2500 und 1500speed möglich sind, steigt dennoch der abrasive und adhäsive Verschleiss von Stempel und Matrizen. Hinzu kommt, dass gerade in der Automobilindustrie – forciert vom allgemeinen Trend zum Leichtbau – zunehmend hochfeste Stähle verarbeitet werden, die ihrerseits eine stärkere Beanspruchung der Werkzeuge beim Feinschneiden verursachen.

Die Folge: Um gleichbleibend hohe Teilequalität produzieren zu können, etwa die zulässige Grathöhe nicht zu überschreiten, müssen Aktivelemente regelmässig gewartet und nachgeschliffen werden. Je länger diese Wartungsintervalle, desto besser. Denn erst dadurch kann das Geschwindigkeitspotential der Pressen vollumfänglich gewinnbringend genutzt werden. Eine verdoppelte Standzeit könne eine Kosteneinsparung von sieben Prozent bedeuten, so Stefan Etzold. „Deshalb müssen Lösungen her, damit das Werkzeug nicht der limitierende Faktor des Feinschneidsystems ist.“

Eine dieser Lösungen präsentierte Feintool zum Abschluss des Anwenderseminars bei einem Besuch der Firma Blösch AG in Grenchen. Das Unternehmen verfügt als Beschichtungspartner von Feintool über grosses Know-how. Gemeinsam haben Feintool und Blösch/Platit zuletzt die neue Beschichtung Feinal entwickelt, die eigens auf die spezifischen Anforderungen beim Feinschneiden zugeschnitten ist. „Feinal bietet einen sehr guten abrasiven Verschleisswiderstand, eine ausgezeichnete Temperaturbeständigkeit und, aufgrund dem speziellen Aufbau, eine optimale Zähigkeit“, erklärte Christian Maurer, Leiter Werkstofftechnik bei Feintool.

Testläufe mit verschiedenen Werkzeugen haben gezeigt, dass sich die Standzeiten in vielen Anwendungen mit Feinal tatsächlich signifikant erhöhen lassen. „Die Beschichtung wirkt zusammen mit dem passenden Schmierstoff wie ein Trennmittel zwischen Stempel und Bandstahl“, so Christian Maurer. Beim Feinschneiden von hochfestem Stahl etwa, können mit Feinal beschichtete Aktivelemente auch nach 20.000 Hüben bedenkenlos weiter eingesetzt werden, während alternativ behandelte Elemente verschlissen sind oder zumindest präventiv gewartet werden müssen.