Anlagenkonzept für modulares Rollformen

Mit der Profilieranlage 4.1 stellt Profilmetall auf der Euroblech eine modular aufgebaute und integrierte Rollformanlage vor. Die Neuentwicklung ermöglicht es erstmals, eine produktive Profilieranlage einfach zusammenzustellen und immer wieder anzupassen.

24. September 2018
Mit den beliebig kombinierbaren Modulen lassen sich individuelle Profilieranlagen zusammenstellen. Sollen Module später ausgetauscht oder ergänzt werden, ist das problemlos möglich (Bild: Profilmetall).
Bild 1: Anlagenkonzept für modulares Rollformen (Mit den beliebig kombinierbaren Modulen lassen sich individuelle Profilieranlagen zusammenstellen. Sollen Module später ausgetauscht oder ergänzt werden, ist das problemlos möglich (Bild: Profilmetall).)

Aufgrund des Baukastensystems ist der neue Maschinentyp flexibel und eignet sich für den Einsatz in zahlreichen Branchen: Module zum Rollformen, Stanzen, Ablängen und Laserschweißen lassen sich immer wieder beliebig kombinieren. Weitere Verfahren wie das Verpacken von Profilen werden kundenindividuell umgesetzt. Insbesondere Unternehmen mit häufigen Produktwechseln können dadurch die Maschinenkosten deutlich reduzieren.

Auf der Blechexpo im vergangenen Jahr war bereits der Prototyp einer 4.1-Profilieranlage zu sehen, zur Euroblech ist das Modulsystem jetzt als Maschine für die Serienfertigung in zwei Baugrößen erhältlich. Eine dritte Baugröße und die Erweiterung des Modulbaukastens folgen in Kürze.

Flexible Anlagengestaltung, rasche Installation

Mit dem Modulsystem lassen sich sowohl Einzweckmaschinen als auch multifunktionale Profilierstraßen konfigurieren, mit denen sich dünnwandige Bleche bis 2,5 Millimeter Dicke verarbeiten lassen. Bei den Profiliermodulen können Kunden den Antrieb und das Getriebe frei wählen, außerdem stehen verschiedene leicht bedienbare und Industrie-4.0-fähige Steuerungen zur Auswahl.

Sollen einzelne Module später ausgetauscht oder ergänzt werden, ist das möglich: Alle Elemente haben ihr eigenes Antriebs- und Getriebesystem und werden bereits verkabelt geliefert. Somit müssen sie an der Anlage lediglich angeflanscht und einige wenige Anschlüsse verbunden werden. Alle Module haben ein integriertes Transportsystem und lassen sich rasch verfahren.

Für Schnelligkeit in der Produktion sorgen hohe Verarbeitungsgeschwindigkeiten und ein neues Schnellspannsystem, das Werkzeuge auf Knopfdruck klemmt. Auf Wunsch lässt sich auch ein automatisches Ankuppelsystem für den vollautomatisierten Werkzeugwechsel integrieren.

Intelligente Sensorik und Datenkommunikation

Flexibel ist die Profilieranlage 4.1 auch in Bezug auf die Anlagenvernetzung. Standardmäßig werden Antriebe und Getriebe durch eine intelligente Sensorik überwacht und gesteuert. Außerdem lassen sich in die Module weitere Sensoren und Industrie-4.0-Elemente integrieren, deren Daten in der Steuerung verarbeitet und zur Auswertung bereitgestellt werden.

Zusätzlich wurde auch die Antriebstechnik in Hinblick auf die Werkzeugkonstruktion optimiert. Mithilfe einer von Profilmetall entwickelten Neuerung gelingt es, das Antriebsverhältnis über die Steuerung flexibel einzustellen und komplexe Rollwerkzeuge besser auf das Produkt auszulegen. Eine Nacharbeitung von Werkzeugen nach der Konstruktionsphase kann so meist vermieden werden. Die Folge sind geringere Werkzeugkosten und eine raschere Inbetriebnahme. Auf der Euroblech wird die variable Antriebstechnik in einem Maschinenmodul demonstriert.

Profilmetall zeigt auf der Messe die kleinste Profilieranlage PM 4.1 - 200 mit Außenmaßen von 2.100 mal 1.300 mal 1.500 Millimetern. Auf ihr lassen sich Blechstärken bis einem Millimeter mit einer Breite von 200 Millimetern verarbeiten. Für Bandbreiten bis 300 Millimetern und Stärken bis 1,5 Millimetern ist die Baugröße PM 4.1 - 300 konzipiert. Die PM 4.1 - 400 für Blechbreiten bis 400 Millimetern und 2,5 Millimetern Dicke rundet das Sortiment ab.

Neues Design für Ergonomie

Das Design wurde unter Berücksichtigung ergonomischer Gesichtspunkte komplett überholt. So haben Anlagen einen kompakten Aufbau mit integrierter Sicherheitstechnik. Eine Haube schließt den Arbeitsbereich nach außen ab und schützt so vor Öl- und Lärmemissionen, gesonderte Schutzbereiche rund um die Maschine sind nicht nötig.

Der klar strukturierte Aufbau trägt zum einfachen Handling bei. Die Module sind in Bereiche gegliedert: einen Arbeits- und einen Stauraum an der Bedienseite und Abschnitte für den Antrieb und die Modulversorgung an der Rückseite. Alle Wartungsarbeiten lassen sich bequem von der Maschinenrückseite vornehmen, an der Bedienseite schaffen ausklappbare Ablageflächen Platz für Werkzeuge, Prüfmittel und Dokumente. Kompakt bleibt der Aufbau auch, wenn zusätzliche Elemente wie etwa Überwachungs- oder Kühlschmiersysteme in die Module integriert werden.