„Anhängliche“ Schrauben

Fügetechnik- Die Sicherung gegen Schwingungen und Vibrationen verspricht Arnold Umformtechnik mit seinen „Powerlok“-Schrauben. Doch wie funktioniert das?

06. Juli 2005

„Lösungen die verbinden“ verspricht Arnold Umformtechnikaus Forchtenberg-Ernsbach. Das Unternehmen stellt Schrauben her und dies seit seiner Gründung als Schraubenfabrik L & C Arnold in Ernsbach 1898. Durch den Eigentumswechsel innerhalb des Unternehmensverbandes L & C Arnold firmiert die Schraubenfabrik seit 1994 unter dem Namen Arnold Umformtechnik als ein eigenständiges Unternehmen der Würth-Gruppe. Gewindeformende Schrauben für Metalle, wie die „Taptite“- oder die „Duo-Taptite“-Schrauben, gewindeformende Schrauben für Kunststoff, selbstsichernde Schrauben, wie die „Powerlok“, sind nur einige der Spezialitäten der Schraubenspezialisten. Derzeit entwickeln und fertigen über 400 Mitarbeiter täglich mehr als 13 Millionen Befestigungselemente. Damit beträgt die Jahresproduktion etwa drei Milliarden Stück, die Arnold an seine Kunden (Automobilhersteller, Zulieferindustrie, Elektro- und Elektronikindustrie, Möbelindustrie und Maschinenbau) liefert. Damit erzielte das Unternehmen im letzten Jahr einen Umsatz von 62,8 Mio. Euro. Der weit größte Teil der Arnold-Produktion geht ins Inland. Der Export beträgt derzeit rund 30 Prozent.

Mit eingebauter Sicherheit

Arnold „Powerlok“ sind Sicherungsschrauben mit trilobularem Gewinde. Sie werden in ein vorhandenes metrisches ISOGewinde (Toleranzfeld 6H) eingeschraubt. Auf den regulären Gewindeflanken mit 60° sind kleine Flanken mit 30° aufgewalzt, die über den Nenn- Durchmesser des Bolzengewindes hinausgehen. Diese 30°-Spitzen dringen beim Einschrauben in das Gegengewinde (ISO 6H) ein und bewirken eine Selbsthemmung der Schraube, wodurch ein schwingungs- und vibrationsbeständiger Sitz entsteht. Die Verformung des Muttergewindes durch die 30°-Spitzen vollzieht sich im elastischen Bereich. Dies gewährleistet hohe Selbstsicherung und eine bis zu fünfmalige Wiederverwendbarkeit der Schraube im gleichen Muttergewinde.

Halten und Sichern

Längs- und Querbewegungen zwischen Schraube und Muttergewinde sind ausgeschlossen. Setzungserscheinungen treten selbst bei duktilen Werkstoffen nicht auf. Auch ohne Kopfreibung garantiert das Arnold-Powerlok-Gewinde ein hohes Maß an Vibrationssicherheit - ein Vorteil beim Einsatz als Gewindebolzen oder Einstellschraube. Die Schrauben entsprechen der Güteklasse 10.9 Durch eine leichte Aufkohlung wird zusätzlich eine höhere Oberflächenhärte erreicht. Die „Powerlok“-Schrauben sind somit Verbindungs- und Sicherungselement in einem. Sie ersetzen mechanische und chemische Schraubensicherungen.

Die Vorteile

Die Powerlok-Schraubentechnik birgt laut Hersteller einige Vorteile. So soll eine problemlose, vollautomatische Montage möglich sein, weil Störungen durch Verhaken von aufgerollten Sicherungselementen ausgeschlossen sind. Zudem soll der Sicherungseffekt nicht durch Temperatureinflüsse und Alterungserscheinungen (wie häufig bei chemischen Sicherungen) beeinträchtigt werden. Auch Zuführstörungen durch Abrieb von Kunststoffteilchen in Schwingförderern können laut den Schraubenspezialisten mit Powerlok-Schrauben nicht vorkommen.

Erschienen in Ausgabe: 05/2005