Angebote auf Knopfdruck

Die Aufstellung von Angeboten zählt in der spanenden Fertigung zu den häufigsten und ineffektivsten Arbeiten: Rund 85 Prozent aller Vorschläge werden im Durchschnitt für den Papierkorb gemacht. Das kostet nicht nur Zeit und Geld, sondern schmälert auch die Motivation. Der Betriebssoftwarespezialist BWP hat daher mit dem Programm Osiris-Calc eine einfache und schnelle Lösung zur Berechnung von Stückzeiten, Aufwand und Materialkosten entwickelt, die am Ende ein ausführliches Angebot samt Mengenstaffel ausgibt.

02. Mai 2016

Bislang werden Stückzeiten meist nach Erfahrung geschätzt oder umständlich ausgerechnet, was viel Zeit kostet und Fehlerrisiken birgt, da der Überblick über die verschiedenen Posten fehlt. Zudem werden einzelne Faktoren häufig falsch gewichtet: So klingt beispielsweise ein um 30 Prozent schnellerer Fräsvorgang nach viel, fällt aber bei realen Prozesszeiten von wenigen Sekunden etwa gegenüber den Rüstzeiten kaum ins Gewicht.

„Erst mit einer ausführlichen Kalkulation werden solche Verhältnismäßigkeiten deutlich“, erklärt Peter Helfrich, Geschäftsführer von BWP. Osiris-Calc schlüsselt einzelne Schritte auf, berechnet deren Dauer sowie Kosten und ermöglicht es, verschiedene Parameter wie etwa Maschine oder Material zu variieren. Selbst Konflikte, zum Beispiel wenn ein Vorgang auf einer Anlage nicht umsetzbar ist, werden aufgezeigt. So lassen sich mit wenig Aufwand realistische Angebote ausfertigen.

Kalkulation anhand von Zeichnungen und Stammdaten

Grundlage hierfür ist ein Arbeitsplan, der die einzelnen Arbeitsgänge je Maschine auflistet. Diese werden wiederum in Bearbeitungsschritte auf der jeweiligen Anlage unterteilt, die die Software dann weitgehend selbsttätig kalkuliert. Dazu muss lediglich eine proportionale Zeichnung des betreffenden Werkstücks eingescannt und in das Programm importiert werden, ein komplexer CAD-Plan wird nicht benötigt.

Nach dem Kalibrieren der Zeichnung errechnet  das System den Maßstabsfaktor der Darstellung und kann alle weiteren Maße selbständig ableiten. Acht Ansichten lassen sich pro Kalkulationsposition verwalten, anhand derer automatisch die Werkzeugverfahrwege für die verschiedenen Bearbeitungen gemäß der technischen Parameter errechnet werden. Gleichzeitig stellt das System die Verfahrwege grafisch dar, so dass der Bediener jeden Schritt einfach kontrollieren kann.

Die erforderlichen Werte zur Ermittlung der Prozessdauer entnimmt Osiris-Calc seinen Stammdaten, die unter anderem eine vorgefertigte Schnittdatenbank umfassen. Andere Angaben, wie die Maschinenkennwerte mit Drehzahlminimum und -maximum, dem maximalen Vorschub, Eilgang und Korrekturfaktoren, müssen bei der Einrichtung des Systems einmalig eingegeben werden und stehen in der Folge immer zur Verfügung.

Auf Wunsch überträgt BWP auch vorhandene Kataloge ins System. Wie differenziert der Datenbestand sein soll, kann der Nutzer zudem selbst entscheiden und beispielsweise auch die Schnittdaten mit eigenen Zahlen ergänzen. „In der Regel genügen aber die Standardangaben zu Maschineneckwerten und Schnittgeschwindigkeiten“, berichtet Helfrich.

Darüber hinaus lassen sich neben den vorgegebenen Bearbeitungsarten leicht weitere Varianten für die Berechnung einprogrammieren. Auch kann jeder Maschine eine Tabelle mit Rüstzeiten zugeordnet werden, wodurch sich insgesamt die individuellen Arbeitsabläufe und Bedingungen im Unternehmen umfassend abbilden lassen.

Individuelle Angebotsdokumente samt Materialkosten

Außerdem enthält die Software eine Materialdatenbank mit gängigen Werkstoffen. Um die konkret möglichen Schnittgeschwindigkeiten und Vorschübe zu bestimmen, wählt der Nutzer aus dieser einfach den Werkstoff aus, aus dem das Bauteil gefertigt werden soll. Mit dieser Angabe, der Zeichnung und den Maschinendaten errechnet das Programm die Stückzeiten und die Arbeitskosten.

„Laut Berichten unserer Kunden deckt sich das Ergebnis zur 98 Prozent mit bei der realen Bearbeitung gemessenen Zeiten“, so der BWP-Geschäftsführer. Zusätzlich lassen sich bei Bedarf auch die Materialkosten ausweisen, da für die verschiedenen Werkstoffe kalkulatorische Preise im System hinterlegt sind und das jeweilige Gewicht des Werkstücks aus Format und Masse berechnet werden kann. Für einen noch exakteren Kostenvoranschlag kann das Programm sogar optional um eine Funktion zum regelmäßigen Abruf der tagesaktuellen Preise erweitert werden.

Auf der Basis von Zeiten und Kosten stellt das integrierte Reporting-Tool schließlich auf Knopfdruck ein Angebot zusammen, in dem jeder Posten und jede Kostenstelle nachvollziehbar dargestellt ist. Da das Reportsystem von der Kalkulationssoftware getrennt ist, können die optische Aufmachung und die verschiedenen Positionen des Formulars ohne Aufwand abgeändert und personalisiert werden. Die Individualisierung ist im Paketpreis inbegriffen. Das fertige Dokument wird als PDF ausgegeben.

Professionelle Anbindung an andere Systeme

Gleichzeitig stehen die Daten im Fall der Auftragsvergabe für die weitere Verwendung zur Verfügung, etwa in der Bestellverwaltung oder der Arbeitsplanung. Dazu kann die Software auch problemlos an andere Programme wie gängige ERP-Systeme oder auch die weiteren Osiris-Lösungen von BWP angebunden werden. Die entsprechende Anpassung wird vom Entwickler als optionale Serviceleistung angeboten, so dass die Betriebszuverlässigkeit und Kompatibilität der Software immer gegeben bleibt.

Osiris-Calc eignet sich in der Standardausführung für Dreh-, Bohr- und Fräsbearbeitungen, wobei sich insbesondere Dreh-Aufträge aufgrund der Rotationssymmetrie der Teile in nur 3,5 Minuten kalkulieren lassen. Die Software läuft auf jedem handelsüblichen PC ab Windows XP und ist dank der selbsterklärenden Benutzeroberfläche einfach zu bedienen.

Vorausgesetzt wird lediglich eine gewisse Erfahrung in der mechanischen Werkstückbearbeitung, damit die diversen Einflussfaktoren und Bearbeitungsschritte bekannt sind. Zudem bietet BWP mit dem Softwarepaket auch eine eintägige Schulung an.