Die Josef Welser OHG, Ybbsitz (A), blickt auf eine jahrhundertealte Geschichte zurück. Heute ist Welser mit etwa 720 Beschäftigten der europaweit dominierende Hersteller kaltverformter Profile und Profilrohre. Aufgrund der konsequenten Neu- und Weiterentwicklung diverser Verfahren zur Profilierung und Nachbearbeitung lassen sich in den Werken des Unternehmens selbst komplizierte Profile und Profilrohre wirtschaftlich fertigen. Beleg für die Vielseitigkeit der Welser-Produktion ist eine Sortimentspalette von etwa 11.000 verschiedenen Profilen.

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Im nahe Ybbsitz gelegenen Profilier- und Stanzwerk Gresten errichtete Welser 1998 neue Hallen mit einem größeren „Bahnhof“ für die anliefernden Bahnwaggons. Damit entsprach der Betreiber den steigenden Umschlagmengen und erübrigte zeitintensive Rangierarbeiten. Da der Trend zudem eindeutig auf rationellere Groß-Coils zielt, ließ das Unternehmen in den neuen Hallen Demag-Zweiträger- Laufkrane mit entsprechenden Tragkräften installieren.

Von den neun neuen Kranen, die alle mit Windwerkskatzen und Feingangantrieb ausgestattet sind, verfügen zwei über je 36 t Tragkraft und eine Spannweite von 37.550 mm. Für den Transport der Coils lassen sich wahlweise Magneten, C-Haken oder Coil-Zangen als elektrisch drehbare Lastaufnahmemittel einsetzen; diese gewährleisten ein schonendes Handling, trotz schneller Lagerspiele sowie raumsparender und direkter Stapelung. Zum genauen Erfassen des Coil-Gewichtes wurden Wägeeinrichtungen an die Katzen der Krane montiert.

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Auf einem Kran laufen zwei 4 t beziehungsweise 12,5 t tragende Katzen mit C-Haken. Dieser Kran ist eine Sonderausführung, bei der auf einer als Unterkran ausgelegten Zweiträger-Kranbrücke ein zusätzlicher Zweiträgerkran mit den beiden Laufkatzen verfährt. Darüber hinaus verwendet Welser vier je 4 t tragende Krane mit Magnettraversen sowie zwei weitere Krane mit C-Haken und je 12,5 t Tragkraft. Der Betreiber steuert die Krane über Funk, die beiden mit 36 t Tagkraft alternativ auch aus Vollsichtkabinen. Dadurch wird das Handling an den sonst unzugänglichen Orten des Coil-Lagers beträchtlich erleichtert.

Zum Lieferumfang der Mannesmann Dematic, Salzburg, zählten die Krane und Kranbahnen, deren Montage, das Vermessen der Kranbahnen sowie Umrüstarbeiten an sechs vorhandenen Kranen. Der an die Tochtergesellschaft der Mannesmann Dematic AG, Wetter, vergebene Auftrag hatte eine Größe von über 24 Mio. ÖS (etwa 3,5 Mio. DM).

Bezogen auf die Komplettlieferung kam primär dem Lagerverwaltungssystem (LVS) Bedeutung zu. Das LVS optimiert die ohnehin gute Flächen- und Höhennutzung der Blocklagerung und schöpft das in den Kranen enthaltene Potenzial voll aus; daraus resultieren auch zügigere Abläufe und eine minimierte Fehlerquote. Obendrein garantiert das LVS dauerhaften Zugriff auf sämtliche Statusinformationen. Der Rechner verwaltet transparent Coil-Nummern, Artikelstammdaten sowie Stellplätze und bietet, basierend auf diesen Daten, eine permanente Inventur. Suchvorgänge sowie Umlagerungen, die das Material beanspruchen, lassen sich so weitestgehend vermeiden.

Ident-System integriert

Die Bahnwaggons werden durch die 36-Tonnen-Krane entladen, die das Material in drei Lagen stapeln. Den Lagerplatz legt das LVS fest, das für jeden Coil ein Etikett ausdrucken lässt. Dessen Barcode scannt ein Mitarbeiter vor dem Einlagern ein; in der Kabine des Kranes werden dann auf einem Terminal die entsprechenden Koordinaten der X- und Y-Achsen sowie die Lagerebene visualisiert. Beim Einlagern kontrolliert das LVS die Koordinaten über Messstrecken, die in Kran, Katze und Hubwerk integriert sind. Um Flexibilität für Ausnahmesituationen zu wahren, kann der Bediener die Vorschläge des Rechners ignorieren.

Nach der Entnahme, der rechnergestützte Prozess gilt hierfür analog, werden die Coils zur Spaltanlage transportiert und dort in Ringe geschnitten. Da die Schnittbreiten häufig wechseln, schied eine Automatisierung der Krane aus, denn darunter würde die Flexibilität des Systems leiden.