Aluminium recyceln

Das Aluminium-Recycling wird zum Schlüsselfaktor in der Aluminium-Wertschöpfungskette. Gebrauchtes Aluminium ist zur ergiebigen und unverzichtbaren Rohstoffquelle geworden. Zudem leistet das Aluminium-Recycling einen Beitrag zur Ressourcenschonung. Das Potential und die technischen Möglichkeiten des Recyclings zeigt die Aluminium 2016 in Düsseldorf im Recycling-Pavillon.

09. August 2016

Mit dem Recycling-Pavillon spiegelt die Aluminium die Ausrichtung der Aluminiumindustrie auf die Themen Material- und Ressourceneffizienz wider. In Europa stammen nach Angaben des Branchenverbandes European Aluminium 52 Prozent der Produktion aus Recycling-Aluminium. 2015 waren das 10,5 Millionen Tonnen.

In Deutschland wurden 2015 nach Angaben des Gesamtverbandes der Aluminiumindustrie (GDA) 620.100 Tonnen Aluminium im Umschmelzverfahren produziert – ein Plus von 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Produktion von Hüttenaluminium in Deutschland betrug im gleichen Zeitraum 541.400 Tonnen, zwei Prozent mehr als im Vorjahr.

Nachfrage nach Schrotten steigt

Seit 2005 hat sich die weltweite Nachfrage nach Aluminium-Schrotten verdoppelt und sie wird weiter steigen. Wie beim Primäraluminium ist auch hier der Verkehrssektor einer der Wachstumsmotoren. Autobauer wie Ford, Mercedes, BMW oder Jaguar bekennen sich zum recycelten Aluminium.

Was die gesamte Aluminium verarbeitende Industrie vor Versorgungsprobleme stellt: Weltweit können derzeit nur etwa 30 Prozent des Aluminiumbedarfs aus Schrotten gedeckt werden. Innovationen beim Recycling entwickeln sich also zum entscheidenden Faktor für die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit von Aluminium.

Aluminium-Branche baut Recycling-Kapazitäten aus

Um die Nachfrage nach Aluminium zu bedienen und Rohstoffquellen aus Schrotten künftig intensiver zu nutzen, baut die Branche ihre Recycling-Kapazitäten massiv aus. Neue Sortiertechnologien werden mittelfristig an Bedeutung gewinnen. Anfang Mai hatte der Aluminiumkonzern Hydro, Aussteller auf der Aluminium 2016, eine neue Anlage für das Recycling von 50.000 Tonnen gebrauchter Getränkedosen pro Jahr in Betrieb genommen. Dabei setzt das Unternehmen auf eine patentierte Sortiertechnik.

Anfang 2016 brachte Novelis gemeinsam mit Jaguar Land Rover eine neue Legierung mit einem Recyclinganteil von 75 Prozent auf den Markt, die sich vor allem für Strukturbauteile im Karosseriebau eignet. Das Aluminium-Recycling schließt nicht nur eine Versorgungslücke, sondern entwickelt sich zum Markttreiber in der Branche: Nach Angaben von European Aluminium hängen in Europa 6.000 Arbeitsplätze direkt und 25.000 indirekt am Aluminium-Recyclingkreislauf.

Potential des Recyclings

Aber die Branche steht vor großen Herausforderungen – bei der Sortierung ebenso wie beim Einschmelzen von Schrotten. Die Aufgaben für Verbraucher, Verarbeiter und Recycler reichen von der Schließung von Materialkreisläufen bis zu effizienten Recycling-Prozessen. Die Aluminium 2016 zeigt das nötige Know-how und die Recyclingkompetenz der Industrie.

In Halle 11, die sich den Themen Primärproduktion und Recycling widmet, hat die Messe eine Sonderfläche mit Themenpavillon eingerichtet, in der auf Recycling spezialisierte Unternehmen ihre Lösungen zur Wiederaufbereitung von Aluminium-Schrotten zeigen. Der Recycling-Pavillon wendet sich an Schrotthändler, Hersteller von Sortieranlagen, Zerkleinerungsanlagen, Umschmelzanlagen und Anbieter von Sekundäraluminium.

 

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