Alu-Guss in allen Losgrößen

Als Hersteller hochwertiger Rohrverbinder hat die Aluminium-Gießerei Brinck einen hohen Bekanntheitsgrad. Das Leistungsspektrum des mittelständischen Unternehmens geht allerdings weit darüber hinaus, denn in zahlreichen Branchen tritt es verstärkt auch als Zulieferer komplexer Leichtbau-Formteile auf.

26. Februar 2014

Die Ernst Brinck GmbH ist ein deutschen Hersteller von Aluminium-Rohrverbindern für den Bahn- und Busbau. Das Portfolio besteht aus vielen Hundert verschiedenen Typen und enthält auch zahlreiche Sonderformen. Die Rohrverbinder des Unternehmen werden zudem überall dort eingesetzt, wo Geländer benötigt werden – also beispielsweise in der Steigtechnik, im Maschinen- und Anlagenbau, im Fahrzeugbau oder auch in der Bühnentechnik.

Allerdings ist die Serienproduktion von Rohrverbindern nur ein Standbein von Brinck. Für viele Branchen ist die Gießerei nämlich seit vielen Jahren als klassischer Zulieferer von Maschinenelementen tätig. Otmar Brinck sagt dazu: „Die Rohrverbinder sind sozusagen unser Markenprodukt. Aber als Aluminium-Gießerei fertigen wir auch ganz andere Bauteile. Zum Beispiel Gehäusekomponenten, Lüfterräder, Griffe, Montageschienen und Designelemente.“

Vollständige Prozesskette

In der Rolle des Zulieferers ist Brinck nicht nur einfacher Lohnfertiger. Das Leistungsspektrum des mittelständischen Familienunternehmens erstreckt sich vielmehr über die vollständige Prozesskette von der Konstruktion über den Werkzeug- und Formenbau bis hin zum Guss inklusive mechanischer Endbearbeitung und Oberflächenveredelung. In vielen Fällen verlassen einbaufertige Bauteile und Komponenten die Gießerei in Haan. „Auf Wunsch des Kunden übernehmen wir auch Montagearbeiten oder bieten zusätzliche Lagerkapazitäten“, berichtet Otmar Brinck.

Das Unternehmen verfügt über eine modern ausgestattete Aluminium-Kokillengießerei. Es nutzt also ein Präzisionsgussverfahren und zugleich eine der traditionsreichsten Gießtechniken. Gegossen wird fallend in metallische Dauerformen, die zur Entnahme des fertigen Rohlings zwei- oder auch mehrteilig ausgeführt sind. Hohlräume oder Hinterschneidungen wie sie gerade bei komplexen Funktionsbauteilen unverzichtbar sind, entstehen mit Hilfe von Kernen aus Metall oder speziellen Sand- oder Maskenformstoffen. Bedingt durch die hohe Wärmeleitfähigkeit der Kokille erstarrt die Schmelze sehr schnell, womit ein sehr dichtes und feinkörniges Gefüge entsteht. Mit dem Kokillengießverfahren erreicht Brinck Toleranzen von 0,3 bis 0,6 Prozent (Leichtmetalllegierung nach DIN 1688 T3); die Maßgenauigkeit ist also hoch. Darüber hinaus überzeugen die Aluminium-Gussteile verfahrensbedingt durch ihre guten mechanischen Eigenschaften und haben eine gute Oberflächenqualität, womit der Nachbearbeitungsaufwand überschaubar bleibt.

Nicht nur große Losgrößen

Der Aluminium-Kokillenguss, so wie ihn Brinck umsetzt, ist prädestiniert für die Herstellung von Gussteilen mit hoher Korrosionsbeständigkeit. Deshalb fertigt das Unternehmen beispielsweise anspruchsvolle Formteile für die Medizin- und Labortechnik sowie für die Lebensmittelindustrie oder auch für die Solar- und Gebäudetechnik. Während Brinck aber auf dem Gebiet der Rohrverbinder beachtliche Serien realisiert, sieht es sich im Bereich der klassischen Zulieferteile auch als Spezialist für kleine bis mittlere Losgrößen. Da die Produktionslandschaft der Gießerei sehr flexibel ausgelegt ist, lassen sich selbst kleinere Stückzahlen wirtschaftlich herstellen, was etwa im Ersatzteilwesen von großer Bedeutung ist.

Grundsätzlich verarbeitet Brinck derzeit alle gängigen Aluminium-Legierungen nach DIN 1725. Das Unternehmen kann daher viele verschiedener Bauteile für ein sehr großes Anwendungsspektrum fertigen.