Alles paletti?

Der im süddeutschen Dossenheim, unweit von Heidelberg, ansässige Betriebseinrichter Apfel geht einmal mehr seinen eigenen Weg, indem er den Flächenbedarf, den Betriebs- und Personalaufwand sowie das Unfallrisiko gegenüber konventionellen Hochregalen erheblich verringert.

16. Februar 2019
Alles paletti?
Alle Abkantwerkzeughalter erlauben die Lagerung sowohl über Kopf als auch stehend. (Bild: Apfel)

Die Bevorratung in seinem Lagerturm funktioniert wie bei einem Tablettwagen in einem Selbstbedienungsrestaurant. Durch die hoch verdichtete, vertikale Stapelung auf Schienen können bis zu 26 Tablare mit je 500 kg Traglast auf einem Meter Gerätehöhe untergebracht werden. Benötigt ein Tablar nur wenige Millimeter Grundhöhe für die Bereitstellung des Lagerguts, fallen alleine für jede Palette 150 und den zugehörigen Träger etwa 100 Millimeter an, also gesamt 250 Millimeter – kein Wunder, dass im Extremfall eine Flächenersparnis von 75 Prozent erreicht werden kann. Durch den starren Aufbau eines Regals wird bei geringen Stapelhöhen zusätzlich jede Menge Platz verschenkt, da der Leerraum ungenutzt bleibt. Im Lagerturm können die Tablare mit einem Sicherheitsabstand von 20 mm übereinandergestapelt werden, so dass der Stauraum ohne nennenswerten Verlust komplett genutzt wird.

Durch sein intelligentes System organisiert der Lagerturm dabei die Unterbringung des Lagerguts vollkommen selbstständig, er ermittelt die Ladehöhe und das Gewicht des Tablars und belegt die optimale Position, ohne dass sich der Anwender darum kümmern muss.

Mit einer Aufbauhöhe von 2,5 bis 15 Meter und einer Gesamttraglast von 66 Tonnen kann auf wenigen Quadratmetern ein riesiges Lagerpotenzial, das etlichen Europaletten entspricht, geschaffen werden. So ist es nicht länger notwendig, ein klassisches Lager einzurichten – alle an einem Montage- oder Produktionsplatz benötigten Rohmaterialien, Halbfertigteile, Werkzeuge sowie B- und C-Artikel können mit dem Apfel LTL auf geringster Fläche direkt am Ort des Geschehens vorgehalten werden. Dabei lässt sich der Lagerturm auch als Pufferlager für verschiedene Arbeitsgänge oder in Prozessketten nutzen. Wird er mit verschiedenen Ausgabeöffnungen auf mehreren Stockwerken versehen, kann er zugleich einen Lastenaufzug ersetzen und die Bereitstellung und den Transport vorgefertigter Teile übernehmen.

Das ›Ware-zur-Person‹-Prinzip verringert unnötige Wege und spart kostbare Zeit. Die Produkte werden in einer ergonomisch angenehmen Arbeitshöhe bereitgestellt, so dass der Arbeitsaufwand minimiert und die Sicherheit erhöht wird. Aufwendiges Verfahren mit dem Stapler entfällt genauso wie eine dafür benötigte Fläche einer Fahrgasse.

Neben der Höhe des Turms wird auch die Fläche der Tablare optimal ausgenutzt. Mit Hilfe eines umfangreichen Sortiments verschraubbarer Trennwandsysteme, steckbarer Schlitzrasterrahmen, spezieller Werkzeughalter und stapelbarer Lagerkästen sowie individuell zugeschnittener Schaumstoffeinsätze sind die Tablare flexibel bestückbar. Sie können von der kleinsten Schraube über große Schütt- und Stückgüter bis hin zu Zerspanungs-, Abkant- und Fräswerkzeugen, Blechplatten und Platinen platzsparend und sicher aufnehmen. Wurden Industrielifte bislang fast ausschließlich als konventionelle Speichereinheiten benutzt, seien die betriebstechnischen Möglichkeiten, die sich durch eine durchdachte Einbindung in die Intralogistik ergeben, fast unbegrenzt – so Apfel.

Dank einer digital vernetzten, intelligenten Ansteuerung per Smartphone wird der Lagerturm zur voll automatisierten, zeiteffizienten Warenausgabe, die dem Bediener jegliches Suchen erspart und ihm die gewünschten Teile schon im Voraus bereitstellt. Darüber hinaus können Daten wie Entnehmer und Entnahmezeit aufwandslos protokolliert und selektive Zugangsbeschränkungen auf einfachstem Wege definiert werden.

Über Timelines sind mehrere Artikelanforderungen in Serienschaltung hintereinander abrufbar, um unnütze Eingabe- und Wartephasen zu vermeiden. Eine integrierte Digitalkamera erfasst jeden Verfahrvorgang – so ist der aktuelle Ladezustand jedes einzelnen Tablars überall und jederzeit nachzuvollziehen.

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»Werkzeugschrank der Extraklasse«

Tausende WKS-Werkzeugschränke rund um den Globus haben Apfel zu einer renommierten Marke in der Metallverarbeitung gemacht. Die Serie bietet durch die robuste Bauweise und eine Vielzahl an speziellen Bestückungsmöglichkeiten Lösungen für in der Metall verarbeitenden Industrie gängige Werkzeuge. Apfel-Werkzeugschrank-Sets für Abkantwerkzeuge bieten eine hohe Sicherheit in der Arbeitsumgebung von Trumpf-Abkantpressen.

Vertikalauszüge aus solidem 3-mm-Stahlblech können durch die gute Raumausnutzung Platz für 44 laufende Meter Abkantwerkzeuge in einem Schrank mit einer Frontbreite von nur etwa einem Meter bieten. Die auch für Wilson Tool, Salvagnini und Amada erhältlichen Werkzeughalter erlauben die Lagerung sowohl stehend als auch über Kopf, so dass kein Umdrehen der Werkzeuge mehr nötig ist. Der direkte, beidseitige Zugang erhöht die Arbeitssicherheit, da nicht über die Werkzeuge gegriffen werden muss. Integrierte Transporttaschen ermöglichen den schnellen Standortwechsel des Schrankes im Leerzustand mittels Hubwagen oder Gabelstapler.

Das Sortiment an fertig konfigurierten Schrank-Sets in verschiedenen Breiten, Tiefen, Höhen und Auszugskombinationen mit Traglasten bis 1.800 Kilogramm pro Auszug bietet das passende Format beispielsweise direkt an der Abkantpresse, der Stanzmaschine oder an einer zentralen Werkzeugausgabe.

Da anhand der technischen Möglichkeiten der Weg zur Integration in ein kundenspezifisches ERP-System nur eine logische Konsequenz darstellt, bietet Apfel mit seinem hauseigenen Entwicklerteam auch hier zahlreiche Lösungen zum Lager- und Ausgabecontrolling, zur Warenwirtschaft oder zur Vernetzung mit individuellen Betriebsabläufen. Den neuesten Anforderungen der Industrie 4.0 folgend geht Apfel mit der Verbindung von Lagerturm und Portalroboter den ersten Schritt in Richtung voll automatisierter Produktion. In der Entwicklung befindliche Systeme haben gezeigt, dass der LTL-Lagerturm schon in naher Zukunft als universelles, digital steuerbares Bereitstellungsmedium für die Roboterzufuhr von Maschinen eingesetzt werden kann.

Alle LTL-Lagerturmlösungen sind kurzfristig verfügbar und können innerhalb weniger Tage ausgeliefert und vom hauseigenen Montageteam im deutschsprachigen Raum installiert werden.

Erschienen in Ausgabe: 01/2019