AGB zerstören die Vertrauenskultur

Die Habermann-Gruppe schafft ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) ab und ersetzt sie durch Allgemeine Geschäftswerte (AGW). Diese bestehen aus fünf Regeln. Die Experten für gegenständliche Kommunikation möchten damit Vorbild für andere Unternehmen sein und ein Beispiel setzen in Sachen Geschäftsethik. Die Habermann-Gruppe, in der verschiedene Unternehmen rund um die Themen Werbemittel, Werbung und Marketing zusammengeschlossen sind, ist Mitglied der Ethik Society.

16. März 2016

AGB und andere Regelwerke sind aus Sicht der Inhaber Hendrik und Hartwig Habermann unethisch, weil sie Lösungen verhindern statt zu schaffen und faire Kommunikation unter Partnern erschweren. „Regelungen sind kein Ersatz für ein offenes Miteinander“, sagen sie.

Kritik an AGB

„AGB sind teuer, unnötig und zerstören die Vertrauenskultur. Sie fokussieren primär auf den Konflikt anstatt Kommunikation auf Augenhöhe in den Mittelpunkt zu rücken“, meint Hendrik Habermann. „AGB sind außerdem anfällig, unterliegen einem ständigen Wandel und schaffen mehr rechtliche Unsicherheit als Klarheit. Sie verlangsamen und verkomplizieren zudem Vertragsabschlüsse.“

Die gesetzlichen Regelungen des Bürgerlichen Gesetzbuchs und des Handelsgesetzbuchs reichten völlig aus und seien ohnehin für alle Akteure der Wirtschaft eine verbindliche Grundlage. „Den Rest können die Prinzipien des ehrbahren Kaufmanns regeln“, auf die sich die Habermann-Gruppe mit ihren fünf Kernsätzen ausdrücklich bezieht.

Fünf einfache Regeln

„Erstens: Sollte etwas nicht passen, sprechen wir darüber. Zweitens: Wir finden eine Lösung für das Kernproblem. Drittens: Wir gehen offen und ehrlich miteinander um. Viertens: Wir tun das, was sinnvoll ist und der Sache dient. Und fünftens: Wir handeln partnerschaftlich und mit Respekt.“ Mehr Regeln brauche es laut Habermann nicht. „Beide Seiten sollen sich auf diesen Modus einigen. Das ist besser für das Geschäft“, sagt er.

 

Um auch andere Unternehmer für einen solchen Sinneswandel zu begeistern und um für mehr Vertrauenskultur zu werben, möchte die Habermann-Gruppe zusammen mit der Ethik Society und anderen Organisationen zu einem Gesprächskreis einladen und eine bundesweite Bewegung initiieren. „Wir möchten Maßstäbe setzen“, so Habermann. „Wir setzen im eigenen Unternehmen das um, wovon wir draußen reden – das ist nur konsequent.“