„Älter als das Ulmer Münster“

Mit einem großen Festakt haben die Nachfolgegesellschaften der Schwäbischen Hüttenwerke, SHW Automotive, SHW Werkzeugmaschinen, SHW Bearbeitungstechnik, SHW Casting Technologies und SHW Storage & Handling Solutions GmbH gemeinsam ihre 1365 begonnene Firmengeschichte gefeiert. Was mit der Überreichung der kaiserlichen Schürfgenehmigung als „Eysenwerck“ begann, hat sich zu fünf Technologieführern mit teilweise globaler Bedeutung entwickelt.

27. Juli 2015
Mit dem feierlichen Einzug der SHW-Bergkapelle begann der Festakt zur 650-Jahr Feier von SHW. (Bild: © SHW, Jan Walford)
Bild 1: „Älter als das Ulmer Münster“ (Mit dem feierlichen Einzug der SHW-Bergkapelle begann der Festakt zur 650-Jahr Feier von SHW. (Bild: © SHW, Jan Walford))

Einen Bogen von der Eisengewinnung 1365 im „Eysenwerck“ bis zum aktuellen Top-Thema „Industrie 4.0“ spannten die Redner beim Festakt der SHW in Aalen-Wasseralfingen. 650 ereignisreiche Jahre mit Aufs und Abs galt es zu würdigen für die Nachfolgegesellschaften der Schwäbischen Hüttenwerke, SHW Automotive GmbH, SHW Werkzeugmaschinen, SHW Bearbeitungstechnik, SHW Casting Technologies sowie SHW Storage & Handling Services. Beim Festakt gratulierten EU-Kommissar Günther Oettinger, Ministerpräsident Winfried Kretschmann, der Zeithistoriker Professor Hermann Weber und Aalens Oberbürgermeister Thilo Rentschler zum Jubiläum des ältesten Industrieunternehmens Deutschlands.

Oettinger und Kretschmann loben Wandlungsfähigkeit

Stets seien es Innovationen gewesen, die den Erfolgsweg der Schwäbischen Hüttenwerke prägten, betonte Oettinger. Als EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft machte er den SHW-Unternehmen Mut, die nächste, die digitale Revolution, beherzt anzugehen. Denn Daten seien das Öl der Zukunft. Kretschmann lobte als Vertreter des Landes Baden-Württemberg, das von 1921 bis 2005 Miteigentümer der SHW war, die Wandlungsfähigkeit des Unternehmens sowie den Geist der Menschen in der Region, die mit Wissen, Kreativität und freiem Denken über Generationen hinweg eine beispiellose Unternehmensgeschichte geschrieben hätten. Innovation sei für den Südwesten historisch gesehen der Schlüssel zum wirtschaftlichen Aufstieg – und Innovation sei auch der Garant für den zukünftigen Erfolg Baden-Württembergs. Oberbürgermeister Rentschler und Prof. Weber hoben die Wichtigkeit aller SHW-Unternehmen über die Jahrhunderte hinweg für die Region um Aalen-Wasseralfingen hervor. Die Menschen der Region und SHW hätten sich zu allen Zeiten gegenseitig geprägt.

Neben den prominenten Festrednern feierten rund 250 geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zusammen mit Kunden und Geschäftspartnern der SHW-Unternehmen. Zuvor standen die Geschäftsführer und auch Gesellschafter der SHW-Nachfolgegesellschaften Vertretern der Fach- und Lokalpresse in einem Gespräch Rede und Antwort. In den Hallen der SHW Werkzeugmaschinen konnten die Pressevertreter anschließend noch die neuesten Maschinen und Technologien begutachten: so auch eine Jubiläumsmaschine, eine Unispeed 5, die mit Elementen der Originalurkunde sowie dem Wort „Eysenwerck“ verziert ist und als Sonderedition zu einem attraktiven Preis angeboten wird.

Festgäste feiern Urkundenverleihung von Karl IV

Eine – von Kaiser Karl IV (1316–1378) am 14. April 1365 ausgestellte – Urkunde erlaubte den Grafen von Helfenstein, auf ihren Besitzungen bei Heidenheim nach Eisenerz zu graben und die – zur Verhüttung erforderlichen – Einrichtungen zu erbauen. Dieses Nutzungsprivileg gilt als Grundstein der württembergischen Eisenhüttenindustrie und als Geburtsstunde der Schwäbischen Hüttenwerke (SHW). In den darauf folgenden 650 Jahren schließt sich eine einzigartige und beispiellose Firmengeschichte an. Das immerwährende Streben nach Technologie- und Qualitätsführerschaft gehört seit der Gründung im Jahr 1365 zur DNA der SHW.