Absicherung für Manager

Wo gearbeitet wird, passieren Fehler. Nicht nur die Chefs großer DAX-Konzerne, auch Führungskräfte in kleinen und mittleren Betrieben können bei Fehlentscheidungen mit ihrem Privatvermögen haften. Welchen Risiken Manager ausgesetzt sein können und welche Möglichkeiten es gibt, sich vor den Folgen der Haftung zu schützen, weiß der Experte Michael Staschik der Nürnberger-Versicherung.

13. März 2019
Absicherung für Manager
(Bild: Clip Dealer)

Wer genau haftet?

Führungspositionen in Unternehmen aller Größenordnung sind einer großen Verantwortung ausgesetzt. Immer komplexere Prozesse und betriebliche Zusammenhänge erhöhen die Gefahr, Fehler zu machen. Die Schäden können oft in die Millionen gehen. Geschäftsführer, Aufsichtsräte oder Vorstände haften unter Umständen mit ihrem Privatvermögen – doch auch leitende Angestellte können zur Rechenschaft gezogen werden, wenn sie dem Unternehmen schaden.

Dennoch unterschätzen viele Entscheidungsträger diese Gefahr. Erschwerend kommt hinzu, dass neue Gesetze die Haftungssituation für Unternehmensleiter in den vergangenen Jahren verschärft haben. „Es spielt übrigens keine Rolle, ob das Unternehmen eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung, inhabergeführt oder eine Aktiengesellschaft ist“, ergänzt Staschik von der Nürnberger-Versicherung.

Wofür und wem gegenüber haften Führungskräfte?

„Manager haften für alle Tätigkeiten, die in ihrem Verantwortungsbereich liegen“, erläutert Staschik. „Das kann ein Formfehler sein, das Übersehen eines Fehlers eines Mitarbeiters oder eines Termins.“ Wem gegenüber die Haftung gilt, hängt davon ab, wer geschädigt wird: Trifft der Schaden das Unternehmen oder die Aktiengesellschaft selbst, so spricht man von einer Innenhaftung.

Erwirbt beispielsweise der Leiter des Einkaufs Waren zu überteuerten Preisen, kann die Gesellschaft von ihm Schadenersatz in Höhe der Differenz verlangen. Die Außenhaftung betrifft Forderungen von Kunden, Lieferanten, Geschäftspartnern, anderen Unternehmen, aber auch von Mitarbeitern oder Behörden.

Stellt zum Beispiel ein Geschäftsführer trotz drohender Zahlungsunfähigkeit nicht rechtzeitig einen Insolvenzantrag, so haftet er persönlich für alle Zahlungen, die nach dem Eintritt der Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung anfallen. Die Haftung umfasst auch Entscheidungen, die bereits Jahre zurückliegen, aber im Zuge des Verkaufs des Unternehmens, einer Unternehmensnachfolge oder einer Insolvenz zu Tage treten.

Was bringt eine D&O-Versicherung?

Schutz vor solchen Haftungsfällen bietet eine Directors&Officers (D&O)-Versicherung. Sie entspricht in etwa einer Vermögensschadenhaftpflichtversicherung: „Meist schließt das Unternehmen den Versicherungsvertrag für das Management oder einzelne Mitarbeiter aus der Führungsetage ab und übernimmt die Beiträge“, so Michael Staschik. Jeder Entscheidungsträger kann jedoch auch für sich eine D&O-Police abschließen und die Beiträge selbst bezahlen.

Automatisch sind Ehegatten, eingetragene Lebenspartner, Pfleger, Betreuer, Nachlassverwalter oder Erben abgesichert. Das kann relevant sein, wenn potentielle Schadensforderungen erst Jahre später aufkommen. Wichtig: Die Police sollte die sogenannte Rückwärtsversicherung enthalten: „Sie übernimmt die unbegrenzte Deckung für Entscheidungen in der Vergangenheit“, betont Staschik.