50 Jahre Sinumerik

50 Jahre/Untenehmen

Mit der Sinumerik brachte Siemens 1960 die weltweit erste industrietaugliche NC (Numerical Control) auf den Markt und erhöhte damit Produktivität und Flexibilität von Fertigungsprozessen.

07. Dezember 2010

Als einer der wichtigsten europäischen Elektroausstatter des Maschinenbaus brachte Siemens 1960 die erste industrietaugliche NC unter dem Namen ›Sinumerik‹ auf den Markt. Auf Basis diskreter elektronischer Bauelemente wurde die erste Bahnsteuerung entwickelt. Kurz danach folgte mit den Sinumerik-Versionen 200 und 300 die Steuerung für die Bearbeitungstechniken Drehen, Fräsen, Schleifen und Nibbeln sowie für elektrohydraulische Antriebe.

1973 wurde mit Sinumerik 500C die erste CNC (Computerized Numerical Control) eingeführt, jedoch zunächst nur für Dreh- und Fräsanwendungen. Durch preisgünstige Mikroprozessoren beschleunigte sich die Entwicklung. Siemens konnte dadurch Mitte der 1970er-Jahre erstmals eine DNC-Vernetzung für durchgängige Programmverwaltung und -übertragung anbieten. Bereits drei Jahre später gab es mit Sinumerik-System 8 eine mehrkanalfähige CNC mit integrierter Speicherprogrammierbarer Steuerung (SPS). Sie eignete sich für Dreh- und Fräsbearbeitungen sowie für Bohr- und Nibbelmaschinen. Parallel entstand die Sinumerik Primo, eine kompakte CNC in Schuhkartongröße mit schleifspezifischen Funktionen.

Bereits 1981 präsentierte Siemens mit Sinumerik-System 3 eine CNC mit anwendungsspezifischer Bedienoberfläche und Grafikfunktionen zum Programmieren. Ab Mitte der 1980er-Jahre bestimmte das Prinzip der ›Offenheit‹ die weiteren CNC-Generationen, wie etwa die Sinumerik 810 und 820: Maschinenhersteller konnten seitdem ihre eigene Bedienoberfläche projektieren und um individuelle Bausteine wie Bilder oder Menübäume ergänzen. Etwa zehn Jahre später führte Siemens mit der Sinumerik 840D eine CNC für den oberen Leistungsbereich ein. Sie verfügt über digitale Antriebskopplung und offenen NC-Kern und erlaubt es, Softwarekomponenten in die CNC zu integrieren.

Die Grafik hält Einzug

Ab 1996 bot Siemens die erste CNC-integrierte Sicherheitslösung mit ›Sinumerik Safety Integrated‹ an. Ein Jahr später wurden die werkstattorientierten, grafischen Programmieroberflächen ›Shopmill‹ und ›Shopturn‹ vorgestellt, mit denen Werkstücke über eine grafische Bedienoberfläche sehr leicht programmiert werden konnten. Um die Produktivität von Maschinenherstellern und -anwendern zu erhöhen, erweiterte Siemens sein Angebot um webbasierendes Condition Monitoring und Mechatronik Support für Maschinensimulation und virtuelles Prototyping.

Noch mehr Achsen im Griff

2005 präsentierte Siemens die offene und innovative CNC Sinumerik 840D sl für 31 Achsen sowie Sinumerik 802D sl für Dreh- und Fräsmaschinen im unteren und mittleren Leistungsbereich. Kurz darauf konnte Siemens Lösungen für die gesamte CAD/CAM/CNC-Prozesskette zur effizienten Bearbeitung von Werkstücken anbieten. Auf der Werkzeugmaschinenmesse Emo präsentierte Siemens 2009 neben der Kompakt-CNC Sinumerik 828D auch die Bedienoberfläche Sinumerik Operate sowie das Technologiepaket Sinumerik M-Dynamics für Fräsanwendungen.

Uwe Häberer, Leiter Werkzeugmaschinen bei der Siemens-Division Drive Technologies: »Siemens bedient den weltweiten Maschinenbau als anerkannter Partner über den gesamten Maschinen- und Produktlebenszyklus. So können Maschinenbediener bei uns Trainings und Schulungen absolvieren. Eigens für den nötigen Technologietransfer haben wir vor drei Jahren ein eigenes Technologie- und Applikationscenter in Erlangen mit modernsten Werkzeugmaschinen eingerichtet.«

Erschienen in Ausgabe: 04/2010