400-Millimeter-Kreismesser prüfen

Hohe Präzision, geringe Gratbildung und saubere Schnittflächen sind in Metallbändern und -blechen unerlässlich für die Funktionalität. Messsysteme erlauben zwar Qualitätsanalysen, jedoch nur für kurze Stichproben. Bei großen Kreismessern bleiben Fehler oft unbemerkt. Um hier für eine höhere Zuverlässigkeit zu sorgen und unbrauchbare Chargen zu vermeiden, stellt Burghardt + Schmidt zusammen mit Focalspec auf der Blechexpo ein Messgerät für Teststücke bis 1.350 Millimeter Länge vor. Das entspricht dem Umfang eines Kreismessers mit 400 Millimeter Durchmesser.

29. Oktober 2015

Das neue Messgerät gehört zur EP300-Reihe und basiert auf derselben Technik wie die Variante für 250 Millimeter lange Proben. Im Lateral-Chromatic-Imaging-Verfahren (LCI) werden spezielle Lichtspektren erzeugt und auf den Schnittbereich gerichtet. Hier werden sie von den feinen Strukturen im Metall reflektiert. Anhand der dominanten Wellenlängen lassen sich die konkreten Höhenunterschiede ermitteln. Die Präzision liegt bei unter einem Mikrometer, die Auflösung beträgt 2,2 mal 20 Mikrometer. Ein Vorteil ist, dass das Band während des Vorgangs nicht berührt wird. Äußere Beeinträchtigung werden so vermieden. Auch muss die Probe für die Messung nicht gesondert vorbereitet werden, so dass der Qualitätsstandard einfach und frühzeitig in der Produktion kontrolliert werden kann.

Lineare Führung des Messkopfs

Um eine gleichmäßige Bewegung der Messeinheit über die ganze Länge sicherzustellen, ist das gesamte System auf einem stabilen Aluminiummesstisch montiert. Der federnd gelagerte, höhenverstellbare Messkopf wird mittels Linearführung elektromotorisch verfahren, wobei das Führungssystem auf der Unterseite des Tisches angebracht und durch eine Abdeckplatte geschützt ist. Das verhindert Blockaden und Unregelmäßigkeiten durch Verschmutzungen und sorgt für eine hohe Messqualität. Für optimale Bedingungen empfiehlt Burghardt + Schmidt zusätzlich die Aufstellung des Geräts in einem Sauberraum.

Das System umfasst zwei separate Aufnahmevorrichtungen für Bandproben, wovon eine auf die Messung von Schnittgrad und Kantenabfall und die andere auf die Untersuchung der Schnittfläche ausgelegt ist. Die Kalibrierung der LCI-Einheit erfolgt jeweils automatisch anhand eines integrierten Referenzprüfkörpers. Die Verfahrgeschwindigkeit des Messkopfes liegt bei rund 50 Millimeter pro Sekunde: Eine Probe mit Maximallänge kann innerhalb von 30 Sekunden vermessen werden. Dabei wird pro Millimeter ein Profil mit einer optischen Breite von vier Millimeter erstellt, so dass sich ein detailliertes Bild der Schnittkante ergibt.

Automatisierte Erstellung von Reports

Aus den erfassten Informationen werden automatisiert Messprotokolle, Grafiken und Reports generiert, die sich direkt am Gerät speichern und wiedergeben lassen. Ebenso können die Daten auch im CSV- oder PDF-Format zur weiterführenden Analyse an einen externen Datenspeicher übertragen werden. Die möglichen grafischen Darstellungsformen reichen von Schnittgradprofilen am Messpunkt oder auf gesamter Länge über Profile des Kanteneinzugs und der Schnittfläche bis zur 3D-Abbildung der Oberfläche um den Schnittverlauf. Auf diese Weise ermöglicht das größere EP300-Messgerät, alle Fragen rund um die Schnittqualität anhand eindeutiger Bilder und Berichte zeitnah und für den kompletten Messerumfang zu beantworten.