3D-Lösungen für Stahlkonstruktionen

Neben Standard-Blechbearbeitungsmaschinen bietet Microstep Anlagen für die Bearbeitung von 3D-Objekten in verschiedensten Formen. Zu den 3D-Objekten zählen kreisförmige, quadratische und rechteckige Hohlprofile, Rundrohre, Behälterböden und Winkelstücke.

09. August 2019
3D-Lösungen für Stahlkonstruktionen
Mit der ›Profilecut‹-Baureihe können flexible Konturen an Trägern angebracht werden. (Bild: Microstep)

Die Standardkonfiguration einer kombinierten Blech-Rohrschneidanlage von Microstep besteht aus einem Schneidtisch für Bleche und einem separaten Kanal für die Rohrpositionierung, der entlang der Längsseite des Tisches angeordnet ist. Die zu bearbeitenden Rohre werden in einer Rohrschneidvorrichtung eingespannt, die sich an einem Ende des Kanals befindet.

Der Schneidprozess kombiniert mehrere Schritte: Die mit dem Portal synchronisierte Rohrschneidvorrichtung dreht das Werkstück präzise in die passende Position, um es mit den 2D- und 3D-Werkzeugen bearbeiten zu können. Zum Einspannen von Polygonprofilen oder Bögen können spezielle Adapter an die Rohrschneidevorrichtung angebracht werden. Zum Schneiden von Behälterböden kann ein separater Schneidtisch an einem Ende der Schneidanlage integriert werden.

Schneiden von Baustahlprofilen

Für Anwendungen in der Stahlbauindustrie entwickelt Microstep Anlagen, die beispielsweise auf das Schneiden von Baustahlprofilen oder das automatisierte Schneiden und Bohren von Flanschteilen spezialisiert sind. Diese Maschinen können in verschiedenen Ausführungen geliefert werden, je nach Art und Größe des verarbeiteten Materials oder den Anforderungen an die Automatisierung der Materialzuführung und/oder Teileausgabe.

Als reine CNC-Maschinen zur Bearbeitung von Rohren und Profilen hat Microstep die Schneidanlagen ›Pipecut‹ und ›CP-Cut‹ gebaut. Beide Systeme sind modular aufgebaut, können somit für spezielle Anforderungen der Kunden konfiguriert werden. Die Pipecut, die für Bearbeitungslängen von drei, sechs oder zwölf Metern ausgelegt werden kann, verarbeitet Rohre mit Durchmessern von 50 bis 800 Millimetern. Die maximale Wandstärke beträgt beim Plasmaschneiden 50 Millimeter und beim autogenen Brennschneiden 100 Millimeter. CP-Cut-Maschinen können sogar Rohre mit 2.000 Millimeter großen Durchmessern verarbeiten.

Zum Schneiden offener Profile wie I-, H-, U- oder L-Profilen hat Microstep eine Baureihe mit einer speziellen 3D-Kinematik entwickelt – die ›Profilecut‹ –, die den Schneidbrenner über dem Profil positioniert. Während des Schneidvorgangs ist das zu bearbeitende Profil bewegungslos, während sich ein 3D-Schneidkopf mit einer einseitigen Neigfähigkeit von 120 Grad sowohl in Längs- als auch in Querrichtung um das Profil bewegt.

Bleche, Rohre und Profile auf einer Anlage

Die Profilecut kann zudem um eine Werkzeugstation zum Bohren, Senken und Gewinden inklusive automatischem Werkzeugwechsler sowie um verschiedene Markiereinheiten erweitert werden. Die Genauigkeit des Schneidergebnisses wird durch ein innovatives System gewährleistet: Die Rohrschneidvorrichtung dreht das Profil in Position, ein am Portal installierter Laserscanner erfasst die Oberflächengeometrie im Schneidbereich des Werkstücks.

Die 3D-CAM-Software ›M-CAM‹ errechnet auf dieser Grundlage die produktionsbedingten Abweichungen des Halbzeugs zur Idealkontur, und kompensiert dann die Abweichungen über eine Anpassung der Schneidparameter und Schneidpfade. Das führt zu einer Verbesserung der Schnittqualität.

Zusätzlich zum Schneiden offener Profile können Profile-Cut-Anlagen auch mit weiteren Schneidzonen, etwa zum Bearbeiten von Hohlprofilen oder einem Brennschneidtisch zur Blechbearbeitung wie auf einer Standard-Flachbettmaschine kombiniert werden – alle am Portal integrierten Schneidwerkzeuge können somit für Bleche, Rohre und Profile verwendet werden.

Dieses Konzept macht die Profilecut zu einer vielseitigen Schneidlösungen für Stahlkonstruktionen. Zur Automatisierung des Materialflusses – egal ob Bleche, Hohlprofile oder offene Profile – bietet Microstep Lösungen mit speziellen Fördersystemen und Greifarmen. Zudem können auch Technologien zur Überprüfung der geschnittenen Bauteile oder eine Anbindung an ein Maschinenverwaltungssystem wie Microsteps ›MPM‹ realisiert werden.