30 Schweißroboter von einem Anbieter

Mit der Investition in Schweißroboter von Panasonic Robot & Welding rüstet sich die A.I.T. Metallbearbeitung GmbH & Co. KG für die Zukunft.

29. November 2016

Die A.I.T. Metallbearbeitung GmbH & Co. KG wurde 1990 im Südschwarzwald gegründet. Mit 200 Mitarbeitern in Deutschland und Tschechien werden täglich 400.000 Biegeteile und 16.000 geschweißte Drahtrahmenkonstruktionen gefertigt. Als Automobilzulieferer liegt der Fokus des Unternehmens auf der Produktion von Metallrahmen für den Sitzbereich.

„Mit unseren Drahtrahmenkonstruktionen sind wir führend in Europa – nicht zuletzt wegen unserer fairen Preise sowie unsere Funktion als Entwicklungspartner für die Maschinen- und Verbindungstechnik“, betont Peter Schwind, Vertriebsleiter von A.I.T.

Karl-Heinz Pfau, Geschäftsführer der A.I.T. Metallbearbeitung, ergänzt: „Unsere Halle umfasst mehr als 60 CNC-Draht-Biegemaschinen. Das ist auf dem internationalen Markt selten. Und mit 30 Panasonic-Schweißrobotern sind wir bestens für die Zukunft ausgestattet. Biegen und Schweißen können wir.“

Punktschweißen ist nicht gleich Punktschweißen

Das Schweißen eines Drahtrahmens birgt viele Herausforderungen für den Schweißprozess: Der Draht weist eine gekrümmte Geometrie auf, was dazu führt, dass der Schweißkontakt nicht immer an der gleichen Stelle entsteht. Der Anspruch ist, auf einer zehn Millimeter großen Zündfläche eine hervorragende „Schweißnaht“ zu erzielen und gleichzeitig die Schweißposition durch Roboter zügig zu erreichen.

Pfau hierzu: „Wenn wir schweißen, entstehen kleine Schweißpunkte, kein Punktschweißen in dem Sinne. Diese Tatsache muss Schweißroboterherstellern bei unserem Produkt klar sein. Bei großen Flächen zweier Blechapplikationen lässt sich der Schweißroboter ausfahren und er kann in puncto Schweißgeschwindigkeit und einer hervorragenden 150 Millimeter Schweißnaht zeigen, was er kann. Das ist aber nicht unser Bestreben und Panasonic hat das erkannt.“

Inhouse-Schweißvorführungen

Viele Anbieter in der Produktionshalle, zwischen Industrieroboter- und Schweißstromquellenhersteller, führte zu einer Umorientierung des Schweißbereiches des Schwarzwälder Unternehmens. So ließ sich Schwind auf einer Schweißmesse von der Kompetenz Panasonics überzeugen: „Panasonic hat mich positiv überrascht. Hellhörig wurde ich, als ich sah, dass Panasonic ein normales und ein verbogenes Blech mit dem identischen Schweißprogramm gleichermaßen hochwertig schweißen kann.“

Schweißtests und Vorführungen im technischen Schweißzentrum von Panasonic in Neuss überzeugten A.I.T. So wurden 30 Drahtsitzrahmen für einen Premium-Automobilkunden hintereinander ohne jeglichen Fehler mit dem SP-MAG Prozess geschweißt. Das Ergebnis: filigrane Schweißpunkte. Mit der Tawers-Technik, die eine Fusion von Roboter, Schweißstromquelle und Robotersteuerung darstellt, erhielt A.I.T. eine neuartige Lösung in seiner Produktion.

30 Schweißzellen, 30 Roboter und ein Ansprechpartner

Die Kunden von A.I.T. erwarten eine Null-Fehlerquote. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, setzt das Unternehmen nicht nur auf B2B-Lösungen in der eigenen Produktionshalle, sondern auch auf den effizienten Einsatz der eigenen Ressourcen. Durch das „Alles-von-einem-Hersteller“-Paket von Panasonic Robot & Welding muss sich A.I.T. mit nur einem Ansprechpartner auseinandersetzen.

„Der Kommunikationsaufwand mit unterschiedlichen Anbietern hat uns Zeit geraubt. Die steht uns jetzt für andere Dinge zur Verfügung“, gibt Pfau an. Auch die eigenen Mitarbeiter sind mit der Tawers-Technik und dem Rund-Um-Paket von Panasonic zufrieden. Durch eine vereinfachte Bedienungsmaske des Handprogrammiergeräts lässt sich das Schweißprogramm zügig und einfach erstellen: „Die Programmierzeiten haben sich stark reduziert“, so Schwind.

So funktioniert das Kurzlichtbogen-Schweißverfahren

Bei der Analyse wurde das SP-MAG-Verfahren als Lösung in Verbindung mit entsprechender Anlagentechnik ausgewählt. Das SP-MAG-Verfahren zeichnet sich durch die gute Kontrollierbarkeit bei hoher Lichtbogenkonstanz und niedrigen Leistungen aus. Die reduzierte Wärmeeinbringung rundet das Ergebnis ab. Dabei werden unnötige Spritzer während des Schweißens deutlich reduziert und eine nachgelagerte, kosten- und zeitintensive Bearbeitung am Material vermieden.

A.I.T. entschied sich in seinen ersten Investitionen 2010 für einen Robotertyp der Panasonic-TA-Serie. Mit den TA-1400-Robotern deckte das Unternehmen die bisher nötigen Reichweiten für die Vorrichtungen der Applikationen ab. Zunehmend werden immer größere Vorrichtungen in die Produktionskette mit eingebettet, was in einer Anschaffung eines Schweißroboters mit 1.600 Millimeter Reichweite aus der neuen TM-Familie resultierte.

Dabei entschied sich das Unternehmen für ein integriertes Schlauchpaket, bei dem Draht- sowie Stromkabelzuführung durch den Roboterarm hindurchgeführt werden. Dieses Schlauchpaket bedient den Anspruch der schnellen Bewegung des Roboters aufgrund der vorliegenden Schweißaufgabe. So dürfen die Zuführungen den zügigen Schweißprozess der Punkte nicht behindern oder gar stören. Durch das Innenliegen aller Zuleitungen erreicht der TM-Brenner einen Arbeitsradius von fast 360 Grad.