30 Jahre jung

Und was planen Sie?

Der IT-Spezialist SPI feierte Ende letzten Jahres den 30. Geburtstag – für ein Software-Haus ein stolzes Alter. Einige Fragen an Geschäftsführerin Jeanette Rouvel.

08. Juni 2011

Zu unserem Bestehen über eine so lange Zeit trägt sicher die ›Philosophie‹ der Gründer bei, die in die Aussage mündet: »Auf einem Bein kann man schwer laufen.« Das bedeutete, SPI von Beginn an sowohl im technischen – heute nennen wir diese Sektion ›CAD Solutions‹ – als auch im kommerziellen Bereich – heute ›Business Solutions‹ – aufzustellen. Vor allem aber: Für SPI war und ist immer eine vertrauensvolle Beziehung zum Kunden entscheidend. Wir wollen mit unseren Leistungen langfristige Partnerschaften begründen.

Wo sehen Sie in Zukunft Ihre Chance? Als CAD-Reseller oder in der Weiterentwicklung eigener Produkte?

In beiden Bereichen. Unsere Aufgabe als SolidWorks-Reseller ist gerade deswegen so interessant, weil wir hier mittlerweile ein breites Portfolio anbieten können, das unter anderem PDM-Lösungen, Software zur konstruktionsbegleitenden Analyse und ein starkes Werkzeug zur technischen Dokumentation einschließt. Wir werden aber auch unsere Software für die Blech verarbeitende Industrie kontinuierlich weiterentwickeln und haben unsere Mannschaft hierfür in den letzten Jahren ebenfalls aufgestockt. Schließlich haben wir hier einen Ruf als Marktführer zu behaupten.

Wie stellen Sie sich künftig als CAD-Reseller auf?

Man muss sich von anderen Anbietern unterscheiden. Wir behalten darum den Anspruch, dass es für die genannten Bereiche auch jeweils eine eigene Abteilung für die Software-Entwicklung gibt. Auf diese Weise können wir unterschiedliches Know-how bündeln, was in vielen Projekten von Vorteil ist. Wir bieten so auch Lösungen, für die sich der Kunde sonst womöglich zwei Anbieter ins Haus holen müsste. Welche Problematik das birgt, wird mancher EDV-Leiter aus eigener Geschichte kennen. Mit unserer Kampagne ›Check-IT-Up‹ bieten wir unseren Anwendern jetzt Produktivitäts-Workshops an. Wir analysieren wie und mit welcher Software die Betriebe ihre täglichen Aufgaben angehen. Unser Analysereport zeigt dann explizit Optimierungspotentiale auf. Natürlich auch, wie man diese nutzt und sinnbringend umsetzt. Wir möchten erreichen, dass die Möglichkeiten, die unser Portfolio bietet, erkannt und genutzt werden. Oft lässt sich doch manche Aufgabe mit den entsprechenden Tools und dem dazugehörigen Know-how bewerkstelligen ohne kostenproduzierende externe Dienstleister dafür zu beauftragen. CAD bietet dem Anwender eben viel mehr, als mancher gemeinhin zu wissen glaubt.

Wo sehen Sie SPIs Alleinstellungsmerkmal als Software-Entwickler?

Auch ausgereifte CAD-Systeme der großen Anbieter können und wollen nicht jede Anforderung abdecken. Darum arbeiten diese ja auch mit Entwicklungspartnern wie der SPI zusammen. Wir bemühen uns jederzeit, uns in den Anwender hineinzudenken. CAD-Konstrukteuren geht es bei Blech natürlich um das Abwickeln komplexer Blechteile und das Erzeugen der fertigungsgerechten Abwicklung. Oft erhalten solche Betriebe Konstruktionsdaten vom Kunden. Die Nutzung importierter Daten kann zu Problemen führen, wenn etwa die Blechdicke der Bauteile nicht konstant ist. SPI unterstützt den Anwender in solchen Zusammenhängen, weil verschiedene Toleranzoptionen eingestellt werden können. Auch wenn andere Programme hier keine Lösung finden, das bestätigen uns unsere Kunden immer wieder. Die scharfkantige Konstruktion ist eines der Alleinstellungsmerkmale unserer Software. Mit dieser Methode werden die Modelle einfacher, die Zeichnungsableitung übersichtlicher und das Datenvolumen geringer. Darüber hinaus zeichnet sich unsere Software durch eine Vielzahl von produktivitätssteigernden Funktionen für die Blechkonstruktion aus. Etwa die Möglichkeiten, auch bestimmte Freiformflächen fehlerfrei abzuwickeln, die sich bei gelofteten Teilen ergeben. Außerdem geht es darum, die Maschinenkommunikation im Sinne einer Prozesskette zu realisieren. Etwa durch die Schnittstellen zu Delem- oder Cybelec-Steuerungen sowie die bidirektionale Kopplung zur Trumpf-Maschinensteuerung. So werden verfügbare Stanz- und Formwerkzeuge sowie Biegewerkzeuge mit allen hinterlegten Biegedaten bereits während der Konstruktion berücksichtigt.

Was zeichnet die neueste Version Ihrer Blech Software aus?

Ganz neu - und begeistert aufgenommen worden - ist der SPI Komponenten Manager, den wir seit 2010 mit unserer Sheetmetalworks-Software ausliefern. Mit ihm lassen sich wiederkehrende Komponenten einfach aufrufen, die erforderlichen Parameter eingeben und die so definierten Teile einbauen. Bei Blechteilen lässt sich begleitend direkt die Abwicklung generieren. Zusätzlich kann der Konstrukteur die Vorlagen modifizieren und die Bibliothek um eigene Komponenten ergänzen. Im Baugruppenkontext steht in der aktuellen Version ein neues Kommando zur Verfügung, mit denen alle Blechteile in der aktuellen Baugruppe abgewickelt werden können. Dabei werden die jeweiligen Materialdaten und Abwicklungsparameter verwendet, die den einzelnen Teilen zugeordnet sind. Das Abwicklungsziel kann dann entweder für alle Komponenten gemeinsam umgesetzt werden, oder aber es wird das jeweilige Abwicklungsziel genommen, das für die einzelnen Teile definiert wurde.

Was hat SPI sich für die nächsten Jahre vorgenommen?

Unser Ziel ist und bleibt es, langfristige, partnerschaftliche Beziehungen aufzubauen und zu erhalten – zu Kunden und Mitarbeitern! Unser Credo lautet: Lust auf Leistung. Vertrauen in Verantwortung. Wir wollen unsere Kunden durch Kompetenz überzeugen. Durch die engere Vernetzung der Geschäftsbereiche CAD und Business Solutions können wir künftig ein nochmals erweitertes Lösungsspektrum bieten. Zugleich werden wir unseren Service ständig verbessern. Wir schaffen dies durch laufende Qualifizierung unserer motivierten Mitarbeiter. Wir wollen in allen Bereichen unseres Systemhauses wachsen – beim Vertrieb des CAD Systems Solidworks genauso wie im Bereich Consulting und Schulung sowie der Softwareentwicklung. Mit der Gründung einer Niederlassung in Münster in 2010 und einer weiteren Niederlassung in Greifswald 2011 und unseren zusätzlichen Schulungsstandorten in Berlin, Bremen und Hannover, unterstreichen wir diesen Anspruch. Folglich werden wir auch in puncto Manpower wachsen. Wir suchen ständig Menschen mit Drive und Ideen, die unser Team bereichern möchten!

Thomas Mavridis

Erschienen in Ausgabe: 03/2011