24. FEBRUAR 2018

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Energieverbrauch bedingt Steuererleichterung


Unternehmen in Deutschland müssen ab sofort eine verbesserte energiebezogene Leistung nachweisen, um steuerliche Vorteile geltend zu machen. Steffen Nölck, Produktmanager für Energie-und Umweltmanagementsysteme bei TÜV Nord, erläutert, welche Auswirkungen das auf Betriebe hat.

Seit Oktober 2017 ist die Akkreditierung der Zertifizierungsstellen im Bereich Energiemanagementsysteme auf die internationale Akkreditierungsnorm umgestellt.

Zertifizierungs- und Re-Zertifizierungsaudit
Das hat Folgen für Unternehmen: Künftig müssen diese die „Leistungsfähigkeit des Energiemanagementsystems“ durch eine kontinuierliche Verbesserung der energiebezogenen Leistung nachweisen. Sie setzt sich zusammen aus messbaren Ergebnissen bezüglich Energieeffizienz, Energieeinsatz und Energieverbrauch. Die Dokumentation können Betriebe bei jedem Zertifizierungs- und Re-Zertifizierungsaudit vornehmen.

Bisher reichte es aus, ein funktionsfähiges Energiemanagementsystem nachzuweisen. „Das allein genügt jetzt nicht mehr. Die Verbesserung der energiebezogenen Leistung gegenüber der Ausgangsbasis wird durch die neue Norm essenziell für den Zertifizierungsprozess“, erklärt Nölck. Geprüft wird die Leistung im Drei-Jahres-Zyklus. Auf die anfängliche Erstzertifizierung folgt alle drei Jahre eine Re-Zertifizierung. Dazwischen finden jährliche Überwachungsaudits statt.
 
Produzierende Unternehmen betroffen
Betroffen sind insbesondere Unternehmen des produzierenden Gewerbes, die im Rahmen des Spitzenausgleichs oder der Umlagebegrenzung im Erneuerbare-Energien-Gesetz Anträge stellen. Zudem gilt die Regelung für alle großen Unternehmen, die ein Energiemanagementsystem betreiben.
 
Bereits seit der Einführung des Energie- und Stromsteuergesetzes 2013 sind bestimmte Steuererleichterungen für Unternehmen an die Verbesserung der Energieeffizienz gekoppelt. Neu ist, dass diese Steuererleichterungen und -rückzahlungen an eine verbesserte energiebezogene Leistung gebunden sind. „So soll bei Unternehmen der Anreiz erhöht werden, ihre Energieeffizienz kontinuierlich zu steigern und auch von den tatsächlich gesparten Energiekosten zu profitieren“, sagt Nölck.

Geänderte Kompetenzanforderungen
Um ein Energiemanagementsystem zu betreuen, muss das Unternehmen einen Energiemanagementbeauftragten und gegebenenfalls ein Energiemanagementteam benennen. Ihre Aufgabe ist es, transparent zu zeigen, wie sich die energiebezogene Leistung entwickelt.

Der Beauftragte und die Teammitglieder müssen Fachkompetenzen haben, etwa über Normen oder darüber, wie Energieeffizienzkriterien festgelegt und Effizienzmaßnahmen umgesetzt und beurteilt werden. Darüber hinaus sind methodische, organisatorische und technische Fertigkeiten grundlegende Voraussetzungen. Diese können durch die bisherige Berufsausbildung oder durch weiterbildende Maßnahmen erworben worden sein, wie sie die TÜV-Nord-Akademie anbietet.

Datum:
26.01.2018
Unternehmen:
Bilder:
TÜV Nord

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