24. MAI 2018

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Umformen und Fügen von in einem Schritt


Prof. Dr. Bernd-Arno Behrens, Dr. Sven Hübner und Masood Jalanesh vom IFUM haben für ein neu entwickeltes Werkzeugsystem den Otto-von-Guericke-Preis erhalten. Im Werkzeug sind die Prozessschritte Tiefziehen, Fügen und Kalibrieren vereint.

Für die Herstellung von Blechbauteilen ist das Tiefziehen das am weitesten verbreitete Fertigungsverfahren. Für die weitere Verarbeitung waren bisher einzelne Prozessstufen erforderlich: So benötigten Schalldämpfer im Abgasbereich von Verbrennungsmotoren bisher fünf Schritte, bis die gewünschte Baugruppe verschweißt und einsatzbereit war.

Im Rahmen eines Projekts der industriellen Gemeinschaftsforschung, das von der Europäischen Forschungsgesellschaft für Blechverarbeitung (EFB) koordiniert wurde, haben drei Wissenschaftler vom Institut für Umformtechnik und Umformmaschinen (IFUM) der Leibniz Universität Hannover diesen mehrstufigen Prozess so optimiert, dass die verschiedenen Prozessschritte in einem einzigen Schritt zusammengeführt werden können.
 
Auszeichnung für Werkzeugsystem
Prof. Dr. Bernd-Arno Behrens, Dr. Sven Hübner und Masood Jalanesh vom IFUM wurden dafür mit dem Otto-von-Guericke-Preis der AiF ausgezeichnet. Der Preis wird einmal im Jahr für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der industriellen Gemeinschaftsforschung vergeben und ist mit 10.000 Euro dotiert.
 
Das neue Werkzeugsystem kann in jeder konventionellen Presse verwendet werden und ermöglicht ein extrem schnelles Ergebnis: Tiefziehen, Fügen und Kalibrieren von Baugruppen dauern nur drei Sekunden bei 50 Prozent weniger Kosten. Zudem ist das Verfahren hochpräzise und kann beispielsweise für Baugruppenfertigung in der Elektromobilität verwendet werden. Dank der Ergebnisse können Alltagsgegenstände und Zulieferteile für die Automobilindustrie schneller und günstiger hergestellt werden. 
 
Spritzerfreies Buckelschweißen
Bevor das neue Verfahren gelingen konnte, mussten die Ingenieure eine schwierige Hürde nehmen: Schweißprozesse sind nicht vollständig spritzerfrei und verhinderten dadurch bislang eine Integration ins Umformwerkzeug. „Jetzt ist es uns gelungen, das Buckelschweißen spritzerfrei weiterzuentwickeln und direkt in die Ziehstufe zu integrieren.“, freut sich Hübner. „Endlich können wir alle Prozessoperationen in einem Werkzeug vereinen.“

„Unser Unternehmen war von Anfang an im projektbegleitenden Ausschuss mit viel Elan engagiert. Für mich als mittelständischen Unternehmer bedeutet das optimierte Verfahren einen großen Wettbewerbsvorteil. Nicht nur das Einsparpotenzial, auch das weite Anwendungsgebiet begeistert mich.“, betont Ralf Bothfeld, Geschäftsführer von Harms & Wende. EFB-Geschäftsführer Dr. Norbert Wellmann ergänzt: „Die Erkenntnisse lassen sich auf weitere Prozessschritte übertragen.“

Datum:
24.01.2018
Unternehmen:
Bilder:
AiF
IFUM
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