21. FEBRUAR 2018

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Perspektive 2020


Innentitelstory

Wer schnell wachsen will, kommt mit den alten Strukturen meist nicht mehr weit. Der Lager-, Logistik- und Automationsspezialist STOPA wächst schnell, zuletzt durchschnittlich zehn Prozent in den letzten drei Jahren. Der geschäftsführende Gesellschafter Wolfgang Kienzler, Geschäftsführer Edgar Börsig und Michael Reichlin, Leiter Vertrieb und Marketing, verraten, was sie vorhaben.
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Nach der alten Methode wären Sie jetzt wieder an so einem geschilderten Bremspunkt. Zeigt denn die neue Strategie jetzt schon ihre Wirkung?

Edgar Börsig: Wir sind sehr schnell zu Maßnahmen gekommen und prüfen gerade den Zielerreichungsgrad, um diese Ziele weiter zu präzisieren. So wie es aussieht, bewährt sich die neue Methode. Was die Prozessoptimierung anbelangt, können wir sicher auch von Trumpf lernen, wenngleich man Methoden aus einem 12.000-Mitarbeiter-Unternehmen nicht ein zu eins auf einen 250-Personen-Betrieb übertragen kann. Aber Trumpf hat schon viel ausprobiert, und wir müssen das Rad nicht neu erfinden. Vom Sieger lernen heißt siegen lernen.

Wir haben bereits Kapazitäten durch Prozessoptimierung gewonnen, aber noch längst nicht alle Hausaufgaben erledigt. Die ehrgeizigen Ziele und das starke Wachstum von Trumpf setzen auch uns unter Druck, denn ohne unsere Lager und die entsprechende Logistik können die Maschinen nicht arbeiten.
Michael Reichlin: Es wachsen ja nicht nur die Anzahl und das Volumen der Aufträge, sondern auch deren Komplexität. Das heißt, dass wir nicht nur mehr Metall durchschleusen, sondern auch der Konzeptions- und Konstruktionsaufwand wächst.

Trumpf baut Standardmaschinen im Baukastensystem, Sie kundenspezifische Logistiksysteme. Wie passt das zusammen?

Wolfgang Kienzler: Gerade weil Trumpf Standardmaschinen mit definierten Varianten baut, müssen wir kundenseitig umso anpassungsfähiger sein – was für ein Unternehmen unserer Größe viel einfacher ist. Wir passen das Gesamtsystem an die Bedürfnisse der Kunden an. Maschinenseitig tun wir uns, weil Standard, verhältnismäßig leicht.

Sie brauchen also nicht nur mehr Personal, sondern mehr Platz für die Produktion. Denn beim derzeitigen Wachstum verdoppeln Sie Ihren Umsatz etwa alle acht Jahre.

Wolfgang Kienzler: Wir werden in Kürze auf einem angrenzenden Grundstück, das uns gehört, eine neue Produktionshalle bauen, in der natürlich Produktionsablauf, Materialfluss und so weiter optimiert sind. An Platz wird es uns also so schnell nicht fehlen, zumal noch ein Grundstück zur Verfügung steht.

Springen wir nochmal zum Thema Automation zurück, Stichwort Industrie 4.0, das zentrale Thema auf dem Blechexpo-Stand von Trumpf. Welche Rolle spielen Sie in diesem Konzept??

Edgar Börsig: Trumpf hat bei Chicago eine Smart Factory gebaut, eine richtige Fabrik, in der Blechteile vor allem für den Eigenbedarf hergestellt werden. Unser Lagersystem ist, wie Sie vielleicht schon im Film gesehen haben, das Herzstück dieser Anlage. Auch die autonomen Flurförderfahrzeuge, die ›Variocarts‹, die sich an Referenzpunkten in der Halle orientieren, sind von uns. Sie können unter anderem Maschinen in der zweiten Reihe versorgen und erfordern kein körperliches Leitsystem und keine Rasterung mehr wie herkömmliche Flurförderfahrzeuge.

Michael Reichlin: Die Logistik spielt für die Idee Industrie 4.0 generell eine zentrale Rolle, vom Großen und Ganzen bis hin zum kleinsten Prozessschritt. Folglich dreht sich für uns alles um dieses Thema.

Allerdings versteht jeder etwas anderes unter Industrie 4.0. Zu meinen wichtigsten Aufgaben derzeit gehört, in Gesprächen mit den Kunden herauszufinden, was jeder einzelne unter Industrie 4.0 versteht, was sie wann wollen, wo ihre Probleme und Ängste liegen und so weiter.


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