21. NOVEMBER 2017

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Werkstoffforschung für eine starke Industrie


Material kommt vom lateinischen ›materiale‹ und bedeutet ursprünglich ›das Mütterliche‹. Materialforschung ist also wortwörtlich die ›Mutter‹ des Erfolgs. Innovationen in der Materialforschung sind essentiell für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Diese Bedeutung müsse auch in der Forschungspolitik angemessen berücksichtigt werden, fordert der Fraunhofer-Verbund Materials und legt dazu ein Positionspapier vor.

»Im verarbeitenden Gewerbe in Deutschland entfallen 35 bis 55 Prozent der Kosten auf Materialien. Wenn man diese Größenordnung bedenkt, ist die Werkstoffforschung in der Forschungspolitik unterrepräsentiert«, sagt Prof. Peter Elsner, Vorsitzender des Fraunhofer-Verbunds Materials. Zum Vergleich: Der Energiekostenanteil liegt lediglich bei zwei bis acht Prozent.
 
Materialeffizienz vor Energieeffizienz
»Die Steigerung der Materialeffizienz hat eine fast zehnmal höhere ökonomische Hebelwirkung als die so häufig diskutierte Energieeffizienz. Das zeigt, wie viel mit innovativen Lösungen aus der Materialforschung für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen erreicht werden kann. Auch die Digitalisierung, etwa mit dem Bedarf an Werkstofflösungen für die Industrie 4.0, bringt erheblichen Forschungsbedarf mit sich«, so Elsner.

Im Positionspapier »Ideen materialisieren! – Zukunft der Werkstoffforschung« stellt der Fraunhofer-Verbund die Leistungsfähigkeit der Werkstoffforschung heraus und nennt wichtige Handlungsfelder, um die Industrie mit zukunftsweisenden Lösungen zu unterstützen. Dazu gehören etwa das Erarbeiten einer digitalen Werkstoffagenda für Deutschland, die Unterstützung industrieller und wissenschaftlicher Netze sowie der Aufbau von Materialinformatik-Studiengängen und Weiterbildungsmaßnahmen.

Wichtige politische Aufgabe
»Deutschland hat mit den vorhandenen Kompetenzen in der Werkstoffforschung das Potenzial, die De-Facto-Standards bei der Digitalisierung von Werkstoffen für die kommenden Jahre zu setzen und damit die Wettbewerbsposition der Unternehmen zu stärken. Dabei zu unterstützen, ist eine wichtige politische Aufgabe«, betont Elsner.

In den Instituten des Fraunhofer-Verbunds Materials sind rund 2.400 Mitarbeiter in den Anwendungsfeldern Energie und Umwelt, Mobilität, Gesundheit, Maschinen- und Anlagenbau, Bauen und Wohnen, Mikrosystemtechnik sowie Sicherheit tätig. Das Positionspapier wird unter anderem von der Bundesvereinigung Materialwissenschaften und Werkstofftechnik, der Deutschen Gesellschaft für Materialkunde, dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau VDMA und Carl Zeiss unterstützt.

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