21. NOVEMBER 2017

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Feines aus edlen Metallen


Fokus

Bei der Schweizer Cendres+Métaux pflegt man seit über 100 Jahren den Umgang mit den edelsten und wertvollsten der Metalle: Gold, Silber, Platin und Titan. Für die Qualität der Produkte ist eine perfekte Richttechnik unverzichtbar.
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Für das Schweizer Unternehmen Cendres+Métaux SA (frz. Cendre = Asche, frz. Métaux = Metalle) in Biel/Bienne gehören die Edelmetalle Gold, Silber und Platin zum alltäglichen Geschäft. Seit mehr als 100 Jahren verbindet das Unternehmen absolute Präzision mit höchster Reinheit in Entwicklung und Produktion von Halbzeugen und Endprodukten aus edlen Metallen. 1885 wurde das Unternehmen von Louis Aufranc als Edelmetallschmelzerei in Biel, mitten im Herzen der Schweizer Uhrenindustrie, gegründet. Mit derzeit etwa 450 Mitarbeitern steht der Name Cendres+Métaux auch heute für erstklassige und hochreine Edelmetalle und Edelmetalllegierungen für Anwendungen in der Zahntechnik, Medizintechnik, in der Schmuck- und Uhrenindustrie, aber auch für das Recycling und die Aufarbeitung von Edelmetallen weltweit.

»Unsere Kernkompetenzen sehen wir insbesondere in der Entwicklung und im Gießen homogener Edelmetalllegierungen mit präzisen Zusammensetzungen«, erklärt Raphael Volery, Leiter der Bereiche Gießerei und Umformtechnik bei C+M. Für die eigene oder auch kundenspezifische Produktpalette entstehen daraus Halbfabrikate und Präzisionsprofile mit exakt spezifizierten und erprobten mechanischen Eigenschaften.

Richtig ist wichtig

Für die Herstellung und Bearbeitung der Edelmetalllegierungen verfügt C+M über eine umfangreiche Fertigung mit Schmelz- und Gießeinrichtungen, aber auch über einen hochmodernen Maschinenpark für die spanende und umformende Weiterverarbeitung.
»Einer der Garanten, die den fertigungstechnischen Qualitätsanspruch sicherstellen, ist unter anderem eine neue Teilerichtmaschine der Baureihe Peak Performer 50P von Kohler«, konstatiert Raphael Volery. Die Kohler Maschinenbau GmbH in Lahr stellt seit Jahrzehnten Richtmaschinen und -anlagen für die Blechbearbeitung her und gilt als ein Vorreiter für moderne Richttechnik. Die neue Teilerichtmaschine ersetzt bei C+M seit Mai 2017 eine ältere Anlage. »Die alte Anlage wurde in erster Linie ersetzt, da die Ersatzteillieferung nicht mehr 100 Prozent gewährleistet werden konnte. Ein zweiter Aspekt, als die Investition immer klarer wurde, war, dass mit einer neuen Anlage auch dickere Materialien gerichtet werden sollen als bisher«, erklärt Volery. »Deshalb haben wir uns nach gründlicher Recherche entschlossen, in eine Kohler-Anlage zu investieren. Neben der Anlagenqualität haben wir somit auch Zugriff auf einen riesigen Erfahrungsschatz des Lahrer Unternehmens«, führt Volery weiter aus. Eines der Kriterien für die Investition in die Kohler Peak Performer 50P.600 war auch die geografische Nähe zwischen Biel und dem badischen Lahr.


»Wir setzen auf eine absolut hohe Verfügbarkeit der Anlage«, dokumentiert Volery. »Auch wenn wir nicht im Schichtbetrieb arbeiten und die Peak Performer täglich nur stundenweise im Einsatz haben, müssen wir sicherstellen, dass sie jederzeit verfügbar ist. Schließlich hängt die Qualität der nachgelagerten Bearbeitung wesentlich auch vom Richtergebnis ab, das mit der Peak Performer sehr gut sichergestellt werden kann«, ergänzt er.

Erleichterte Wartung

Meist sind es aus gegossenen Barren gewalzte und zwischengeglühte Bänder aus Gold-, Silber- oder Platinlegierungen. Das Pflichtenheft für die Richtmaschine forderte Blechdicken von 0,5 bis 12 mm, was deutlich innerhalb des Arbeitsbereichs der Peak Performer mit maximal 15mm liegt. Die geforderte Bandbreite war mit 450 mm angegeben.
Die ausgewählte Peak Performer gehört zur neuesten Generation von Teilerichtmaschinen, die Kohler derzeit am Markt anbietet. So legten die Entscheider für den Kauf der Kohler-Anlage insbesondere auch Wert auf eine einfache, schnelle und saubere Reinigungslösung für die Richtwalzen. Dafür hat Kohler die Peak Performer mit einer motorischen Reinigungs- und Schnellwechseleinrichtung ausgestattet. Per Knopfdruck kann der Anwender so die obere und untere Richtkassette getrennt voneinander aus der Anlage herausfahren und sowohl Richtwalzen als auch Stützrollen einer gründlichen Reinigung unterziehen – das spart Zeit und Geld. »Für uns ist das ein entscheidendes Kriterium«, so Volery. »Denn beim Richten entsteht Schmutz. Würden wir den nicht nach jedem Werkstoffwechsel beseitigen, dann hätten wir die Vermischung hunderter Legierungen. Das können und wollen wir uns nicht leisten.«

Materialschonend

Ferner ist die Maschine mit Zwischenwalzen ausgestattet. Als spiralgenutete Walzen sind sie zwischen Stützrolle und Richtwalzen eingebaut und verhindern so, dass auf den empfindlichen Materialien Druckstellen oder Markierungen auftreten.
Mit dem Fokus auf relativ lange und schmale Bänder ist eine Hochkantrichteinheit erforderlich, die von der vorhergehenden Anlage übernommen und durch Kohler nahtlos in die Peak Performer unterhalb des Einlauftisches angepasst und integriert wurde. Die Hochkantrichteinheit verhindert, dass sogenannte Säbelfehler – das ist eine einachsige Krümmung längs zur Durchlaufrichtung eines Bandes oder eines Profils – entstehen. »Wir nutzen die Hochkantrichteinheit je nach Bedarf, hauptsächlich jedoch zum Richten von langen Profilen und schalten sie dann mechanisch zu«, verrät Raphael Volery.


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Ausgabe:
bbr 06/2017
Unternehmen:
Bilder:
Cendres+Metaux
Cendres+Metaux
Kuhn
Kuhn

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