22. NOVEMBER 2017

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Automatisierung betrifft Gesellschaft


Future - Industrie 4.0

Die Wissenschaftliche Gesellschaft für Produktionstechnik (WGP) zeigt, wie der Industriearbeitsplatz von Morgen aussehen wird und wie sich auf lange Sicht Wettbewerbsvorteile sichern lassen.
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Der Industriearbeitsplatz 2025 war Thema der Tagung der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Produktionstechnik (WGP) – einem Zusammenschluss führender Maschinenbauprofessoren.

Die renommierten Wissenschaftler haben 120 Werkzeugmaschinenhersteller und -betreiber befragt, wie die Arbeitsplätze in Fabriken unter Industrie 4.0 aussehen werden. »Bislang wird zu Mensch-Maschine-Schnittstellen vor allem an technischen Fragen geforscht, etwa an der Einbindung mobiler Endgeräte. Doch wie die konkrete Interaktion Mensch-Werkzeugmaschine aussehen wird, ist weitestgehend unbehandelt«, erläutert der Präsident der WGP, Prof. Eberhard Abele, die Motivation der WGP.
»Diese Befragung ist ein erster Versuch, den Industriearbeitsplatz in einer digitalisierten und vernetzten Fabrik besser zu verstehen«, ergänzt Prof. Peter Groche, Leiter des Instituts für Produktionstechnik und Umformmaschinen der TU Darmstadt. Es zeichnet sich bereits ab, dass die Erwartungen bezüglich der Autonomie der Maschinen in der Gesellschaft überzogen sind: Auch selbstlernende Systeme werden nicht ohne den Menschen funktionieren.
»Doch wir müssen unseren Mitarbeitern das notwendige Wissen über automatisierte und selbstlernende Maschinen vermitteln, um unseren Wettbewerbsvorteil zu sichern. Das wiederum bedeutet, dass wir Industrie 4.0 als eine Entwicklung der gesamten Gesellschaft begreifen müssen«, so Prof. Peter Groche.

Autonome Systeme unverstanden

Die Entwicklung autonomer Systeme ist noch nicht so weit fortgeschritten, wie häufig vermutet wird. Das ist eines der Ergebnisse der Befragung, die in unterschiedlichen Branchen der Fertigungstechnik und bei Unternehmen unterschiedlicher Größen durchgeführt wurde. »Bis zur Realisierung autonomer Systeme liegt noch ein weiter Weg vor uns«, fasst Groche zusammen. Da noch keine im eigentlichen Sinne autonomen Systeme existieren, ist auch noch nicht bekannt, wie genau sie funktionieren werden.
Daher wollen die WGP-Professoren zunächst sogenannte Use Cases entwickeln, um zu erkunden, wie sich selbstlernende Systeme bei bestimmten Anwendungen verhalten. So soll beispielsweise geklärt werden, wie man das Lernen der Systeme realisieren und beschleunigen kann. Auch die Lernfähigkeit bezüglich bestehender Qualitätsnormen soll auf den Prüfstand gestellt werden.
Autonome Fabriken werden nicht ohne den Menschen funktionieren, dessen sind sich die Produktionstechniker sicher. Nach Einschätzung der befragten Unternehmen wird sich das Anforderungsprofil für Maschinenbediener allerdings spreizen.


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Ausgabe:
bbr 06/2017
Unternehmen:
Bilder:
Sick
TU Darmstadt
TU Darmstadt

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