21. NOVEMBER 2017

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Spanlos in Form


Fokus - Drücken

Sie wollen Bleche schnell und wirtschaftlich zu einem rotationssymmetrischen Produkt formen und gleichzeitig Material sparen? Dann lohnt es sich, sich mit der Technik von Drückmaschinen auseinanderzusetzen. Auch wenn Drückmaschinen nach wie vor ein Nischenprodukt sind, ist es einen Versuch wert, einen genauen Blick auf sie zu richten. Wir haben uns einmal bei der Abacus Maschinenbau GmbH in Osnabrück Drückmaschinen der neuesten Generation angesehen.
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Drückmaschinen wurden lange Zeit nur von einer relativ kleinen Anwendergruppe nachgefragt. Das führte dazu, dass auch die Modernisierung und Weiterentwicklung dieser Maschinen nicht so richtig voran ging. Die etablierten Hersteller und Lieferanten von Drückmaschinen hielten sämtlich an der althergebrachten Technik fest. Innovationen oder Neuentwicklungen waren in den Jahre zwischen 2008 und 2010 nicht zu erwarten. Die Kundschaft verlangte jedoch höhere Produktivität durch den Einsatz moderner Maschinen und auch eine bessere Produktqualität. In diese offensichtliche Lücke drängte der Osnabrücker Maschinenbauer Abacus. Wie sich herausstellte, hatten die Geschäftsführer Derk Weber und Thorsten Beling im Jahre 2009 mit ihrer Entscheidung, moderne Drückmaschinen zu entwickeln, nicht falsch gelegen. Es war trotzdem, wie sich Thorsten Beling erinnert, eine große Herausforderung, weil bis zu diesem Zeitpunkt bei Abacus nur Erodier-Bohrmaschinen und beim Partner WF Maschinenbau Fräsmaschinen gefertigt wurden.

Nachdem sich die Konstrukteure zunächst mit der bisher praktizierten Methode, Drückmaschinen zu bauen, beschäftigt hatten, entschieden sie sich nach gründlichen Analyse, Drückmaschinen völlig anders zu konstruieren. Erfahrungen mit CNCs waren bereits vorhanden. Deshalb gehörte zur ersten großen Änderung der Umstieg auf ihre bereits etablierte, eigene Steuerung für die Drückmaschinenserie. Weil Premo das lateinische Wort für ›ich rücke‹ oder ›ich presse‹ ist, war auch schnell der Name für die neuen Maschinen gefunden. Das erste Modell war die ›Premo 600‹ für Blechronden bis zu einer Größe von 600 mm Durchmesser. Diese Neuentwicklung, die im Jahre 2012 auf der Fachmesse Euroblech für Aufsehen sorgte, bezeichnet Thorsten Beling noch heute als einen wesentlichen Meilenstein in der Unternehmensgeschichte. Damit meint er die Kombination aus Maschinenbau, Antriebstechnik, Steuerungstechnik und Software, die vom ersten Kunden gut angenommen wurde. Produziert wurden Leuchtenreflektoren, die nicht nur in den Abmessungen vollkommen identisch sondern auch von einer hohen Oberflächenqualität sein mussten.

Auf Kundenwunsch: immer größer, immer stärker

Dieser erste Erfolg führte bei Abacus zur Verkaufsstrategie, nicht nur diese Maschinen in Europa, sondern weltweit anzubieten. Intensive Geschäftsbeziehungen zu Kunden aus den USA bestätigen die Richtigkeit dieses Vorhabens. Seit 2012 ist Abacus mit den Maschinen Dauergast auf der Euroblech in Hannover. Dort wurden dann seitens der Kundschaft weitere Wünsche geäußert, was die Leistungsfähigkeit der Maschinen angeht. So sollten nicht nur größere, sondern auch dickere Bleche (Ronden) verarbeitet werden können. Das führte zu den Weiterentwicklungen Premo 1000 und Premo 1200. Letztere kam in diesem Jahr auf den Markt und kann Stahlbleche bis zehn Millimeter Dicke verarbeiten. Für Edelstahl liegt die Maximaldicke bei rund acht Millimeter. Mit der Premo 1200 Gemini können nun sogar Ronden dieser Stärken mit 1.200 Millimeter Durchmesser verarbeitet werden.


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bbr 06/2017
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