21. NOVEMBER 2017

zurück

kommentieren drucken  

Präzisionsrohre für die Automobilindustrie


Der slowenische Hydraulik-Dienstleister Pisnik setzt das neue Rohrumformsystem Stauff Form bei der Verrohrung einer hydraulischen Großpresse zur Blechbearbeitung für die Automobilindustrie ein. Die Presse wurde von einem slowenischen Pressenhersteller nach Kanada geliefert, wo Mitarbeiter von Pisnik die Anlage zurzeit verrohren. Das neue Rohrumformsystem überzeugt auf ganzer Linie, insbesondere durch die hohe Montagesicherheit und die intuitive Bedienung.

Pisnik mit Sitz im slowenischen Vuzenica hat sich in den vergangenen Jahren als Dienstleister für Hydraulikverrohrungen und als Hersteller hydraulischer Systeme und Aggregate einen Namen gemacht – sowohl mit mobilen Services als auch mit einer gut ausgestatteten Fertigung. Als einer der ersten Abnehmer weltweit hat sich Pisnik für die Anschaffung einer Stauff-Form-Rohrumformmaschine entschieden.

Jernej Pisnik, Produktions- und Vertriebsleiter: „Mit Stauff Form bieten wir unseren Kunden eine leistungsfähige und montagefreundliche Alternative für anspruchsvolle Anwendungen an, die bislang mit aufwendigen Schweißverbindungen realisiert wurden.“ Pisnik erhielt eine detaillierte Einweisung vor Ort, erprobte das Umformsystem über mehrere Wochen und gab seine Praxiserfahrungen an Stauff weiter. Viele dieser Anregungen konnten noch vor der Markteinführung berücksichtigt werden.

Einsatz in Transferpresse für die Automobilindustrie
Zu den ersten Kunden, für die Pisnik die Umformmaschine eingesetzt hat, gehört ein Hersteller hydraulischer und mechanischer Pressen für die Stahl- und Blechbearbeitung. Das Unternehmen, das Pressen mit Kräften von 400 bis 40.000 Kilonewton und Tischlängen bis acht Meter konzipiert, legt großen Wert auf Sicherheit und Langlebigkeit seiner Anlagen.

Der Einsatz von Stauff Form war ein wichtiges Kriterium bei der Auftragsvergabe an Pisnik. Der Auftrag enthielt die komplette Hydraulikverrohrung einer Mehrstößel-Transferpresse für einen kanadischen Automobilzulieferer. Die Presse mit zwölf Stationen wurde für die neunstufige Herstellung von Außengehäusen für Automatikgetriebe konzipiert.

Die bei Stauff ermittelten Testergebnisse der Rohrverbindungen hinsichtlich Belastbarkeit und Langlebigkeit sprachen für sich: Die Druckbeständigkeit der mit Stauff Form in Verbindung mit Verschraubungskomponenten der Baureihe Stauff Connect umgesetzten Verbindungen übertrifft mit 800 bar die Vorgaben der DIN 2353 und ISO 8434-1 deutlich. Dank der hochwertigen Zink/Nickel-Oberfläche bieten die Komponenten einen hervorragenden Korrosionsschutz.

Die verbesserte Abnutzungsbeständigkeit und Verschleißfestigkeit, die dank der plastischen Verformbarkeit der Oberfläche erzielt werden kann, trägt ebenfalls zur Langlebigkeit bei. Um die geltenden Standards und Werksnormen für diesen Anwendungsfall zu erfüllen, wäre alternativ nur die Verwendung von Schweißverschraubungen in Frage gekommen. Die Montage wäre dann aber deutlich aufwendiger und zeitintensiver gewesen.

Insgesamt werden allein an dieser Anlage 1.200 Meter Hydraulikrohre verbaut, die mit über 800 Stauff Form-Verbindungen angeschlossen oder miteinander verbunden wurden. Das gesamte hydraulische System wurde mit Stauff Form, die Druckluft- und sonstigen Versorgungsleitungen mit herkömmlichen Schneidringen aus dem Stauff Connect-Programm realisiert.

Für anspruchsvolle Industriehydraulik
Die Anlage wurde in neun Monaten in Slowenien gebaut, in Teilen nach Kanada verschifft und dort wird sie zurzeit montiert. Jernej Pisnik: „Stauff Form ist die beste Lösung für anspruchsvolle Stationärhydraulik. Wir sehen aber auch viele Möglichkeiten in der Mobilhydraulik. In beiden Bereichen können wir unseren Kunden jetzt Verrohrungen bis zu einem Rohrdurchmesser von 42 Millimetern bieten. Da die Maschine transportabel ist, können wir viele Montagen vor Ort beim Kunden erledigen.“

Dauerhafte und sichere Abdichtung
Mit dem neuen Umformsystem hat Stauff Form sein Komplettangebot der Rohrverbindungstechnik um die „Königsklasse“ erweitert. An das Ende eines nahtlos kaltgezogenen Präzisionsrohrs aus Stahl, Edelstahl oder alternativen Werkstoffen und Legierungen wird in einer elektrohydraulischen Maschine die spezifische Kontur angeformt. Auf das Rohrende wird der Stauff Formring mit fest verbundener Elastomerdichtung aufgeschoben.

In Kombination mit einem herkömmlichen Verschraubungskörper mit 24-Grad-Innenkonus und einer Überwurfmutter entsteht so eine formschlüssige Verbindung, die am einzig möglichen Leckagepfad sicher, dauerhaft und wartungsfrei abdichtet. Die Dichtwirkung wird vom Systemdruck der Hydraulikanlage unterstützt, sodass das neue Rohrumformsystem hervorragend für Hochdruck-Anwendungen geeignet ist.

In solchen Einsatzbereichen profitiert der Anwender von einer hohen Ausreißfestigkeit – ein klarer Vorteil angesichts von Druckschlägen und vibrierenden Belastungen, die typisch sind für viele Hydraulikanlagen. Für Pisnik und den Endkunden war dies ein entscheidendes Argument. Jernej Pisnik hierzu: „Bei Rohrverbindungen sind vor allem die Druckspitzen eine große Belastung. Mit Stauff Form können wir zuverlässige, leckagefreie Verbindungen realisieren.“

Bedienergerechte und sichere Montage
In Anbetracht der kompakten Bauweise vieler mobiler und stationärer Maschinen ist auch der extrem kurze Drehweg der Überwurfmutter bei der Endmontage ein Vorteil. Dieser beträgt nur 15 bis 20 Grad nach Erreichen des Festpunktes und kann mit geringem Kraftaufwand und in der Regel ohne Umsetzen des Gabelschlüssels erfolgen.

„Das Montageende wird durch einen deutlichen Drehmomentanstieg angezeigt; die Gefahr von Über- oder Untermontagen kann praktisch ausgeschlossen werden“, berichtet Jernej Pisnik. Ein wichtiges Kriterium bei der Entscheidung für Stauff Form war für Pisnik außerdem die Umformmaschine selbst: „Ihre Nutzung ist einfach und schnell erlernbar. Im Rahmen der detaillierten Einweisung durch Stauff Mitarbeiter vor Ort konnten die wenigen Fragen der Monteure umgehend beantwortet werden.“

Die Maschine lässt sich über ein Touchpad sogar mit Handschuhen zu bedienen. Die Formstutzen werden bei Wechsel des Rohrdurchmessers oder der Wandstärke über einen Bajonettverschluss im Handumdrehen ausgetauscht. Das erfolgt wie der Wechsel der Klemmbacken, die das Rohr während des Umformvorgangs in Position halten, komplett ohne Werkzeuge.

Ein weiterer wichtiger Aspekt für Pisnik: „Die geringe Geräuschentwicklung schützt unsere Beschäftigten vor Gesundheitsschäden und erleichtert die Kommunikation untereinander.“ In Zukunft kann die Umformmaschine um ein zusätzliches Modul zur Fernwartung und „Lifeunterstützung“ der Anwendungstechniker durch den bei Stauff zuständigen technischen Kundenberater erweitert werden.

So können beispielsweise Softwareupdates ausgeführt oder abweichende Rohrparameter, etwa für den Einsatz anderer Werkstoffe als Stahl und Edelstahl, kundenspezifisch programmiert werden. „Das setzt dem Stauff-Service gewissermaßen die Krone auf“, meint Pisnik.

An besonders beanspruchten oder gar sicherheitsrelevanten Stellen ein neues System einzusetzen, birgt für einen Dienstleister immer ein gewisses Risiko. Jernej Pisnik fühlt sich in der Entscheidung des Unternehmens, seit Beginn auf Stauff Form zu setzen, voll bestätigt. „Das Umformsystem hat unsere Erwartungen voll erfüllt.“

Datum:
30.10.2017
Unternehmen:
Bilder:
Stauffenberg
Walter Stauffenberg
Walter Stauffenberg
Walter Stauffenberg
Walter Stauffenberg
Walter Stauffenberg
Walter Stauffenberg
Walter Stauffenberg

kommentieren drucken  


ANZEIGE

 

 
» Finden Sie weitere Produktmeldungen in unserem Produktarchiv

  Jetzt Newsletter
abonnieren!


Themenvorschau bbr (PDF)

bbr Bänder Bleche Rohre - Themenvorschau

   Themenvorschau 7-2017

bbr Sonderhefte und Supplements