20. OKTOBER 2017

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Töpfern mit Stahl


Im Forschungsbereich von Thyssenkrupp wird Stahl zum „Fließen“ gebracht: Mit der neuen Warmdrückwalzanlage können jetzt besonders präzise und gewichtseinsparende Stahlbauteile entwickelt und in Serie gebracht werden. Das ist dank der einzigartigen Kombination aus Drückwalzen und Erwärmen möglich. Erste Kooperationen mit Kunden wurden bereits geschlossen.

Die Kombination der Verfahren ist besonders für die Automobilbranche relevant, die Fahrzeuge mit geringerem CO2-Ausstoß auf den Markt bringen muss. Nicht nur im Chassis und in der Karosserie leistet automobiler Leichtbau mit Stahl bereits einen wichtigen Beitrag, weil er ökologisch sinnvoll und im Vergleich zu anderen Materialien preisgünstig ist. Auch im Fahrzeugantrieb finden die Ingenieure im Forschungsbereich von Thyssenkrupp weitere Anwendungen für Leichtbaulösungen mit Stahl. 
 
Stahl wird zum Fließen gebracht
Dazu wurde das bewährte Verfahren des Drückwalzens so weiterentwickelt, dass erwärmter Stahl, ähnlich wie beim Töpfern mit Ton, zum „Fließen“ gebracht wird. Das Ergebnis sind präzise rotationssymetrische Bauteile, die zum Beispiel für den Antriebsstrang von Autos eingesetzt werden können.

Zurzeit ist die neue Warmdrückwalzanlage bereits in Entwicklungsprojekten für große Autohersteller im Einsatz, „aber grundsätzlich bietet sich die Technik auch für andere Branchen an“, so Thomas Flöth, leitender Ingenieur im Bereich Anwendungstechnik von Thyssenkrupp. Anwendungen sind überall dort, wo Rotationsteile extremen Belastungen ausgesetzt werden: „Denn durch die Kombination von Blech- und Massivumformung werden leichte und genaue Bauteile aus verschleißfesten Stählen möglich.

Simulation ist der Schlüssel
Noch sind die Möglichkeiten der Verfahrenskombination von Drückwalzen und Warmumformung nicht voll erforscht. Durch weitere Versuche werden sich Potenziale für Stahlblechanwendungen herausfinden lassen. „Mit dieser Anlage werden wir die Beschreibung unserer Werkstoffe für die Simulation des Drückwalzprozesses optimieren. Damit geben wir unseren Kunden die Möglichkeit, mit optimal angepassten Werkstoffen, neue Anwendungen für unser Stahlblech zu erschließen“, erklärt Thomas Flöth.

Datum:
10.08.2017
Unternehmen:
Bilder:
Thyssenkrupp
Thyssenkrupp
Thyssenkrupp

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