27. MAI 2016

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Von der Schlosserei zum Weltkonzern


50 Jahre BBR/Unternehmen

Im Jahre 1839 gründete Ludwig Schuler in Göppingen eine Schlosserwerkstatt. Aus dem Betrieb ist heute ein internationaler Konzern mit rund 5500 Mitarbeitern sowie Standorten und Vertretungen in 40 Ländern geworden.

Schuler ist Technologie- und Weltmarktführer in der Umformtechnik. Das Unternehmen liefert Maschinen, Anlagen, Werkzeuge, Verfahrens-Know-how und Dienstleistungen für die gesamte Metall verarbeitende Industrie. Zu den wichtigsten Kunden gehören Automobilhersteller und -zulieferer sowie Unternehmen aus der Energie-, Elektro-, Hausgeräte- und Schmiedeindustrie.

Das Unternehmen bietet zum Beispiel Anlagen zur Herstellung von Karosserieblechen, Dosen, Zahnpastatuben, Nespresso-Kapseln, Duschwannen oder Elektroherden. Außerdem ist Schuler führend auf dem Gebiet der Münztechnik.

Traditionsunternehmen mit Kontinuität

Als Traditionsunternehmen steht der Name ›Schuler‹ für Zuverlässigkeit und Kontinuität. »Wir stehen zum Standort Deutschland als dem Ursprung der Unternehmensgruppe. Dennoch begreifen wir uns als globales Unternehmen, das Chancen nutzt und sein Leistungsversprechen als globaler Partner seiner Kunden einlöst«, erklärt Jürgen Tonn, Vorstandsvorsitzender der Schuler AG. Seit 2007 gehört das Traditionsunternehmen Müller Weingarten zum Schuler-Konzern. Die Strukturen und Standorte der ehemaligen Wettbewerber ergänzen sich gut. Der neue Konzern hat im Geschäftsjahr 2007/08, das zum 30. September 2008 endete, erstmals Aufträge im Gesamtwert von über einer Milliarde Euro erhalten.

Synergieeffekte durch Zusammenführung

Die gemeinsame Engineering-Kompetenz spiegelt sich in innovativen Produkten wider. Zudem können die beiden bislang größten Serviceanbieter für Pressen, Schuler und Müller Weingarten, ihren Kunden jetzt ein gemeinsames weltumspannendes Service-Netz und ein noch größeres Service-Leistungsportfolio anbieten. Die internationale Ausrichtung des Konzerns mit ›Service weltweit vor Ort‹ ist somit ein wichtiger Wettbewerbsvorteil.

Innovationen und Technologieführerschaft

Mit überdurchschnittlich hohen Investitionen in Forschung und Entwicklung sichert der Schuler-Konzern seine Position als Technologieführer und Schrittmacher für Neu- und Weiterentwicklungen in der Welt der Umformtechnik. »Die traditionsreiche Geschichte von Schuler war immer von der Idee geprägt, marktgerechte Spitzentechnologie höchster Qualität zu entwickeln und herzustellen«, so Jürgen Tonn. Ein Beispiel für Innovation ist die Servoantriebstechnik, die im Jahre 2007 eingeführt wurde und die Ausbringungsleistung von Stanz- und Umformautomaten deutlich erhöht hat.

1839: Start in Göppingen

Der Schuler-Konzern geht auf eine im Jahre 1839 von Louis Schuler in Göppingen gegründete Schlosserei zurück. Die Schlosserei wurde bereits 1863 aufgegeben, da von nun an der Fokus auf Blechbearbeitungsmaschinen und sonstigen Werkzeugmaschinen lag. Kurz vor der Jahrhundertwende im Jahre 1895 lieferte Schuler die erste Münzprägepresse nach China. Schuler legte ein beachtliches Entwicklungstempo an den Tag und präsentierte nach intensiver Entwicklungsarbeit auf der Weltausstellung im Jahre 1900 in Paris die erste Transferpresse der Welt. In dieser Zeit begann der Übergang zum Großmaschinenbau.

Starkes Wachstum vor dem ersten Weltkrieg

Das Unternehmen Schuler kam durch sein starkes Wachstum an die Grenzen seiner bestehenden Gebäude. Daher begann im Jahre 1913 der Neubau der Hauptverwaltung. Der erste Weltkrieg brachte dem Werk, das 1913 fast die Hälfte seiner Produktion ins Ausland exportiert hatte, herbe Rückgänge. 1937 trat der Urenkel des Firmengründers, der 1907 geborene Louis Schuler, in die Firma ein. 1935 kaufte er die Gebäude und das Gelände des Göppinger Zweigwerks der Württembergischen Metallwarenfabrik (WMF) direkt neben dem Schuler-Gelände und verdoppelte auf diese Weise das Firmenareal. Darauf wurden große Montagehallen errichtet, um riesige Werkstücke bearbeiten und neuartige Pressen von bislang nicht gekannten Dimensionen montieren zu können. Dies war nötig, da die aufstrebende Automobilindustrie völlig neue Anforderungen an den Karosseriebau stellte.

Internationalisierung in den 1960er-Jahren

Anfang der 1960er-Jahre wurde begonnen, die Maschinenfabrik Schuler zu einer internationalen Firmengruppe auszubauen. Weltweit ist das Unternehmen heute in vierzig Ländern vertreten. Die Produktionsstandorte in Deutschland, der Schweiz, Brasilien und China sind zu einem internationalen Fertigungsverbund zusammengeschlossen. Weitere Auslandsgesellschaften in Europa, aber auch in den USA, Mexiko und Indien, haben sich auf Servicedienstleistungen spezialisiert.

Im Jahre 1999 öffnete sich das nach wie vor familiengeführte Unternehmen dem Markt und ging an die Börse. Die Mehrheit der Aktien ist weiterhin in Besitz der Gründerfamilie und dem Aufsichtsrat steht bis heute ein Nachkomme des Unternehmensgründers vor.

www.schulergroup.com

Zahlen & Fakten

Der Schuler-Konzern geht auf eine 1839 von Louis Schuler gegründete Schlosserei zurück. Seit 1852 werden Blechbearbeitungsmaschinen hergestellt. Neben Pressen für die Blech- und Massivumformung und Münzprägesystemen bietet Schuler heute auch Fertigungslösungen zur Verarbeitung höherfester Stähle und für die Innenhochdruckumformung. Schuler hat weltweit über 5000 Mitarbeiter. Davon sind über 900 als Servicemitarbeiter tätig, die rund um die Uhr für Schuler-Kunden da sind. Seit 2007 gehört Müller Weingarten zum Schuler-Konzern. Schuler ist in vierzig Ländern der Erde vertreten.

Ausgabe:
bbr 06/2010
Unternehmen:
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