13. DEZEMBER 2017

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Brennschnitte im Durchlauf entgratet


Elektronisch gesteuerte Bolzenschleifbalken können sich dem Werkstück anpassen

Das thermische Trennen von Blechen mit Autogen-, Plasma- oder Laserschneiden nimmt in der Blechbearbeitung einen großen Raum ein. Je nach Bearbeitungsverfahren entstehen dabei mehr oder weniger große Brenn- oder Schneidgrate, die anschließend entfernt werden müssen. Während früher diese Arbeit weitgehend manuell durchgeführt wurde, haben sich in den letzten Jahren maschinelle Verfahren durchgesetzt. Problem: die Ebenheitsschwankungen und Dickentoleranzen thermisch getrennter Bleche. Abhilfe leisten elektronisch gesteuerte Bolzenschleifbalken.

Das Entgraten ist notwendig, um die Teile ohne Schwierigkeiten weiterzuverarbeiten. Heutige maschinelle Schleifverfahren arbeiten in der Regel mit Endlosschleifbändern, die einfach zu wechseln sind und über ausreichende Standzeit verfügen. Das Problem beim Bearbeiten thermisch getrennter Bleche ist, dass sie teilweise erhebliche Dickentoleranzen und Ebenheitsabweichungen aufweisen. Diese beruhen einerseits auf möglichem Verzug der Teile und zum anderen auf anhaftender Schlacke oder Brennbärten. Die gesamten Toleranzen können sich bis zu einigen Millimetern addieren. Aus diesem Grund mussten Schleifverfahren gefunden werden, die Teile mit solchen Dickentoleranzen auch sicher und wirtschaftlich bearbeiten können. Wirtschaftlich ist hier so zu definieren, dass einerseits mit hohem Durchsatz in Verbindung mit niedrigen Personalkosten gearbeitet werden kann und andererseits der Schleifmittelverbrauch und die dadurch entstehenden Betriebskosten gering gehalten werden.

Als Kombistation für kleine und große Teile Weber baut seit Jahren Schleifmaschinen zum Oberflächenschleifen und Entgraten von Blechen im Durchlaufverfahren. Für das Entgraten von Brennschnitten hat sich das von dem Kronacher Maschinenhersteller entwickelte und patentierte Prinzip des Bolzenschleifbalkens bewährt. Besonders wirtschaftlich arbeitet der Bolzenschleifbalken bei kleineren Teilen, bei denen der manuelle Entgrataufwand unverhältnismäßig hoch in Relation zum Teilewert ist. Größere Brennschnitte werden sinnvoller mit elektronisch gesteuerten Schleifstationen bearbeitet, die nur im Kantenbereich entgraten. Der Einbau des elektronisch gesteuerten Schleifbalkens erfolgt in einer quer zur Vorschubrichtung arbeitenden Schleifstation.

Da bei einem Verschieben der Teile Beschädigungen der Schleifstation möglich sind, hat Weber diese Aufgabestellung nun mit einer neuen und ebenfalls patentierten Technik gelöst. Die elektronische Steuerung arbeitet nun in einer Breitbandstation und benutzt ebenfalls den Bolzenschleifbalken. Dadurch sind Beschädigungen ausgeschlossen. Üblicherweise wird diesem eine Standardstation mit Bolzenschleifbalken vorgeschaltet, um das gesamte Teilespektrum bearbeiten zu können. Der Einsatz dieser Maschine ist nun für kleine und große Teileabmessungen gleich gut geeignet. Die kleineren Abmessungen werden in bewährter Weise mit der Standardstation mit dem Bolzenschleifbalken bearbeitet. Das Prinzip dieses Schleifverfahrens ist einfach: Das Schleifband wird flächig mit flexibel gelagerten Bolzen über das Brennteil gehalten und dabei elastisch einige Millimeter nach unten vorgespannt.

Die zu entgratenden Teile heben das Schleifband und verstärken dadurch automatisch die Schleifkraft im Kantenbereich. Somit erfüllt der Bolzenschleifbalken die zwei Forderungen beim Entgraten von Brennschnitten: der notwendige Toleranzausgleich von mehreren Millimetern und selbstständig verstärktes Bearbeiten der Brenngrate ohne störende Sekundärgratbildung. Die größeren Teile werden mit der zweiten Schleifstation mit dem elektronisch gesteuerten Bolzenschleifbalken nur im Kantenbereich entgratet. Die erste Schleifstation mit dem Bolzenschleifbalken wird für Teileabmessungen ab etwa 100 mm Länge eingesetzt. Bei größeren Abmessungen und größeren Blechdicken wird sie als erster Arbeitsgang zum Vorschliff verwendet. Die zweite Schleifstation macht dann nur noch die Endbearbeitung. Dadurch werden wie in der ersten Schleifstation gleich hohe Schleifband-Standzeiten und somit niedrige Verbrauchskosten realisiert. Die Schleifanlage kann mit Transportbändern ausgerüstet werden, um die Teile automatisch zum Maschineneinlass zurückzubringen. Dadurch kann die gesamte Anlage mit einer Person bedient werden. Die Ergänzung mit einer von unten arbeitenden Entgratmaschine vervollständigt die Anlage.






Ausgabe:
bbr 03/2000
Bilder:

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