28. AUGUST 2016

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Ohne Rost und Zunder


Präzise, schlüsselfertige Konservierung zur Blech- und Stahlbearbeitung liefert Rösler in alle Welt - So etwa eine Anlage nach St. Petersburg, die jährlich über 100.000 Tonnen Stahl reinigen soll.

In den vergangenen Jahren erhielten auch die Werften in St. Petersburg wieder zahlreiche Großaufträge für Militär- und Handelsschiffe. Das Unternehmen RM Steel übernimmt für diese Werften vor Ort die Aufbereitung und Konservierung von Stahlblechen und Profilen.

Hohe Jahresleistung

Die komplette Konservierungslinie (Strahl- und Lackieranlage) mit einer Gesamtlänge von 72 m konzipiert liefert Rösler. Der Oberflächentechnik-Spezialist präsentiert auf der Euroblech, Halle 13, Stand D 36, das Herzstück einer solchen Konservierungslinie - die Rollenbahnstrahlanlage. Über 100.000 Tonnen Stahl, Bleche, Träger und Profile, aufgeteilt in über 1.000 unterschiedliche Typen mit maximalen Breiten von 3.300 mm und Höhen bis 500 mm, werden künftig jährlich in St. Petersburg in einer Rösler-Durchlaufanlage konserviert, das heißt von Rost und Zunder befreit und anschließend dann mit einem temporären Korrosionsschutz (Schweißprimer) beschichtet. Auf der RM-Steel-Anlage werden die Bleche, Träger und Profile zunächst der Abblaseinrichtung zum Entfernen von Wasser oder groben Verschmutzungen zugeführt und eventuell noch anhaftende Restfeuchtigkeit in einer Vorwärmeanlage, die mit Heißluftumwälzung arbeitet, eliminiert. Die dabei erfolgte Erwärmung des Materials auf etwa 35?°C gewährleistet einen optimalen Farbauftrag.

Zur sauberen Oberfläche

Grob gereinigt und temperiert durchläuft das Material dann die Rollenbahnstrahlanlage RRB 32/5. Kernstück der RRB 32/5 sind insgesamt acht Hochleistungsschleuderräder des Typs »Hurricane H42« mit einer Antriebsleistung von jeweils 22 kW. Die Schleuderräder sind so angeordnet, dass alle Hinterschneidungen ausgestrahlt und Schatteneffekte vermieden werden. Die gleichmäßige Ausbildung des Strahlmittelstrahls (»Hot-Spot«) bestimmt den erforderlichen Reinheitsgrad von SA 2,5 (Industriestandard), bei einer Oberflächenrauigkeit von 45 µm bis 65 µm. Ist der Werkstoff nach dem Strahlen sauber, beginnt der eigentliche Konservierungsprozess. Hierzu muss ein Schweißprimer als temporärer Korrosionsschutz mit einer gleichmäßigen Schichtdicke von 20 µm aufgetragen werden.

Gleichmässiger Primerauftrag

Ein technologisch schwieriges Verfahren, denn ist die Schicht zu dick, besteht die Gefahr, dass bei der Weiterverarbeitung, wie zum Beispiel Brennen und Schweißen, Gase aus dieser Schicht in die Schweißnaht eindringen. Anderseits muss der Korrosionsschutz dicht und überall, also selbst in den kleinsten Ecken, vorhanden sein. Sind alle Parameter aber optimal aufeinander eingestellt, werden auf der Rösler-Anlage Bleche mit 4 m/min und Profile mit 2 bis 3 m/min Durchlaufgeschwindigkeit gestrahlt und beschichtet. Der Spritzstrahl erreicht dabei die gesamte Werkstückbreite, um so beispielsweise von H-Profilen alle Flächen und Hinterschneidungen zu erreichen. Lichtschranken steuern die Farbzufuhr. Nach dem Beschichten erfolgt der Prozess des Farbtrocknens. Als Warmluft für das Nachtrocknen wird die Abluft des Vorwärmers genutzt. Seit dem RM-Steel-Auftrag haben bereits weitere Betreiber sieben Konservierungslinien geordert. _

Ausgabe:
bbr 10/2006
Unternehmen:

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