01. JULI 2016

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„Wir müssen aufpassen!“


Es überwiegen die positiven Signale, denn Deutschland ist in vielen Bereichen sehr gut aufgestellt. Bei den Optischen Techniken oder in der Chemie- und Pharmabranche hat Deutschland einen Spitzenplatz im globalen Wettbewerb.

Herr Prof. Lehmann, „Zukunftssicherung durch Technik und Ingenieure“, das war Ihr Thema anläßlich des Deutschen Ingenieurstages 2005 in Magdeburg. Was überwiegt, positive oder negative Signale?
Es überwiegen die positiven Signale, denn Deutschland ist in vielen Bereichen sehr gut aufgestellt. Bei den Optischen Techniken oder in der Chemie- und Pharmabranche hat Deutschland einen Spitzenplatz im globalen Wettbewerb. Ingenieure haben mit ihren technischen Innovationen einen großen Anteil daran und sichern somit auch die Zukunft. Dank ihrer Entwicklungen entstehen Wachstum und Arbeitsplätze. Unsere Umfrage mit dem Institut der deutschen Wirtschaft bei 1.000 technisch orientierten Unternehmen verdeutlicht, daß dies auch in Zukunft so sein wird. So gehen 43 Prozent der befragten Unternehmen von einem Produktionszuwachs aus. Lediglich 14 Prozent erwarten einen Rückgang. Besonders positiv sind die Voraussagen für die Branchen Information und Kommunikation, Bio- und Medizintechnik sowie Chemie und Pharma. Exportschlager wie der Fahrzeug- oder Maschinenbau werden weiter verstärkt. Dennoch müssen wir aufpassen, daß diese Entwicklung so bleibt, denn andere Länder haben stark aufgeholt, und die Verlagerung einzelner F& Abteilungen ins Ausland zeigt, daß der Wettbewerb härter wird. Hier müssen die Rahmenbedingungen für die Unternehmen verbessert werden und außerdem brauchen wir genügend Fachkräfte.

Wir wissen, daß wir zur Standortsicherung unser Know-how immer weiter ausbauen müssen. Die Studienanfängerzahlen in den Ingenieurswissenschaften sind 2004 jedoch erstmals wieder zurückgegangen. Welche Anstrengungen werden den konkret unternommen, den jungen Studienanfängern die Perspektiven der Ingenieurswissenschaften schmackhaft zu machen, zumal die Ausgaben für F& ja derzeit sogar steigen?
Der Rückgang der Studierendenzahlen ist in der Tat nicht erfreulich. Als Ingenieurverein setzen wir uns stetig dafür ein, jungen Menschen zu zeigen, wie spannend der Ingenieurberuf ist. Konkret veranstalten wir zum Beispiel am 17. und 18. Juni 2005 einen bundesweiten Tag der Technik, mit anderen Organisationen zusammen. In über 30 Städten gibt es Aktivitäten rund um Technik. Gera- de Schüler und Schülerinnen sollen hier für Technik begeistert werden. Auch sprechen wir mit den politischen Vertretern, um etwa mehr Technikunterricht, technische Inhalte auf den Lehrplan an den Schulen zu bekommen. Denn nur wenn Jugendliche frühzeitig informiert und begeistert werden, entscheiden sie sich eher für ein Ingenieurstudium.

Public Private Partnerships lautet Ihr Stichwort, wenn es um die Bindung junger Studenten an Ostdeutschland geht. Damit wollen Sie die Abwanderungstendenz in den Westen stoppen um die Strukturdefizite in den neuen Bundesländern auszugleichen. Können Sie Beispiele nennen, wo dies schon praktiziert wird?
Leider gibt es in Ostdeutschland sehr wenige Bereiche in denen Public Private Partnership praktiziert wird. Deswegen wandern auch viele gut ausgebildete Ingenieure nach dem Studium an einer Universität in den neuen Bundesländern in den Westen. Da vielerorts in Ostdeutschland die Unternehmen fehlen, ist dies natürlich schwierig umzusetzen. Dennoch gibt es positive Beispiele, wie etwa in Thüringen, wo sich zahlreiche kleine und mittelständische Unternehmen in Bereich der Optischen Techniken herausgebildet haben und ihren Nachwuchs vorwiegend aus den umliegenden Hochschulen wie etwa Jena oder Ilmenau generieren. Dies muß aber in weiteren Bereichen und Regionen geschehen. Denn so bindet man die Studenten frühzeitig an den Standort. Davon profitieren Unternehmen wie auch die Studierenden. Die Forschung und Entwicklung in den Unternehmen wird verstärkt, und die Studierenden lernen praxisorientiert und empfehlen sich für einen potentiellen Arbeitsplatz.

Die Fragen stellte Erik Schäfer



Branchen_TelexBlechexpo Monika Frank, die Blechexpo-Projektleiterin, konnte auf der Pressekonferenz 28 % mehr Ausstellungsfläche und insgesamt 635 (+ 20 %) Aussteller vermelden (Seite 26 f. in dieser Ausgabe). Bei Finn-Power geht es nach zahlreichen Turbulenzen wieder aufwärts. Die Finnen verzeichnen einen Rekord beim Auftragseingang (S. 24 f. in dieser Ausgabe). Lantek Die Blechexpo 2005 wurde für den CAD/CAM-Spezialisten Lantek Systemtechnik eigenen Angaben zufolge zur Erfolgsmesse. Quintiq Der niederländische Softwarespezialist kündigte einen entscheidenden Vertragsabschluß mit Novelis, weltweit führender Hersteller von Aluminiumwalzprodukten, an. Novelis wird künftig weltweit Quintiq IT-Lösungen für die Durchführung seiner Unternehmens- und Fertigungs- sowie der taktischen und strategischen Planung einsetzen. Henrich Publikationen Mit inzwischen 40 Mitarbeitern und sieben Fachpublikationen (Automation, br, Energie Spektrum, G& , :K, Logistik Journal sowie maschine+werkzeug) wird unser erfolgreicher Verlag in ein eigenes Verlagshaus in Gilching einziehen, das unsere Verleger Ursula Henrich und Willy Schweitzer kürzlich erworben haben. Ändern wird sich in unserer Adresse nur der Straßenname; Talhofstr. 24b. Der Umzug findet vom 22. auf 24.6.2005 statt. Nur an diesen drei Tagen sind wir nicht erreichbar. Auf w.bbr.de (Aktionen) können Sie bis zum 30.6.05 gewinnen

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bbr 06/2005
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