01. JULI 2016

zurück

kommentieren drucken  

Hitzestreß für die Probanten


Mit drei Öfen zu hohem Probendurchsatz

Selbst wenn& pos;s heiß wird bewahren die Prüfer aus Ulm einen kühlen Kopf. Sie entwickelten eine Zugprüfeinrichtung, die, mit drei Heizöfen ausgestattet, für einen hohen Probendurchsatz bei „heißen“ Zugversuchen sorgt. Lesen Sie, wie& pos;s geht.

Der Zugversuch an Metallen zählt zu den gängigsten Anwendungen in der Materialprüfung. Die Einsatzgebiete von hochwertigen Metallen, vor allem von legierten Stählen, werden ständig erweitert. So werden diese Stähle auch in Bereichen eingesetzt, bei denen neben der mechanischen Beanspruchung auch hohe Umgebungstemperaturen eine Rolle spielen. Klassische Beispiele sind hier etwa Auslaßventile von Verbrennungsmotoren oder Turbinenschaufeln.

Ohne Prüfungsangst
Für den Hersteller solcher hochwertigen Metalle liegt es auf der Hand, seine Materialien bei den entsprechenden Temperaturen zu prüfen und die geforderten Festigkeiten nachzuweisen. In Funktion und Vorgehensweise unterscheidet sich der Zugversuch bei erhöhter Temperatur nicht von dem Zugversuch bei Raumtemperatur.

Einziger Unterschied ist, daß der Zugversuch bei erhöhter Temperatur innerhalb eines Ofens bei einer vorgegebenen Temperatur stattfindet. Die nötigen Zugkräfte auf die Probe werden über Zuggestänge aufgebracht, die durch die Ofenwand geführt sind. Durch einen Schlitz im Ofen werden zur direkten Längenänderungsmessung die Taststäbe des Längenänderungsmessers eingeführt. Der Längenänderungsmesser sitzt außerhalb des Ofens. Entscheidend für die Dauer des Zugversuchs sind neben den genormten Prüfgeschwindigkeiten und der Temperaturhaltezeit die Aufheiz- und Abkühlzeit des Hochtemperaturofens. Die Temperaturhaltezeit wird benötigt, um ein Durchheizen der Probe nach Erreichen der Prüftemperatur zu gewährleisten.

Ein Wechsel der Proben und Werkzeuge ist nur möglich, wenn diese nach dem Versuch entsprechend abgekühlt sind.

Verkürzte Durchlaufzeiten
Stahlhersteller oder -bearbeiter prüfen ihre Materialien fertigungsbegleitend. Mit steigenden Ausstoßzahlen steigen die Anforderungen nach kurzen Prüfzeiten und Probendurchlaufzeiten. Die Prüfdauer selbst ist über die genormten Prüfgeschwindigkeiten und die Haltezeit vorgegeben. Um einen größtmöglichen Probendurchsatz zu ermöglichen, müssen die Rüstzeiten auf ein Minimum reduziert werden. Durch den Einsatz eines Drehkarussels mit drei Öfen hat der Prüfmaschinenhersteller Zwick in Ulm eine Möglichkeit gefunden, die Rüstzeiten bei Hochtemperaturprüfungen zu verringern. Während immer ein Ofen in der Prüfachse zur Durchführung des Versuchs positioniert ist, kühlen die anderen Öfen ab beziehungsweise werden neu bestückt und bereits vorgeheizt.

In Verbindung mit der elektronischen Überwachung der Temperaturen aller drei Öfen können so die Probendurchlaufzeiten entscheidend verkürzt werden. Während mit einem einzelnen Ofen bei 10 min. Haltezeit und einer Prüftemperatur von 900 °C circa 4 bis 5 Proben pro Schicht geprüft werden können, kann mit dem Hochtemperaturkarusell von Zwick der Probendurchsatz im laufenden Betrieb auf circa 20 Proben pro Schicht erhöht werden.

Ausgabe:
bbr 09/2004
Unternehmen:
Bilder:

kommentieren drucken  


ANZEIGE

 

Diese Artikel könnten Sie ebenfalls interessieren...

Kurzhubprinzip reduziert Zykluszeiten

Kurzhubprinzip reduziert Zykluszeiten

Schuler Hydroforming und Schuler SMG haben gemeinsam ein neues IHU-Pressenkonzept mit Unterkolbenantrieb entwickelt und erstmals realisiert. Der neue Anlagentyp wird die Produktpalette erweitern und die bisher gebauten IHU-Pressen sinnvoll ergänzen. » weiterlesen
Die digitale Revolution geht weiter

Die digitale Revolution geht weiter

Vor knapp 30 Jahren wog eine WIG-Schweißanlage der Leistungsklasse 150 Ampere rund 80 kg. Heute bietet Fronius ein Gerät vergleichbarer Leistung mit vier kg an. Während früher die Toleranzen beim Schweißen einen oder mehrere Millimeter betrugen, produzieren Automaten und Roboter jetzt im 0,1-mm-Bereich. Auch dies sind Auswirkungen der Digitalisierung. Neben diesen leicht erkennbaren Fakten gibt es aber zahlreichende gravierende, die erst auf den zweiten Blick deutlich werden. » weiterlesen
Profilierte Strategie

Profilierte Strategie

Welser Profile - Was haben die sechs Seiten eines Würfels mit Unternehmensstrategie zu tun? Und was bedeutet B.E.S.T.? » weiterlesen

"Geschlossene Gesellschaft"

Die chemische Oberflächenbehandlung von Rohren unterscheidet sich zwar je nach Grundmaterial und Produktanforderung im Detail, doch behalten wichtige Anforderungen an die Anlagentechnik in allen Branchen ihre Gültigkeit. » weiterlesen
Der Experte fürs Schneiden und Stanzen

Der Experte fürs Schneiden und Stanzen

Gemäß seinem Bestreben, immer die beste Softwarelösung für die Blechbearbeitung anzubieten, hat Lantek, Darmstadt, auf der Südblech eine erste Version seiner umgestalteten Top-Lösung „Lantek Expert“ vorstellen. Dieses Programm wird ab Mitte des Jahres die Auftragsverwaltung in das Schneid- beziehungsweise Stanzprogramm integrieren. Um schneller auf die Herausforderungen des Marktes und der Kunden reagieren zu können, wurde zudem die Mitarbeiterzahl der Entwicklungsabteilung nahezu verdoppelt. » weiterlesen
 
» Finden Sie weitere Fachartikel in unserem Artikelarchiv

  Jetzt Newsletter
abonnieren!


Themenvorschau bbr (PDF)

bbr Bänder Bleche Rohre - Themenvorschau

 

bbr Sonderhefte und Supplements