29. MAI 2016

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36 Tonnen auf Reise


Mit ausgeklügeltem Transport- und Ladesystem zur Fertigungslinie

Was nutzt die schnellste Längs- und Querteilanlage, wenn der Coil-Transport vom Lager nicht mitkommt? Ein technischer Leckerbissen sorgt bei einem holländischen Stahlservicecenter für den reibungslosen, raschen Coil-Transport - vom 70 m entfernten Lager direkt zur Bereitstellungsstation.

Die schnelle Schneidanlagedes Maastrichter Stahlhandelszentrums Laura Metall mit ihren fliegenden Messern ist „hungrig“. Ständig muß genügend Rohmaterial bereitstehen, um die Längs- und Querteilanlage von Sundwig/Kohler zu beschicken. Da das Coil-Lager, baulich bedingt, 70 Meter von der neuen Fertigungslinie entfernt ist und die Holländer den Materialfluß automatisieren wollten, galt es eine sichere und praktikable technische Lösung zu finden. Stahl-Coils, mit Blechdicken von 1,5 bis 16 mm, maximal 36 Tonnen Gewicht und 2.000 mm Durchmesser, sollten nicht nur reibungslos zur Fertigungslinie gelangen, sondern es galt zudem beim Transport ein Höchstmaß an Sicherheit für die Mitarbeiter garantieren.

Coilhandling mit Fingerspitzengefühl
Hier kam die Südo Maschinenbau aus Bad Marienberg ins Spiel. Als Kooperationspartner von Sundwig/Kohler sorgten die Coil-Transport-Spezialisten, die sich auf kundenspezifische Hubtisch- und Transportlösungen spezialisiert haben, für die mechanische und datentechnische Integration eines Transportsystems. So holt ein Coil-Transportwagen die bis zu 36 Tonnen schweren „Walzen“ direkt im Coil-Lager ab, transportiert die Coils zu einer Bereitstellungsstation - die zwischen Transportwagen und Haspeleinheit integriert ist -, läd das Coil ab und kann dann bereits zurück ins Lager, um das nächste Coil abzuholen. Die notwendige Kommunikation zwischen den Anlagenteilen regelt die moderne SPS-Technik. Bereits im Coil-Lager wird dem Coil-Transportwagen von Südo viel „Fingerspitzengefühl“ abverlangt und auch beim Transport der schweren Coils vom Lager zur Bereitstellungsstation, prüft ein Laserscanner am 11 Tonnen schweren Transportwagen den 70 m langen Fahrweg auf mögliche Hindernisse. Bei Berührung der Gummikontaktleisten wird der Wagen sofort angehalten - Sicherheit ist hier oberstes Gebot.

Schwere Coils in optimaler Lage
Hydraulikdrücke bis 230 bar, ein Nutzhub bis 1.000 mm und 11 Tonnen Eigengewicht, das sind die Rohdaten des Bandhubwagens, der an der Bereitstellungsstation die schweren Coils der Haspel zuführt. Mit seiner starken Scherenkonstruktion übernimmt er das bereitgestellte Coil auf zwei motorgetriebenen, gummierten Walzen. Um dem Bediener das Entfernen der Verpackung ergonomisch zu ermöglichen, drehen die Gummiwalzen das Coil bedarfsgerecht und schonend. Diese Konstruktion erlaubt es auch, das Coil so zu drehen, daß der Bandanfang optimal zur Längs- Querteilanlage steht und das Blechband einfach eingefädelt werden kann. Ultraschallsensoren sorgen dafür, daß die Hubbewegung automatisch dem jeweiligen Coil-Durchmesser angepasst wird. So kann das Coil-Auge exakt auf die Haspel geschoben werden. Für den sanften Anlauf, beziehungsweise das sanfte Abbremsen und die hohe Maximalgeschwindigkeit der Coil-Bewegungen, sorgen die Frequenzumrichter-gesteuerte Motoren in der Südo-Anlage.

Ausgabe:
bbr 07/08/2004
Unternehmen:
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