25. JULI 2016

zurück

kommentieren drucken  

Der richtige Dreh


Mit einstellbarem Mehrwert

Die Konjunkturlage verlangt nach Innovationen, und das heißt für die Blechbearbeiter neben einem härteren Preiskampf bei guter Qualität, die Kosten nicht aus den Augen zu verlieren. Es gilt sich vom Wettbewerb abzuheben und das wird für viele Zulieferer im Blechbereich zunehmend schwerer, zumal bessere Qualität oft nicht ausreichend honoriert wird. Auf der Südblech konnte man sich davon überzeugen, daß man sich nicht unbedingt vorab festlegen muß, wie man eine Entgratung entschärft.

Einen großen Teil des Budgets frißt sicher der Maschinenpark und hier gilt es das zu kaufen was nötig ist, jedoch mit der Option die Maschinen an zukünftige Bedürfnisse anpassen zu können. Daher hat die Maschinenfabrik Paul Ernst GmbH, Eschelbronn, eine Blechentgratungsmaschine entwickelt, die es ermöglicht den über die Entgratung hinausgehenden Mehrwert exakt auf die Anforderungen des Kunden abzustimmen. Wie bei fast allen Blechentgratungs-Systemen aus dem Hause Ernst befindet sich an erster Position dieser Neuentwicklung die Schleifwalze, die allen Verzug und Toleranz ausgleicht und die Teile sauber entgratet. Sie kann mit Schleifleinen und Schleifvlies bestückt werden, so daß auch verzinktes Blech sowie foliertes Blech entgratet werden kann, ohne die Oberfläche zu beschädigen. Bei folierten Teilen bleibt die Folie gänzlich auf dem Werkstück, bei sensimierverzinkten Werkstücken werden von der Zinkschicht maximal 3µm abgetragen.

Zwei Alternativen zu einer Lösung
Da es sich um eine Naßentgratungsmaschine handelt, kann auch Aluminium problemlos bearbeitet werden. Selbst Teile mit Durchzügen stellen für die hochflexible Schleifwalze kein Problem dar. Das Bemerkenswerte an diesem System ist, daß der Anwender sich nicht schon vorab auf ein System festlegen muß, wenn es darum geht, die entgrateten Kanten zu entschärfen, sondern durch einen Wechselkopf gleich zwei Alternativen besitzt, dies zu tun.

Eines der bisherigen Verfahren ist das Entschärfen der Kanten mittels Edelstahl-Drahtbürsten. Dieses Verfahren mit Drahtbürsten ist schon seit langer Zeit im Gebrauch und viele hundertfach bewährt. Mit dieser Art der Bürste erreicht man sowohl eine Entschärfung der Kante - so daß eine Verletzungsgefahr ausgeschlossen werden kann - als auch die zuverlässige Entfernung der Oxidschicht von den Schmalseiten der Werkstücke.

Einige Anwendungen - speziell im Edelstahlbereich - erfordern jedoch eine extreme Verrundung der Kanten, weit über das einfache Entschärfen hinaus. In diesen Fällen werden abrasiv arbeitenden Bürsten eingesetzt. Das ist meistens im Bereich der Lebensmittelindustrie und der Medizintechnik der Fall, aber auch Hersteller von Großküchen oder Briefkastenanlagen vertrauen die Verrundung Ihrer Kanten dieser Ernst-Technik an. Für Zulieferer stellt sich aber hierbei das Problem, daß durch Festlegung auf eines der beiden Verfahren die notwendige Flexibilität in der Fertigung verloren geht. Daher hat Ernst eine Maschine mit einem Wechseldrehkopf entwickelt. Durch eine Drehung um 180° können entweder Edelstahl-Drahtbürsten oder Schleiflamellenbürsten eingesetzt werden. Dies versetzt den Anwender in die Lage, seinem Kunden unterschiedliche Verrundungsqualitäten anzubieten, so flexibel auf den Kundenwunsch eingehen kann und gleichzeitig den erbrachten Mehrwert der extremen Verrundung auch zu Geld zu machen. Die Maschinenfabrik Paul Ernst GmbH baut darüber hinaus Maschinen mit Breitbandeinheiten und Schleifvliesbürstaggregaten zum Oberflächenstrukturschleifen, sowie Maschinen zum Entgraten von Brenn- und Plasmaschnitten.


Ausgabe:
bbr 04/2002
Unternehmen:
Bilder:

kommentieren drucken  


ANZEIGE

 

Diese Artikel könnten Sie ebenfalls interessieren...

Kurzhubprinzip reduziert Zykluszeiten

Kurzhubprinzip reduziert Zykluszeiten

Schuler Hydroforming und Schuler SMG haben gemeinsam ein neues IHU-Pressenkonzept mit Unterkolbenantrieb entwickelt und erstmals realisiert. Der neue Anlagentyp wird die Produktpalette erweitern und die bisher gebauten IHU-Pressen sinnvoll ergänzen. » weiterlesen
Die digitale Revolution geht weiter

Die digitale Revolution geht weiter

Vor knapp 30 Jahren wog eine WIG-Schweißanlage der Leistungsklasse 150 Ampere rund 80 kg. Heute bietet Fronius ein Gerät vergleichbarer Leistung mit vier kg an. Während früher die Toleranzen beim Schweißen einen oder mehrere Millimeter betrugen, produzieren Automaten und Roboter jetzt im 0,1-mm-Bereich. Auch dies sind Auswirkungen der Digitalisierung. Neben diesen leicht erkennbaren Fakten gibt es aber zahlreichende gravierende, die erst auf den zweiten Blick deutlich werden. » weiterlesen
Profilierte Strategie

Profilierte Strategie

Welser Profile - Was haben die sechs Seiten eines Würfels mit Unternehmensstrategie zu tun? Und was bedeutet B.E.S.T.? » weiterlesen

"Geschlossene Gesellschaft"

Die chemische Oberflächenbehandlung von Rohren unterscheidet sich zwar je nach Grundmaterial und Produktanforderung im Detail, doch behalten wichtige Anforderungen an die Anlagentechnik in allen Branchen ihre Gültigkeit. » weiterlesen
Der Experte fürs Schneiden und Stanzen

Der Experte fürs Schneiden und Stanzen

Gemäß seinem Bestreben, immer die beste Softwarelösung für die Blechbearbeitung anzubieten, hat Lantek, Darmstadt, auf der Südblech eine erste Version seiner umgestalteten Top-Lösung „Lantek Expert“ vorstellen. Dieses Programm wird ab Mitte des Jahres die Auftragsverwaltung in das Schneid- beziehungsweise Stanzprogramm integrieren. Um schneller auf die Herausforderungen des Marktes und der Kunden reagieren zu können, wurde zudem die Mitarbeiterzahl der Entwicklungsabteilung nahezu verdoppelt. » weiterlesen
 
» Finden Sie weitere Fachartikel in unserem Artikelarchiv

  Jetzt Newsletter
abonnieren!


Themenvorschau bbr (PDF)

bbr Bänder Bleche Rohre - Themenvorschau

 

bbr Sonderhefte und Supplements