29. AUGUST 2016

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Emotionen II


Auf der EMO flogen nicht nur die Späne. Die Hallen 6 und 7 waren in Hannover der Treffpunkt der Umformer. Neben Bekanntem und Verfeinertem waren viel innovativer Maschinenbau- und Werkzeugtechnik und sogar zwei Weltneuheiten zu sehen.

BLM
Platz 10 in der Reihenfolge der größten Maschinenbauer erhielt die BLM Group (www.blmgroup.com) aus dem italienischen Cantù von der Wirtschaftszeitschrift Produktion. Platz 1 nehmen die Italiener aber sicher als Hersteller für Rohrbearbeitungs- und Rohr­trennmaschinen ein - und das weltweit. Dies demonstrierten die Italiener gewohnt professionell auf ihrem großen Messestand in Halle 6. Hier waren eindrucksvoll die Stärken des Unternehmens bezüglich Rohrsägen, Laserschneidanlagen für Rohre und Profile „Lasertube“, Endenbearbeitungsmaschinen oder Rohrbiegemaschinen, wie die vollelektrische „E-Turn“, sowie die ausgereiften Lösungen bei der Automation zu finden. Ob komplette Fertigungszellen inklusive der Qualitätssicherung und Software oder hoch produktive Stand alone-Lösungen - die Spezialisten in Sachen Rohrbearbeitung bieten eine Vielzahl an Produktionslösungen aus einer Hand. Kein Wunder also, dass die Komplettlösungen von BLM die Fertigung zahlreicher Produktionsbetriebe, wie Automobilzulieferer et cetera in aller Welt zu Hause sind.

Bystronic
Neuland: Ein Standkonzept der besonderen Art verfolgten die Schweizer Maschinenbauer Bystronic (www.bystronic.com) in Halle 7. Viel Platz für lange Gespräche dominierte den offenen und edlen Stand. Durch diese Konzeption kamen die beiden Messeexponate, die Wasserstrahlschneidanlage Byjet mit Wechseltischsystem und die neue Laserstrahlquelle, die Bylaser 6000, ganz besonders zur Geltung. Mit der Bylaser 6000 - einer nagelneuen 6-kW-Laserstrahlquelle, die die Schweizer auf einem Drehteller präsentierten -, betraten die Eidgenossen aus Niederönz Neuland. Ihre erste Laserstrahlquelle in Hochfrequenztechnik bezeichnete man intern dann auch als „Pionierarbeit“. Unter der Haube des neuen Kraftpaketes zeigten sich dementsprechend nicht mehr die lila leuchtenden Glasröhren der kleineren Modelle, sondern es schimmerte gelb durchs edle Lochblech. In bbr 12/2005 werden wir die Technik der Schweizer in unserer Serie „Lasertechnik“ noch genauer vorstellen.

Rolleri
Frontalbestückung: Nicht nur, dass sich Rolleri (www.rolleri.it) einen Messestand in der Nähe der beiden, größten Aussteller im Umformbereich (Bystronic und Trumpf in Halle 7) gesichert hatte, nötigt Respekt ab, nein, die italienischen Biegewerkzeughersteller hatten zugleich zwei praktische und zudem patentierte Innovationen im Gepäck. Zum einen das neue Universal-Schnellspann-System für Abkantwerkzeuge „Rol 1“ - die Biegewerkzeugsegmente mit federndem Druckstück lassen sich frontal einfach in die Halterung „Rol 1 Clamp“ der Abkantpresse einklinken -, zum anderen eine Idee für Drückwerkzeuge in Abkantpressen, die Sicherheit verspricht. Da sich die Drückwerkzeuge in Abkantpressen immer unterhalb der Lasersicherheitseinrichtung befinden, sind die Hände der Bediener sehr gefährdet. Damit es nicht zu Quetschungen und schlimmeren Verletzungen kommen kann, haben die Italiener durch eine zusätzliche Nut im Unterwerkzeug die Möglichkeit geschaffen, Plexiglasscheiben einzusetzen, die die Finger vom Werkzeug fern halten. Damit das Werkstück ins Presswerkzeug geschoben werden kann, verschiebt man die Plexiglasscheiben seitlich nur soweit, bis das Werkstück dazwischen passt - die Finger bleiben draußen.

Rosenberger
Let’s twist again: Auf der EMO zeigten die Schwarzwälder Rohrbiegemaschinenbauer (www.rosenbergerag.com), die sich im Übrigen als eine der ersten Maschinenbauer des Sektors ernsthaft mit dem Thema „vollelektrisch biegen“ befasst haben, den „Twister“ mit zwei Werkzeugstationen. Auf der EMO bog der Twister zu Showzwecken in zwei Biegestationen überdimensionierte Büroklammern (wenig praxistauglich) oder Kleiderbügel (praxistauglich).
Die Stärken dieses außergewöhnlichen Rohrbiegekonzeptes liegen jedoch außer Frage bei der Herstellung von Brems- und Kühlleitungen in der Automobilindustrie (äußerst praxistauglich). Das vorgestellte Rohrbiegekonzept - ein Roboter hält das zu biegende Rohr in verschiedene Biegestationen, die mit den unterschiedlichsten Rohrbiegewerkzeugen ausgestattet sind, und lässt es dort biegen - erlaubt beispielsweise auch das Biegen vorkonfektionierter Kühlleitungen mit bereits montierten Gummischlauchstücken und hat seine Praxistauglichkeit, etwa bei Audi, schon bewiesen.

Tezet
Bereits in bbr 8/9 vorange­kündigt, die Weltneuheit von Tezet (www.TeZet.com) aus der Schweiz. Mit dem „3D-Design- und Mess-Stift“ zeigt Firmenchef Klaus Leistritz der Branche wieder einmal einen Orientierungspunkt und erklärte bbr, wie das System funktioniert sowie den praktischen Nutzwert.
Beeindruckend am kabellosen Rohrvermessen ist, dass der Stift die aufgenommenen Daten direkt zum Empfänger (3D-Navigationstechnologie) und von dort zum Laptop oder PC senden kann.
Dort stellt die TezetCAD-Software direkt ein exaktes 3D-Modell des gemessenen Rohres auf den Bildschirm. Mit dem Mess-System hat jede Limitierung ein Ende, denn überall dort, wo man noch mit dem Stift hinkommt, kann auch gemessen werden. Das kann etwa auch der Motorraum eines PKW sein, in dem bereits montierte Leitungen genau vermessen werden können.

Trumpf
Belagerte Weltneuheit: Die Prozesskette Blechbearbeitung stellte Trumpf (Motto: Innovativ, kompetent, komplett) auf dem größten Stand der Halle 7 dar. Fast schon versteckt, weil dicht umlagert, die Trumatic L 3040, eine 2D-Flachbettlaserschneidmaschine fürs Dünnblech und zudem eine „Weltneuheit“.
Konzernchef Prof. Berthold Leibinger, der nicht gerade zu Übertreibungen neigt, umschrieb die L 3040 mit »ein genialer Wurf«, und sprach sicher damit eine der Finessen - die in den Y-Schlitten integrierte Xp-Achse - an. Durch diese zusätzliche, leichte Hochgeschwindigkeitsachse können sich die Bearbeitungszeiten, laut Trumpf, je nach Bauteil­geometrie, um bis zu 30 Prozent verkürzen!

Erik Schäfer

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