11. DEZEMBER 2016

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„…ein weiterer, kompetenter Partner ist willkommen.“


Schwenkbiegen in 3D- Erstmals stellte Stickl, Rodgau, sein 3D-Schwenkbiegekonzept auf der Euroblech 2004 vor. Der Automat soll in Fertigungslinien mit integrierten Profilieranlagen eingesetzt werden. Was ist dran am patentierten Biegekonzept?

Der Prototyp eines 3DSchwenkbiegeautomaten sorgte auf der Euroblech 2004 in Hannover für Aufsehen. Der Automat wurde speziell für den Einsatz in Fertigungslinien mit integrierten Profilieranlagen und Schwenkbiegemaschinen konzipiert. „Konkreter Anlaß bestehende Fertigungstechnologien zu überdenken, war der nicht zufriedenstellende Versuch, zwei Schwenkbiegemaschinen, die in die Fertigung integriert waren, durch Umbaumaßnahmen flexibler zu machen“, so Heinz Stickl, der Initiator der Arbeitsgemeinschaft, die das neue Konzept erarbeitet hat.

Alles automatisch
Stickl Werkzeugbau hat sich auf die Automatisierung mit Stanz- und Fertigungsanlagen spezialisiert. Seit Gründung des Ein-Mann-Unternehmens 1993 setzt Werkzeugmachermeister Heinz Stickl in Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern seine langjährige Erfahrung in innovative Automatisierungslösungen um, nach dem Motto: „Sie wollen Ihre Stückkosten reduzieren? Automatisierung mit Stanz- oder Fertigungsanlagen ist unser Angebot“, wirbt er auch im Internet. Ob ein Bearbeitungsturm zum allseitigen Lochen, Kragenziehen und Gewindeschneiden in U-Profi l-Grundrahmen, Vorstanzanlage mit Lochwerkzeugen und Ausklinkwerkzeugen, Trenn-Biegewerkzeug zur Herstellung von Rahmenteilen oder pneumatisch verfahrbare Lochwerkzeuge und Ziehwerkzeuge für den Einbau in einen Bearbeitungsturm, der Werkzeugbauer aus Hessen bietet seit vielen Jahren zahlreiche Automatisierungslösungen an, wie z. B. auch den Bearbeitungsturm zum allseitigen Lochen, Kragenziehen und Gewindeformen für die Viessmann-Werke, Allendorf/Eder. Die neueste Entwicklung ist der 3D-Schwenkbiegeautomat, der in Fertigungslinien integriert wird. „Ziel der Entwicklung war es, die Stirnseiten von verschieden breit profilierten und gegebenenfalls lackierten Bändern oder Blechen mit nur einem 3D-Schwenkbiegeautomaten biegen zu können“, so Firmenleiter Heinz Stickl zu bbr. Merkmale und Vorteile des neuen 3D-Schwenkbiegekonzeptes gegenüber herkömmlichen Technologien nennt Heinz Stickl zahlreiche. So können mit dem Schwenkbiegeautomaten beide Stirnseiten eines profilierten Blechteiles gebogen werden, was den Vorteil hat, daß neben der Einsparung einer zweiten Schwenkbiegemaschine eine Zeitersparnis zu verzeichnen ist. Dies resultiert daraus, daß die Biegezykluszeit verkürzt wird und durch kürzere Förderwege wiederum Zeit eingespart wird. Zudem hat die 3D-Schwenkbiegemaschine einen minimalen Platzbedarf. Die Herstellung der Niederhalterbreiten erfolgt vollautomatisch. Dies wird möglich, da die Niederhalter segmentiert sind, wodurch auch verschieden breit profilierte Blechteile ohne Rüst- beziehungsweise Stillstandzeiten gebogen werden können.

Patentkonzept
„Das Biegen ohne sichtbare Bearbeitungsspuren auf der Blechoberfläche hat den Vorteil, daß keine lohnintensiven Arbeiten für die Oberflächenveredelung nach der Blechbearbeitung mehr nötig werden“, erläutert Heinz Stickl. Alle Arbeitsbewegungen werden über geregelte Elektroantriebe ausgeführt. Neben einer geringeren Lärmbelastung des Bedienpersonals, gewährt dies eine optimale Energieeffizienz. Der erste Prototyp „3D-Schwenkbiegeautomat“ basierend auf der Patentanmeldung der Stickl Werkzeugbau GmbH wurde von der Arbeitsgemeinschaft Innovative Blechbearbeitung „AGIB“ mit der Unterstützung der AiF in Form von Fördermitteln realisiert. Kooperationspartner für dieses Projekt sind Werkzeug- und Maschinenbau Altenburg WMA und die Gesellschaft für innovative Steuerungselemente Gise in Altenburg. Ein neues Trenn-Biegekonzept kombiniert die oberflächenschonende 3D-Schwenkbiegetechnologie mit einem Trennwerkzeug und stellt eine konsequente Weiterentwicklung dar. Ermöglicht wird das Biegen beider Stirnseiten mit nur einer Schwenkbiegemaschine durch mehrere Besonderheiten. „Dies ist auch Gegenstand der Patentanmeldung“, so Heinz Stickl. Die Lagerung der dreigeteilten Biegewange in der Maschinenmitte um eine kombinierte Schwenk-Hubbewegung realisieren zu können, zwei Biegeradien (am einlaufenden- und auslaufenden Teil) am hubbewegten Biegestempel sowie die beiden 35°-Schwenkbewegungen (am einlaufenden- und auslaufenden Teil), ein Auflagetisch für das einlaufende- und einen für das auslaufende Teil sowie die V-förmig angeordnete Oberwange, die wechselseitig für das einlaufende beziehungsweise auslaufende Teil im Eingriff ist, sind Kern der Patentanmeldung. „Die Maschine existiert bisher nur als Prototyp. Für die serienreife Markteinführung wäre nach einhelliger Meinung der Kooperationspartner ein weiterer, kompetenter Partner willkommen“, erläutert Heinz Sickl den Stand des interessanten Projektes.
Erik Schäfer

Ausgabe:
bbr 05/2005
Unternehmen:
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