29. JULI 2016

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BBR-Südblech-Rundgang


Frühjahrsmesse der Umformer

Bereits in den ersten Beiden BBR-Ausgaben des Jahres haben wir von einzelnen Ausstellungsstücken vorab berichtet. Im BBR-Südblechrundgang haben wir uns vor Ort ein eigenes Bild machen können. Aus geplanten zwei Südblech-Messetagen wurden schließlich drei Tage. Hier gab es Technik vom Feinsten und der ungebremste Innovationstrieb der Branche kam zur vollen Blüte. Gleich zu Beginn der Messe machten jedoch gleich zwei Neuerungen die Runde, die auf der Schall-Pressekonferenz nun offiziell Bestätigung fanden.

Paul E. Schall/Blechexpo: Sie wissen es ja schon, wenn sie das Editorial auf Seite 3 gelesen haben. Hier werden wir das Geheimnis der Weltneuheit aus dem Hause Schall lüften. Lassen Sie sich virtuell in Halle 7 der Messe Sinsheim entführen. Gibt& pos;s nicht? Vielleicht doch. Doch beginnen wir in chronologischer Reihenfolge.

Klar, erwartet haben es alle: Die Blechexpo (ehemalige Südblech) findet vom 23. bis 26. Februar 2005 (im zweijährigen Rhythmus) in Sinsheim in sechs Hallen statt. Was hat es denn dann mit der versprochenen 7. Halle auf sich? Baut Schall weiter? Auf der Südblechpressekonferenz am 31.3.2004 sah man Paul E. Schall die Freude an: „Blechexpo, das war ein Thema im Messebeirat. Wir wollten uns von der Euroblech absetzen und unsere Aussteller entlasten.“ Und auch zur Namensänderung nahm er gleich Stellung: „Südblech war uns vom Namen her zu südlastig, daher kamen wir auf die Blechexpo“, so der private Messeunternehmer weiter. Doch das war nur der erste Teil seiner Rede, denn etwas war noch nicht durchgesickert, sozusagen eine schwäbische Weltneuheit. Sie erklärt, warum es Halle 7 gibt und sie dennoch keiner sehen kann, der nach Sinsheim fährt.

Die virtuelle Online-Blechmesse
„Das Internet ist inzwischen allgegenwärtig. Warum also die Technik nicht nutzen und eine virtuelle Online-Blechmesse parallel zur Blechexpo starten“, erläuterte Paul E. Schall. Klingt simpel und dennoch ist kein Messeunternehmer vor ihm darauf gekommen. In der virtuellen Messehalle 7, die am 31.3.2004, pünktlich zu Messebeginn der diesjährigen Südblech, als sich die Pforten für die Fachbesucheröffneten, begann auch die virtuelle Messe. Hier können alle Unternehmen der Branche ihre Exponate virtuell ausstellen. Doch nicht etwa nur 4 Tage, wie die reale Messe, sondern 365 Tage im Jahr. Schall bietet den virtuellen Ausstellern dazu drei Ausstellungsvarianten an, die sein neuer Mitarbeiter Bernd Schnee, Projektleiter virtuelle Messen, später noch genauere erläuterte. Haben wir Sie neugierig gemacht? Wollen Sie sich Halle 7 schon mal ansehen, bequem von Ihrem Bürosessel aus? Dann geben Sie doch einfach „www.blechexpo.com“ in Ihren Internetbrowser an und besuchen Sie die „Standard“-, „Premium“- oder „VIP“-Messestände der Aussteller. Sehen Sie sich Bilder, die Messestände oder 30-Sekunden-Videos an. Oder klicken Sie auf die verlinkte Homepage der Aussteller, oder laden Sie sich den Unternehmenskatalog als PDF-File herunter. Auch Paul E. Schall und seine Ehefrau können Sie virtuell besuchen, beide wurden digitalisiert und somit steht die Messeleitung zum Direktkontakt bereit. Wie sich das ganze entwickeln wird, muß die Zukunft zeigen, denn eine virtuelle Messe ist erklärungsbedürftig. Doch wem das alles noch zu fern der echten Welt erscheint, der kann ja im Februar 2005 die wirkliche Blechexpo besuchen. Da gibt& pos;s dann wieder echte Aussteller zum Händeschütteln, Messeexponate zum Anfassen - falls nicht „Bitte nicht berühren/Don& pos;t touch“ draufsteht - und Sinsheimer Messeluft, die immer ein Vorgeschmack auf den Branchenfrühling gibt.

Hieger/Synchropress: Daß die Synchropress ein derartiges Interesse auf sich ziehen würde, hätte Dipl.-Ing. Johannes Hülshorst, Inhaber der HieGer GmbH, sicher selbst nicht erwartet. Auf der Südblech stellte das Unternehmen aus Delbrück eine 1.200-kN-Presse vor. „Die vier Rollengewindetriebe vom Schweizer Hersteller GSA Swiss können 120 Tonnen Kraft aufbringen. Die Maximalhubgeschwindigkeit dieser Antriebe beträgt 100 mm/s. Die vier Servomotoren (einer pro Spindel) im Pressenuntergestell treiben die Spindeln an, auf denen die Muttern je nach Drehrichtung nach oben oder unten fahren. Die Muttern sind mit dem Pressenbär verbunden, der so die Hubbewegung ausführt“, erläutert Hülshorst das Prinzip. Daß diese Pressen extrem flach gebaut werden können und ohne Fundament zudem extrem ruhig laufen, ist ein weiterer Pluspunkt des Systems. Eine 5-Cent-Münze senkrecht auf den Pressentisch gestellt, blieb während des Stanzbetriebes völlig ruhig stehen. Die Probierpresse für Werkzeuge hat selbstredend eine völlig andere Charakteristik als herkömmliche mechanische oder hydraulische Pressen. „Wir arbeiten gerade daran die Laufcharakteristiken herkömmlicher Produktionspressen mit unserer Steuerung nachbilden zu können. So sind wir für den eventuellen Fall gerüstet, daß ein auf der Synchropress ausgetestetes Werkzeug, ohne weitere Anpassung auf jeder beliebigen Produktionspresse laufen kann“, erklärt Johannes Hülshorst. Selbstverständlich können kleinere Serien auch direkt mit der Synchropress produziert werden. Die Geschwindigkeit hydraulischer Pressen liegt mit 400 mm/s zwar um den Faktor 4 höher, jedoch ist die Synchropress ja ausdrücklich als Werkstattprobierpresse und für kleine Serien konzipiert. Die Obergrenze bei der Presskraft liegt beim Gewindespindelantrieb mit Servomotoren derzeit bei 4.000 kN.

Schuler Held: Natürlich war die Schuler Gruppe auf der Südblech stark vertreten. Doch nicht „nur“ die Automation oder die Profiline SH-Pressenbaureihe und die Serviceleistungen nach dem Motto „1+1 ist viel mehr“ bestimmten das Programm, in der „Laserabteilung“ wartete Schuler Held mit einem Leckerbissen auf, einer Ständer Laserschneid-Maschine mit dem Namen „Mobilas“. Die speziell für den Endenbeschnitt von Hydroforming-Bauteilen ausgelegten Laserzelle, die vom Bauprinzip eher an eine Fräsmaschine erinnert, wird bereits bei BMW eingesetzt. Das Ausstellungsstück war mit einem Maschinenturm ausgestattet, der auf Präzisionsführungen verfahren kann. Der Turm trägt den Seitenarm mit dem Arbeitskopf. Der schlanke Laser-Arbeitskopf ist aufgrund der Drehachse mit ± 250° und der Schwenkachse mit ± 110° sehr flexibel. Geschäftsführer Dipl.-Ing. Germar Dietz von Schuler Held Lasertechnik erläuterte die Technik, die beispielsweise bei BMW für saubere Rohrenden - etwa einer hochkomplizierten, profilierten B-Säule - sorgt. Wir werden das Thema näher beleuchten.

Auch die Highlights der Südblech, die uns sonst noch auffielen, werden wir in den nächsten BBR-Ausgaben vorstellen.

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