17. DEZEMBER 2017

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Auf der hohen Kante


Entgratsysteme für Rohre, Profile und Bleche

Wohl kein Produktionsbetrieb kann heute noch auf das Entgraten nach der mechanischen Bearbeitung verzichten - aus den unterschiedlichsten Gründen: Zum einen ist Gratfreiheit ein wichtiger Sicherheitsfaktor - und deshalb auch in einschlägigen DIN- und VDE-Vorschriften berücksichtigt. Und auch das Produkthaftungsgesetz zwingt dazu, mit entgrateten Endprodukten Verletzungsrisiken auszuschließen. Zum anderen gibt es praktische Gründe: Entgratete Werkstücke lassen sich nicht nur schneller, sondern auch paßgenauer montieren - und zwar in gleichbleibender, jederzeit produzierbarer Qualität. Darüber hinaus ist eine korrekte, reklamationsfreie Oberflächenveredelung, zum Beispiel durch Verchromen, Lackieren oder Pulverbeschichten, nur mit entgrateten Kanten möglich. Das ist den Betroffenen bekannt. Dennoch liegen zwischen „Entgraten“ und „rationell Entgraten“ oft Welten. RSA, Lüdenscheid hat 1971 das Entgraten mit Hochleistungsbürsten in Europa eingeführt und seitdem weiterentwickelt. Heute werden Entgratsysteme für nahezu jeden Bedarf angeboten - samt der notwendigen Peripherie.

Manche Werkstücke lassen sich nur schwierig und damit besonders teuer entgraten, beispielsweise gebogene Werkstücke, komplexe Profilformen, schräge Schnitte, besonders schwere Werkstücke, Profile mit extrem starkem Grat oder Teile mit empfindlicher Oberfläche. Hier setzt beispielsweise der „Turnamat“ von RSA neue Maßstäbe für die wirtschaftliche Entgratung. Kein Wunder - schließlich entwickelte RSA bereits 1976 Rotationsentgratmaschinen für Rohrwerke. Diese wollten Rohre bis 22 m entgraten - Längen, die Wenden schwierig machen. Eine Radialbürste, die zusätzlich um die Antriebseinheit rotiert, machte das überflüssig. Diese Entgratmaschinen - integriert in Rohradjustagen - laufen seither im dreischichtigen Betrieb. Nach dem gleichen Prinzip arbeitet auch das neue Entgratsystem Turnamat.

Die Baureihe, bestehend aus zwei Grundmodellen, ist modular aufgebaut. Beide Systeme unterscheiden sich durch unterschiedliche Frontplatten und damit durch ihre Werkstückführungen. Der „Turnamat 1“ wird meistens für symmetrische Werkstückquerschnitte eingesetzt. Ein Werkstückwechsel ist in Sekundenschnelle durchgeführt.

Das Haupteinsatzgebiet für den „Turnamat 2“ sind asymmetrische Werkstückformen. Das Umrüsten auf andere Werkstück-Querschnitte erfolgt durch einen Wechsel der Einsätze blitzschnell.

Für komplizierte Werkstücke ist der „Turnamat 3“ vorgesehen.

Patentiertes Transport-System für die Kurzrohr-Entgratung
Mit einem patentieren Transportsystem löste RSA gravierende Probleme der Kurzrohr- Entgratung. Stabförmige Werkstücke mit sehr kurzen Längen von 35 bis 100 mm neigen dazu, bei dem Lauf durch einen Entgratautomaten zu verklemmen. Grund sind die Kräfte der Entgratwerkzeuge rotierenden Hochleistungsbürsten - die auf die Werkstückenden einwirken. Je kürzer die Rohre und je kleiner der Durchmesser um so problematischer stellt sich die sichere Führung der Werkstücke dar. Die Folge sind Maschinenstillstände bis hin zu Maschinenschäden.

Gelöst wurde das Problem durch Mitnehmerketten, die als Attachments eine V-Form aufweisen, in denen das Rohr sicher liegt. Die oben geöffneten Attachments schließt beim Lauf zwischen den rotierenden Hochleistungsbürsten eine Leiste ab. So ist das Werkstück völlig umschlossen und kann nicht verklemmen.



Durch die V-Form ergeben sich noch weitere Vorteile. Bei veränderten Werkstückdurchmessern brauchen die Mitnehmer nicht gewechselt werden. Das gesamte Konzept des Entgrat-Automaten ist darauf ausgelegt, komplette Formatwechsel in weniger als zwei Minuten zu rüsten.

Als weiteren Pluspunkt des Transport-Systems nennt der Hersteller einen gleichmäßigen Verschleiß der Hochleistungsbürsten und dadurch eine höhere Standzeit. Im Gegensatz zum Werkstücktransport über Scheiben, werden die Entgratbürsten gleichmäßig beansprucht und besser genutzt.





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