28. JULI 2017

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Draht in der Automobiltechnik


Drähte und Drahtprodukte werden praktisch überall gebraucht. Ohne sie könnten technische Systeme nicht funktionieren. Da die Ansprüche an technische Systeme wachsen, wird die Leistungsfähigkeit der Komponenten immer mehr ausgereizt. Anspruchsvolle Einsatzbeispiele findet man in der Automobiltechnik.

In einem PKW sind gut 1.000 Federn verbaut. Von ihrer Funktion hängen Sicherheit und Fahrkomfort ab. Ihnen werden oft Höchstleistungen abverlangt, beispielsweise den Ventilfedern, die in Verbrennungsmotoren das Schließen der Ventile bewirken. Eine Ventilfeder muss in einem Vier-Takt-Verbrennungsmotor bei einer Fahrzeuglaufleistung von 200.000 Kilometern bis zu zehn Milliarden Bewegungen ertragen. Der Bruch einer Feder hat meist schwere Schäden für den Motor zur Folge.

Schrauben aus Draht
Ein weiteres wichtiges Drahtprodukt sind Schrauben, die Komponenten miteinander verbinden. Ein Fahrzeug enthält mehr als 1.000 Schraubverbindungen, 250 bis 300 davon stecken im Verbrennungsmotor. Dort werden 150 verschiedene Schraubentypen verschraubt. Diese Schrauben müssen eng tolerierte physikalische Eigenschaften aufweisen und zuführ- und montagegerecht konstruiert sein, damit die weitgehend automatisierte Verarbeitung ungestört erfolgen kann.

Eine wichtige Rolle spielen auch Metallgewebe. Diese aus Drähten aus Edelstahl oder bestimmten NE-Metallen hergestellten Gewebe werden unter anderem als Filter zur Behandlung der Abgase von Verbrennungsmotoren eingesetzt und helfen, Stickoxid- und Partikelemissionen zu reduzieren.

Hohe Anforderungen
In Abgasrückführungssystemen verhindern derartige Filter, dass Partikel aus dem Verbrennungsprozess oder Partikelfilter in den Turbolader oder Motor gelangen, was negative Folgen hätte. Die Edelstahldrähte des Gewebes sind mit einer Dicke von 35 Mikrometer feiner als menschliches Haar und ertragen Temperaturen bis 800 Grad Celsius.

Zu den aufwendigsten, teuersten und schwersten Komponenten in modernen Kraftfahrzeugen gehört das Bordnetz, früher auch als Kabelbaum bezeichnet, in dem die Kabel zusammengefasst sind. Sie versorgen die elektronischen Komponenten im Fahrzeug mit Energie oder übermitteln elektronische Signale. Ein um 1950 gebauter VW Käfer enthielt einen nur wenige Kilogramm schweren Kabelbaum. Dessen Kabel mit einer Länge von 80 Metern waren an etwas mehr als 70 elektrische Bauteile angeschlossen.

Heutige Bordnetze enthalten bis zu 4.000 Kabel, die insgesamt sechs Kilometer lang und 60 Kilogramm schwer sein können. Elektro- und Hybridfahrzeuge stellen hohe Anforderungen an den Kabelsatz und die Kabel. Bestimmte Kabel müssen wegen der elektrischen Spannungen bis 1.000 Volt und den hohen Strömen stärkere Temperaturen aushalten als ihre Vorgänger.

Wire im April 2018
Auf der Wire 2016 spielte Industrie 4.0 eine große Rolle. Man darf gespannt sein, wie die Weiterentwicklung verläuft und welche Ergebnisse auf der Wire 2018 vorgestellt werden, die vom 16. bis 20. April 2018 wieder zusammen mit der internationalen Rohrfachmesse Tube stattfindet.

Datum:
13.07.2017
Unternehmen:

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