28. JUNI 2016

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Wartungsfreier Schwerlastspezialist


Modulares Schwerlast-Fördersystem für den universellen Einsatz

Das Eliminieren von unproduktiven Nebenzeiten, ein durchgängiger und damit übersichtlicher Materialfluß, das richtige Werkstück oder die richtige Baugruppe zeitgerecht am gewünschten Platz - und das möglichst rund um die Uhr sowie ohne technische Störungen und/oder servicebedingte Unterbrechungen - das sind die Anforderungen an moderne Werkstück- und Baugruppen-Fördersysteme.

Weit über den reinen Materialtransport hinausgehend, kommen den Fördersystemen heute auch verschiedene logistische Funktionen zu, die aber ohne einen großen zusätzlichen Investitionsaufwand zu bewerkstelligen sein müssen. Dazu zählen zum Beispiel solche Forderungen wie flexibler Einsatz von unterschiedlichen Transport-Plattformen, Umsetzen des Fördergutes von einem auf den anderen Werkstückträger, Puffern von beladenen oder Speichern von unbeladenen Transportpaletten sowie die ideale Materialfluß-Konfiguration entsprechend den baulichen Gegebenheiten. Daß dies alles mit der gebotenen Wirtschaftlichkeit bezüglich Investition, Installation, Betrieb und Service vonstatten gehen muß, versteht sich in Zeiten des Kostensparens in allen Bereichen von selbst. Darüber hinaus stehen noch die Wünsche nach einer möglichst umrüstarmen Nutzung jetzt und in Zukunft an, weshalb auch die Anwendungs-Flexibilität gebührend zu berücksichtigen ist. In der Summe sind all diese Anforderungen nur noch mit weitgehend standardisierten, modular konzipierten Fördersystemen zu erfüllen, und ein solches stellt beispielsweise das „SkidVeyor“-Schwerlast-Fördersystem des Materialfluß-Spezialisten Bleichert GmbH, Osterburken, dar.

Frei kombinierbare und kompatible Systemmodule
Basierend auf dem breitgefächerten „SkidVeyor“-Baukasten, der solche betriebsbereit montierten Module wie Lineartransferstrecken, Eckstationen, Quergurtförderer, Gurtheber, Vier-Ständer-Heber, Kurvenwagen, Schwenktische, Drehtische sowie Skid-Wechselstationen und Skid-Stapler enthält, können individuelle Materialflußsysteme kostengünstig realisiert werden. Dank der frei kombinierbaren und garantiert kompatiblen Systemmodule sind optimierte Fahrwege möglich, was wiederum - in Verbindung mit den stufenlos einstellbaren Förder-Geschwindigkeiten - die Transport- und Handling-Zeiten von (Arbeits)-Station zu Station reduzieren hilft. Das „SkidVeyor“-Schwerlast- Fördersystem ist für Gesamtlasten (Skid oder Spezialpalette mit Aggregate-/Werkstück-/Baugruppen-Aufnahme und Werkstück) bis 5.500 kg ausgelegt und kann daher sowohl in der Automobilindustrie als auch bei Zulieferern sowie im allgemeinen Maschinenbau verwendet werden. Speziell in der anspruchsvollen Automobilindustrie gibt es eine ganze Reihe an namhaften Referenzen, beispielsweise im Bereich Karosseriebau und dort beim Schweißen und über das Finish bis hin zur Montage.

Zum einen ist der schnellstmögliche Wechsel von Station zu Station gefordert und als zweites müssen die Skids die Baugruppen oder Karosserien reproduzierbar exakt in den entsprechend verschiedenen Stationen positionieren und zentrieren. Drittens muß es möglich sein, zum Beispiel von einem für die Schweißlinie oder für die Lackieranlage geeigneten Skid automatisch auf einen für die Finishline ausgelegten Skid zu wechseln, und viertens soll dies alles möglichst ohne Störungen und wartungsfrei ablaufen.

Schneller Wechsel spart wertvolle Sekunden
Schnelligkeit ist im Falle des innerbetrieblichen Transports von Karosserien in der Tat Trumpf, denn durch schnelleres Beschleunigen, Transportieren, Absenken und Indexieren in den Stationen sowie Anheben aus denselben und erneutes Fördern können pro Skid und Station jeweils diverse Sekunden eingespart werden. Was schließlich pro Tag oder Schicht und weitergehend pro Woche und Monat zu ganz erheblichen Zeiteinsparungen führt, wenn man davon ausgeht, daß die leichten und dabei robusten Skids des „SkidVeyor“-Schwerlast-Fördersystems mit Wechselzeiten von Station zu Station im Bereich von acht Sekunden aufwarten können. Mit der konventionellen Rollen- oder Gurt-Fördertechnik ist das nicht zu machen, weshalb hier eine echte materialflußtechnische und vor allem auch noch wirtschaftlichere Alternative geboten wird. Denn durch die schnellere Beförderung und die zeitoptimierte Bereitstellung der Skids in den Stationen lassen sich die kostenintensiven Einrichtungen wie Schweißroboter et cetera besser ausnutzen, was bei anstehenden Kapazitätsausweitungen oftmals das Investment in zusätzliche Einrichtungen und Aggregate erübrigt. Die in den Skids schon relativ genau aufgenommenen Karosserien werden in den jeweiligen Arbeitsstationen, durch Absenken des Skids beziehungsweise Indexieren der Karosserie, noch exakter positioniert, was letztendlich der Fertigungs- und Schweißqualität zugute kommt und den Robotern unnötige Verfahrbewegungen erspart. Auch dies ist als Beitrag zur Reduzierung der unproduktiven Nebenzeiten zu werten.

Universell, anpassungsfähig, zukunftsorientiert
So kommen zu den wirtschaftlichen auch qualitative Vorteile, die in einer objektiven Amortisationsberechnung ebenfalls Berücksichtigung finden müssen. Mit den wartungsfreien Skid-Rollenbahnen von Bleichert werden in vielen Automobilwerken in der ganzen Welt Rohkarossen zu den verschiedenen Fertigungs- und Montagestationen transportiert. Dabei werden entweder standardisierte Skids oder auch spezielle Transportpaletten mit austauschbaren, angepaßten Aggregate-Trägern eingesetzt. Mit dem einfachen Wechseln von teile-, baugruppen- oder karosseriespezifischen Aufnahmen ist die gewünschte Nutzungs-Flexibilität gewährleistet, und mit dem modularen Konzept ist die Möglichkeit gegeben, die „SkidVeyor“-Fördersysteme den Anforderungen der Zukunft anzupassen. Die Skid-Rollenbahnen basieren im wesentlichen auf einem von Bleichert selbst entwickelten, patentierten Rollenantriebssystem.

Kombinierter Materialfluss für die rationellere Vor- und Endmontage
Diese Rollenantriebe zeichnen sich durch geringes Gewicht, hohe Belastbarkeit, geringe Laufgeräusche und die schon erwähnte Wartungsfreiheit aus. In Kombination mit den in Leichtbauweise konstruierten Skids ergeben sich auch Vorteile bezüglich des Stahlbaus für die Flur- oder Bühnen-Förderstrecken, die ebenfalls entsprechend leichter und kostengünstiger ausgeführt werden können. Die Skid-Rollenfördertechnik „SkidVeyor“ von Bleichert eignet sich auch für Materialfluß-Lösungen in ganz anderen Industriezweigen, wie zum Beispiel dem Maschinen- und Apparatebau. Die Skid-Fördertechnik ist hier unter anderem als kontinuierlich laufendes oder als sequentiell betriebenes Transportsystem in der Fließmontage für den sukzessiven Vorschub von Baugruppen und Maschinen zuständig - wobei dann vom Montagepersonal in vorgegebenen Zeiteinheiten bestimmte Arbeitsinhalte erledigt werden müssen. In solchen Montagelinien werden oftmals Vormontagelinien zugeordnet, in denen Baugruppen und Teilsysteme montiert werden. Hier werden dann, je nach Montageaufgabe und Gewicht der zu montierenden Baugruppen und Teilsysteme, die Montage-Transportsysteme der Baureihen Montamatic, Montaflex und Montarail eingesetzt, deren Transportwagen sowohl als ergonomisch einstellbare Montageplattforme als auch für den Materialfluß, nämlich zum seitlichen Zuführen der Baugruppen und Teilsysteme an die Skid-Förderstrecke, genutzt werden. Damit schließt sich der Kreis für eine durchgängige Materialfluß- und Ablauforganisation in Fertigung und Montage, die heute einen entscheidenden Faktor der Wettbewerbsfähigkeit eines produzierenden Unternehmens darstellt.

Ausgabe:
bbr 09/2001
Unternehmen:

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